Auch die SpVgg Altenerding absolviert bald ihr erstes Pflichtspiel.
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Auch die SpVgg Altenerding absolviert bald ihr erstes Pflichtspiel.

Noch nicht alle Fragen geklärt

SpVgg Altenerding: Heilmaier rechnete mit „zahlreichen Verlegungen“

  • vonRedaktion Erding
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Ein erhöhtes Infektionsgeschehen könnte zu vermehrten Unregelmäßigkeiten im Spielbetrieb kommen. Darin sieht auch der Chef der SpVgg Altenerding eine Gefahr.

Altenerding – Kurz vor dem Re-Start im Amateurfußball hat der Bayerische Fußballverband (BFV) seine Vereine über den aktuellen Stand informiert. „Der Gesundheitsschutz aller Beteiligten steht an erster Stelle“ – diese Maßgabe des BFV spiegelt sich in der Spielordnung wieder. Für die Vereine gibt es deutliche Erleichterungen.

Ein Verbandsspiel ist abzusetzen, wenn bei einem Spieler eine Covid19-Erkrankung diagnostiziert wurde oder er aufgrund behördlicher Anordnung unter Quarantäne gestellt wurde. Neu ist, dass selbst bei Krankheitssymptome, die aufgrund eines fehlenden Testergebnisses noch nicht nachgewiesen sind, Spiele abgesagt werden können. Sollte für ein ganzes Team eine Quarantänepflicht auferlegt werden, darf das nächste Spiel frühestes vier Tage nach Ende der Quarantäne angesetzt werden.

Spiele womöglich auf neutralem Platz

Um mögliche Spielabsagen zu minimieren, hat sich der BFV bei behördlichen Sperren von Sportanlagen die Möglichkeit offen gehalten, die Spiele sofort auf einen neutralen oder auch auf des Gegners Platz zu verlegen. Die gleiche Vorgehensweise ist bei einem regionalen Lockdown möglich, wenn dieser nur einen Teil einer Spielgruppe betrifft.

Altenerdings Fußballchef Andreas Heilmaier empfindet die Regelungen als sinnvoll, hat aber Bedenken, dass dadurch der Spielbetrieb wie geplant über die Bühne geht. „Für mich steht außer Frage, dass schon bei Verdachtsfällen Spiele abgesagt werden sollen. Aber es wäre realitätsfremd, wenn wir glauben, dass die 4500 Vereine in Bayern nicht in irgendeiner Weise mit dem Virus in Berührung kommen. Deshalb gehe ich von zahlreichen Verlegungen oder Ausfällen aus.“

Spielordnung kann geändert werden

Der BFV ist sich wohl dieser Gefahr bewusst und hat bei Spielwertungen Sonderregelungen getroffen. Das Sportgericht hat die Möglichkeit, bei Nichtantritt aufgrund von zu wenigen Spielern von einer Wertung abzusehen, und kann dieses Spiel neu ansetzen. Ferner wurde die Spielordnung so geändert, dass Vereine nach drei verschuldeten Spielausfällen nicht mehr ganz unten anfangen müssen, sondern in die nächsttiefere Spielklasse absteigen.

Im Spielbetrieb kommen auf die Vereine neue Aufgaben hinzu, etwa die Kontaktdatenerfassung der Zuschauer. Derzeit ist noch offen, ob die Staatsregierung den BFV-Vorschlag, dass sowohl 200 Steh- als auch Sitzplätze zugelassen werden, genehmigt.

Duschen-Frage ungeklärt

Ebenfalls ist noch die Nutzung der Duschen in Klärung, da man die bislang geforderten Trennwände bei Mehrplatzduschen gerne vermeiden würde. Der BFV erklärt, man habe dem Innenminister dargelegt, dass die Duschen nur unter Einhaltung der Mindestabstände genutzt werden, sodass die Trennwände aus Sicht des Fußballverbands nicht nötig sind. Ob das die Regierung auch so sieht, wird die nächste Kabinettssitzung zeigen.

Ob überhaupt Duschen und Kabinen zur Verfügung stehen, hängt von den Gegebenheiten bei den Vereinen ab. In der aktuellen Situation ist dies auch nicht erforderlich, aber der Schiedsrichter sowie das Gästeteam müssen mindestens drei Tage vor dem Spiel über diesen Umstand informiert werden.

Damit die Vereine nach der langen Pause wieder vermehrt Einnahmen durch Eintrittsgelder generieren, sind die Freikarten für Schiedsrichter und Funktionäre auf maximal zehn Freitickets pro Spiel gedeckelt. (anh)

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