Er kann es auch laut: Matthias Kurz – damals noch im Trikot des FC Erding – ist nun Spielertrainer der SpVgg Eichenkofen.
+
Er kann es auch laut: Matthias Kurz – damals noch im Trikot des FC Erding – ist nun Spielertrainer der SpVgg Eichenkofen.

Ex-Coach Anderl Faltermaier ergänzt das neue Trainerteam

SpVgg Eichenkofen: Matthias Kurz wird neuer Spielertrainer

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
    schließen

Matthias Kurz wird zur kommenden Saison Spielertrainer bei der SpVgg Eichenkofen. Der neue Coach hat sich gleich ambitionierte sportliche Ziele gesetzt.

Eichenkofen – Matthias Kurz wird Spielertrainer der SpVgg Eichenkofen. Unterstützt wird er von Anderl Faltermaier, der einst die SpVgg als Spielertrainer zum Topteam der Kreisklasse gemacht und bis zum Lockdown die A-Jugend gecoacht hat. Er soll sich vor allem um die Zweite kümmern.

SpVgg Eichenkofen: Neu-Trainer Matthias Kurz bringt viel Erfahrung mit - „Habe wirklich alles mitgemacht“

Nach vier Jahren beim FC Erding sei es Zeit, was Neues auszuprobieren, sagt Kurz. Er ist erst 28 Jahre alt, doch als Fußballer hat er schon einiges erlebt. Von seinem Heimatverein FSV Steinkirchen war er Anfang 2017 in die Semptstadt gekommen und übernahm die zweite Mannschaft in der A-Klasse, wurde ein Jahr darauf spielender Co-Trainer in der Bezirksliga und kehrte wieder zur Reserve zurück, mit der er den Wiederaufstieg in die A-Klasse schaffte. „Auf- und Abstieg – ich habe in Erding wirklich alles mitgemacht“, sagt Kurz.

Speziell der Zusammenhalt in der Zweiten habe ihn immer beeindruckt, erzählt Kurz. „Deshalb verlasse ich Erding auch mit einem weinenden Auge, die Jungs sind wirklich super.“ Außerdem werde er den FCE-Verantwortlichen immer dafür dankbar sein, dass sie ihm überhaupt die Chance gegeben haben, so jung schon eine Mannschaft zu führen.

SpVgg Eichenkofen: Spielertrainer Matthias Kurz mit ambitionierten sportlichen Zielen

Jetzt freue er sich aber auf seine neue Aufgabe in Eichenkofen. Die SpVgg schätzt er als einen Club ein, der seinem Heimatverein FSV Steinkirchen stark ähnle: „Es geht darum, den Zusammenhalt zu fördern und Spaß am Fußball zu vermitteln.“ Wichtig sei die Integration der jungen Spieler. „Anderl Faltermaier bringt aus der A-Jugend zwölf junge Burschen mit rauf. Es ist wichtig, dass wir sie gleich einbinden.“

Sportlich habe er sich einiges vorgenommen. „Das obere Drittel in der A-Klasse“ müsse schon der Anspruch der SpVgg Eichenkofen sein. Seine eigene Rolle auf dem Platz sieht Kurz wie in Erding im zentralen Mittelfeld „oder da, wo ich eben gerade gebraucht werde. Ich bin da relativ flexibel“, sagt Kurz. Weniger kulant sei er allerdings in Sachen Disziplin: „Bei mir gibt’s keine Unpünktlichkeit und keine Ausreden.“

Sportlicher Leiter Markus Lex erwartet Steigerung - „War von den Spielern enttäuscht“

Der Sportliche Leiter Markus Lex nimmt dann auch gleich schon mal die Mannschaft in die Pflicht: „Vom Potenzial hatten wir auch in den vergangenen Jahren durchaus die Kreisklasse drauf. Da war ich schon von den Spielern etwas enttäuscht.“ Schließlich habe er mit Ilker Yildiz einen „Supertrainer mit Landesliga-Erfahrung“ geholt. Er sei damals stolz auf die Verpflichtung gewesen. „Ich habe richtig gekämpft um ihn.“ Das Training und habe auch super gepasst, betont Lex. „Er ist ein prima Typ, aber Ilker ist es als Spieler mit seinem Niveau nicht gewohnt, dass nur eine Handvoll der Leute zweimal die Woche ins Training kommt.“

Yildiz räumt ein, dass ihn das schon oft geärgert habe. „Ich habe mich mit allen sehr gut verstanden, aber das war schon schwierig. Du planst deine Übungen, dann kommt eine Absage nach der anderen. Und auf dem Platz fehlen dann nochmal zwei.“ Mangels Alternativen im kleinen Kader habe er dennoch Leute aufstellen müssen, die nicht im Training waren.

SpVgg Eichenkofen: Ex-Trainer Ilker Yildiz auf Suche nach neuem Verein

Trotzdem hätte er gern noch ein Jahr drangehängt, betont Yildiz. „Ich wollte das hier noch zu Ende bringen. Diese Coronarunde – das war doch nichts.“ Außerdem wurme ihn seine Verletzungsmisere. „Leider war Ilker oft verletzt und deshalb nie richtig fit. Deswegen konnte er uns auf dem Platz nicht so helfen wie gewünscht“, sagt auch Lex.

„Ich hatte vorher nie große Probleme. Dann kam ich nach Eichenkofen, und es ging los“, ärgert sich Yildiz. Fußballmüde sei er aber noch lange nicht. Wenn die Rahmenbedingungen passen, werde er wieder einen Verein übernehmen. Zwei Angebote – beide übrigens nicht aus dem Kreis Erding – habe er sich bereits angehört.

Bei der SpVgg beginnt nun die Ära Kurz. Schon vor drei Jahren hatte es die ersten Kontakte gegeben. „Wir haben gesehen, wie gut er mit den jungen Spielern in Erding zurechtkommt, aber damals wollte er noch als Co-Trainer unter Fabian Aupperle in der Bezirksliga lernen“, erzählt Lex. In Erding habe Kurz mit der Zweiten sehr viel bewegt. „Matthias ist ein anderer Typ von Trainer, dem auch die Geselligkeit im Team sehr wichtig ist. Es würde mich freuen, wenn das funktioniert. Ich will nicht wieder Achter oder Neunter werden“, betont Lex.

Zuversichtlich mache ihn, dass dank der Spieler aus der Jugend eine gewisse Breite im Kader entstehe. „Da stoßen Leute in den Herrenbereich, die darauf brennen, zu spielen.“ Man sei nicht mehr auf Spieler angewiesen, die sich selten im Training blicken lassen. Gerade wegen der jungen Spielern sei auch die Rückkehr von Faltermaier wichtig. „Die neue Altersregelung ist Fluch und Segen zugleich“, meint Lex. „Wir bekommen jetzt sehr viele Spieler hinzu, aber für den Herrenbereich sind sie schon noch sehr jung. Umso wichtiger ist es, dass ihnen da der Anderl hilft.“

(Dieter Priglmeir)

Auch interessant

Kommentare