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Kaum aufzuhalten: Stefan Lex (l.) im Zweikampf mit Hendrik Zuck vom 1. FC Kaiserslautern. Der 30-jährige Eittinger erzielte den Ausgleich.

Fußball

Stefan Lex: Der Geisterspiel-Torjäger

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Stefan Lex hält seine Löwen im Aufstiegsrennen – Er bedauert die leeren Ränge

EittingUnd wieder hat er zugeschlagen. Beim 1:1 der Münchner Löwen gegen den 1. FC Kaiserslautern erzielte Stefan Lex am Mittwochabend seinen sechsten Saisontreffer. Es war der Ausgleich und Endstand – auf dem Betzenberg, der einst Deutschlands heißester Hexenkessel war. Corona machte aus der Partie ein Geisterspiel.

Eine seltsame Situation auch für den 30-jährigen Eittinger. Dass die Partie vor leeren Rängen stattfand, bedauert Lex. „Das Stadion ist sehr schön. Letztes Jahr haben wir dort noch vor 40 000 Zuschauern gespielt.“ So wird Lex auf der Homepage des TSV 1860 München zitiert. Öffentliche Interviews wollen die Löwen in der heißen Phase der Saison nicht.

Lex analysiert auf der Homepage das Lautern-Spiel: „Sicher war es für uns kein Nachteil, dass keine Fans da waren. Dementsprechend hat man gesehen, dass es für Kaiserslautern kein Vorteil war. Wenn jemand wie eine Heimmannschaft gespielt hat, dann waren es wir.“

Zwei Punkte verloren, vielleicht sogar ein Rückschlag? So weit will der Eittinger nicht gehen, denn dafür war die Mannschaft spielerisch viel zu stark, und man sollte auch nicht zu gierig sein. Erst einmal zeigte sich Lex froh, „dass wir weiter ungeschlagen sind“. Wenn Lautern in der ersten Halbzeit einen ihrer Konter besser fährt, wären die Löwen sogar 0:2 hinten gewesen. Dann wäre es schwer geworden.

Aber irgendwie wurmt Lex das Remis schon: „Ich glaube trotzdem, dass wir das Spiel hätten gewinnen können. In meinen Augen waren wir klar die bessere Mannschaft. Wir hatten die eine oder andere Chance, um das zweite Tor zu machen. Leider ist uns das nicht gelungen, trotzdem überwiegt das Positive.“

Schließlich habe man gegen eine Mannschaft Unentschieden gespielt, „die noch vor einem halben Jahr vom Niveau eigentlich über uns angesiedelt worden war. Wir haben Lautern weitgehend dominiert, waren von unserer Anlage drückend überlegen, hatten sehr viel Ballbesitz und alles unter Kontrolle.“ Das sei eine Spielweise, an die die Mannschaft auch in Zukunft anknüpfen soll, so sein Rat.

Der Eittinger zeigt sich erfreut über die Entwicklung, die die Löwen genommen haben. Er ist sich sicher: „Wenn wir so weiterspielen, werden wir noch lange oben dabei sein. Ich zahle gerne drei Euro ins Phrasenschwein, aber abgerechnet wird zum Schluss. Wir müssen schauen, dass wir weiter konstant punkten, am besten natürlich gewinnen.“

Jetzt gelte die Konzentration der Partie am Samstag zu Hause gegen die Würzburger Kickers. „Wenn wir wieder einen Dreier holen, dann liegen wir mit dem Punkteschnitt im grünen Bereich.“

Wie ist das denn so im Grünwalder Stadion ohne Fans? Dass er seine Tore lieber mit 15 000 bejubelt – aus dieser Emotionalität hat Lex nie einen Hehl gemacht. Aber er und sein Team fühlen sich bereit für das nächste Geisterspiel. Zweimal hatten die Löwen noch vor dem Re-Start Elf-gegen-Elf unter Wettkampfbedingungen getestet – einmal sogar im Stadion, damit sich das Team die Atmosphäre gewöhnt. Weil keine Anfeuerungen von außen kommen, müsse sich das Team selber noch mehr pushen. Das war die Ansage, und das hat dann auch gegen den MSV Duisburg geklappt, als die Löwen aus dem 0:2-Rückstand noch ein 3:2 machten.

Stellt sich die Frage der Fragen: Reicht’s für den Aufstieg? Stefan Lex hat das schon x-mal beanworten müssen. Gern gibt er dazu erst einmal eine theoretische Antwort: „Wenn wir nach dem 38. Spieltag unter den ersten Zwei sind, ja. Wenn wir Dritter sind, müssten wir in die Relegation.“ Er sagt das immer mit einem gewissen Schmunzeln und fügt dann ernsthaft hinzu: „Es ist so eng in dieser Liga. Wenn du zweimal hintereinander verlierst, bist du Zehnter, mit zwei Siegen bist du ganz vorn dabei. Wir wollen so lange wie möglich vorn mitmischen. Wir hoffen, dass wir uns so gut vorbereitet haben, dass wir bis zum Schluss noch den richtigen Punch haben.“

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