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Hadil Larbaoui wurde wie schon zwei Tage zuvor auch in der zweiten Partie gegen die Schweiz eingewechselt. Sie durfte im Sturm ran. Bei der SpVgg Altenerding spielt sie bei den U 15-Buben in der Abwehr.

Bei der SpVgg in der Abwehr, beim DFB im Sturm

Altenerdings Larbaoui debütiert für DFB-U15

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  • Andreas Heilmaier - freier Mitarbeiter
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Die vergangene Woche wird Hadil Larbaoui wohl nicht so schnell vergessen: Die 14-jährige Abwehrspielerin der SpVgg Altenerding wurde erstmals in das Aufgebot der deutschen U 15-Juniorinnen-Nationalmannschaft berufen.

VON ANDREAS HEILMAIER
UND DIETER PRIGLMEIR

Altenerding – Bettina Wiegmann, Weltmeisterin von 2003 und 154-fache Nationalspielerin, trainiert dieses Team und wechselte die Realschülerin bei beiden Spielen gegen die Schweiz ein. Jeweils 20 Minuten durfte sie im Sturm ran.

Für die SpVgg Altenerding ist es nach der Poingerin Annika Wohner, die inzwischen nach Landshut gewechselt ist, innerhalb von zwei Jahren die zweite Spielerin, die es in die Nationalmannschaft gebracht hat. Für Larbaoui kam es etwas überraschend, denn als sie einst zur Sichtung eingeladen wurde, musste sie verletztungsbedingt absagen. Ihre Spiele beim Länderpokal für die Bayernauswahl hatten die DFB-Fachleute aber auch ohne Sichtung überzeugt.

Bereits drei Tage vor der ersten Partie war Larbaoui nach Sonthofen gereist. Sie sei schon sehr aufgeregt gewesen, gestand die zweikampfstarke und sehr disziplinierte Fußballerin. Nur wenige Mitspielerinnen waren ihr vertraut, denn neben ihr standen nur noch drei weitere Akteure aus der Bayernauswahl im Kader. „Aber alle waren total nett“, erzählt sie von der Stimmung im 22 Spielerinnen großen Kader.

Nach einem Testspiel gegen die Sonthofener U 15-Jungs am Montag wurde es schließlich zwei Tage später ernst. „Das läuft hier schon wie bei den Großen“, staunte auch Hadils Mutter Heidi. „Es gibt Einlaufkinder und die Hymnen, und die Mannschaft fährt mit dem Teambus vor.“ Und ihre Tochter meinte: „Es war ein geiles Gefühl, als ich dann am Mittwoch in der zweiten Halbzeit gegen die Schweiz eingewechselt wurde. Das werde ich wohl nie mehr vergessen“, erinnert sich die frischgebackene Nationalspielerin an ihr DFB-Debüt DFB. Der 6:0-Sieg rundete diesen unvergesslichen Tag für Larbaoui ab. Bei den Jungs gehe es zwar körperbetonter zu, aber die Länderspiele hätten schon ein ganz besonderes Niveau, meint die Erdingerin. Wenn die Besten eines Landes zusammentreffen, dann ist das noch alles „intensiver und schneller“, sagt die 14-Jährige.

Für Klaus Peter, der die frischgebackene Nationalspielerin in Altenerding trainiert, kommt die Berufung seiner Abwehrexpertin keinesfalls überraschend. „Hadil hat sich im Laufe der letzten eineinhalb Jahre super entwickelt. Sie ist leichtfüßig unterwegs, hat eine klasse Technik und ist zudem im Zweikampf sehr bissig geworden. Man merkt keinen Unterschied zu den gleichaltrigen Jungs. Außerdem ist sie unheimlich ehrgeizig und fleißig. Sie hat bei mir zusätzlich die Laufschule gebucht und absolviert dabei auch ein separates Schnelligkeitstraining.“

Seit drei Jahren schnürt sich Larbaoui die Schuhe für die Veilchen. Zuvor war sie in der E-Jugend des FC Erding und bei der JFG Sempt Erding aktiv, aber den Wechsel sieht sie als richtigen Schritt an. „Ich will so lange wie möglich bei den Jungs spielen, denn das schnellere und auch körperbetonte Spiel in der Bezirksoberliga ist gut für meine Entwicklung“, erklärt sie den Grund, warum sie Angebote von Mädchenmannschaften bislang nicht annahm. Neben dem FC Bayern habe sich auch der Bundesligist FF USV Jena um sie bemüht. „Vielleicht bin ich Jena beim Länderpokal aufgefallen. Der Landesverband Thüringen war nämlich dort auch vertreten.“

Nach ihrem zweiten Länderspiel, dem 1:0-Erfolg gegen die Schweiz, kann Larbaoui zunächst mal etwas durchschnaufen, doch noch heuer steht das Länderspiel in Belgien an, und die Jungnationalspielerin hofft, „dass ich dazu wieder eingeladen werde. Denn es ist sehr schönes Gefühl, die Hymne zu hören und den Adler auf der Brust zu tragen“. Aber bis dahin stehen bei ihrem Heimatverein noch wichtige Punktspiele auf dem Programm, und „da will ich weiterhin richtig Gas geben“.

Dass ihre Tochter jetzt abheben könnte, da macht sich Heidi Larbaoui keine Sorgen. Auch wenn sie jetzt mit dem DFB-Bus chauffiert wurde, „wird sie sich daheim weiter auf ihr Radl schwingen und in die Schule fahren“.

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