Halten die Leistungsgruppe zusammen: Julia Reiter (l.) und Liesa Pfort kümmern sich um ihre Tänzerinnen. 
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Halten die Leistungsgruppe zusammen: Julia Reiter (l.) und Liesa Pfort kümmern sich um ihre Tänzerinnen. 

Die „Starlights“ des SV Zustorf

Langsam entsteht eine Choreografie

Julia Reiter gab gleich von der ersten Minute an Vollgas.

Langenpreising – Online-Training der Leistungsgruppe der Showtanzformation „Starlights“ unter dem Dach des SV Zustorf war angesagt. Pünktlich hatten sich 13 Tänzerinnen daheim vor ihren Notebooks aufgebaut.

Die Übungsleiterin begann mit Dehnungsübungen, ein wenig Krafttraining, Muskelaufbau, bevor die berufsbedingt verspätete Co-Trainerin Liesa Pfort dazu kam und die Gruppe zum Kern des Trainings übergehen konnte: Schrittetraining, Armarbeit, und das Ganze in der Gruppe. Pfort übernahm dabei die Aufgabe, sich sehr genau und kritisch anzuschauen, ob die Mädels vor ihren Geräten auch alles richtig machen.

Reiter machte die Übungen vor: „In den rechten Spagat rutschen!“ Und schwupps, waren etliche der Mädchen nicht mehr zu sehen: Sie hatten ihre Kameras zu hoch eingestellt. Die Trainerin verlangte ihren Schützlingen einiges ab: „Mit der Schulter jetzt auf den Boden!“

Online-Training ist prinzipiell eine feine Sache, aber die Schwächen zeigten sich auch: Alle hatten nämlich ihre Mikrofone ausgeschaltet, und so kam sich Reiter zeitweise ziemlich einsam vor ihrem Computer vor. „Ihr dürft auch gerne mit mir reden“, rief sie – die Reaktionen waren eher spärlich.

Die 13 Tanzsportlerinnen bekamen immer wieder genau die Zählweise zu hören, die allen Showtänzern ins Blut übergehen muss: „Fünf, sechs, sieben, acht!“ Pfort lobte: „Doch, das nimmt Gestalt an.“ Die beiden Trainerinnen erwiesen sich als wahre Perfektionisten: „Ok., noch einmal für die Sandra!“ Oder auch: „Nochmal langsam, das Tempo!“ Es zeigte sich aber auch, dass manches langsam schlechter geht als schnell, einfach weil dann zu wenig Schwung in der der Sache ist. Und immer wieder „Fünf, sechs, sieben, acht!“ Selbst Vortänzerin Reiter kam nach und nach ins Schnaufen. Auch für sie war das eine echte Konzentrationsleistung, aber sie lohnte sich: Langsam baute sich eine regelrechte Choreografie auf, und die Co-Trainerin wurde immer zufriedener: „Ja doch, das war jetzt schön synchron.“

Der Aufbau der Trainingseinheit entsprach dem, was auch beim normalen Training gemacht wird. Reiter und ihr Team aber tun noch einiges darüber hinaus, versuchen, auch jene Altersgruppe einzubinden, die mit Online-Training nicht so gut zurecht kommen: Sie drehen kleine Videos mit Aufgaben für die jungen Tänzerinnen, und so erreichen sie tatsächlich etwa 60 Aktive. „Das macht denen richtig Spaß“, analysierte Reiter. Sie tut viel, um ihre Truppe beisammen zu halten und hat zusammen mit ihren Mitstreiterinnen an Fasching stundenlang über 60 Tüten mit kleinen Geschenken persönlich ausgefahren – auch sehr zur Freude des Vereinsvorsitzenden Josef Buchner, der froh ist über das Engagement des Trainerteams. 

Klaus Kuhn

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