+
Klaus Stichlmayer ist Trainer in Eichenried. Foto:   

Kreisklasse: Die Mannschaft der Stunde

SV Eichenried: „Gegen die Vorderen tun wir uns leichter“

  • schließen

Nach den Überraschungen zuletzt fragen wir nicht ganz  unberechtigt: Zittert der SV Buch schon?

Eichenried – Es ist schon eine verrückte Saison, die der SV Eichenried heuer spielt. Der Kreisliga-Absteiger startete mit einer 0:8-Schlappe in Oberding und einer 1:5-Niederlage gegen Moosinning 2. Es folgten – mit einer Ausnahme – durchwachsene Leistungen und schließlich zwei 4:3-Siege bei Titelanwärtern. Ist der Knoten jetzt geplatzt? „Es sind alles nur Episoden“, analysiert Trainer klaus Stichelmayer sachlich. „Es kann auch wieder umschlagen.“

Nach den ersten vier Saisonspielen hatte der SV Eichenried einen mageren Punkt auf dem Konto, bei einem Torverhältnis von 3:18. „Es ist schon heftig, wenn du am Anfang gleich mal drei, vier richtige Klatschen kriegst, da hinterfragst du alles“, erinnert sich der 49-Jährige. „Aber wir hatten am Anfang auch viel Verletzungspech.“ So habe er in der ersten Partie gleich acht Stammspieler setzen müssen. Dazu sei auch gekommen: „Ich als neuer Trainer hatte andere Vorstellungen wie mein Vorgänger, dazu kamen einige neue Spieler, und da dauert es halt mal eine Zeit lang, bis die Zahnradl greifen.“ Er als Coach müsse der Mannschaft auch Zeit geben, sich auf ihn einzustellen. „Die Spieler müssen verstehen, was der Trainer will.“

Nach einem sensationellen 8:1-Kantersieg gegen Rot-Weiß Klettham fiel die Mannschaft zunächst wieder ins alte Fahrwasser zurück und kassierte drei Niederlagen gegen Forstern (1:3), Aspis Taufkirchen (1:3) und – was besonders weh tat – gegen den VfB Hallbergmoos-Goldach 2 (1:2). Damit war Eichenried Vorletzter. Was dann aber passierte, hätten wohl die kühnsten Optimisten nicht erwartet: Der SVE gewann gegen Moosen und in Hohenpolding 4:3 – das sind zwei Titelaspiranten.

„Alle Spieler sind jetzt wieder da, und sie verstehen, was ich will“, fasst Stichelmayer zusammen. „Aber sie haben auch erkannt, dass es ohne Wille und Einsatzfreude nicht geht. Handauflegen des Trainers hilft da nichts.“ Natürlich sei bei den 4:3-Siegen auch Glück dabeigewesen, bekennt der Eichenrieder Trainer, aber letztlich seien die Erfolge für ihn nicht wirklich überraschend gekommen.

„Es ist doch das Schönste, wenn du unten drinstehst und gegen einen Topfavoriten spielst“, betont er. „Wenn du locker aufspielst und ihnen den Wind aus den Segeln nimmst, dann packst du auch mal so einen.“ Was ihn außerdem optimistisch gemacht hatte: „Der Spaß im Training war wieder da, und es war richtig schön, mit der Mannschaft zu arbeiten.“ Sie habe zwar immer gut gearbeitet, auch in schwierigen Zeiten, wisse jetzt aber, was er wolle. „Und auch die Laufwege werden immer besser“. Es habe sich ein richtiges Team entwickelt, aus dem er auch keinen herausheben möchte. Auch nicht Wolfgang Föhringer, der zuletzt beim 4:3 in Hohenpolding alle vier Tore geschossen hatte. „Ich will nicht, dass dann alle nur vom Wolfi sprechen und sagen ,Boah, der Föhringer hat einen Viererpack gemacht’. Das schafft er nicht allein. Er braucht seine Kollegen, die ihn anspielen.“ Stichelmayer stellt klar: „Jeder gibt sein Bestes.“

Ganz wichtig sei auch gewesen, „dass der Verein immer an uns geglaubt hat“. Das habe Sicherheit gegeben. Und was jetzt gerade abgeht, sei ein Selbstläufer. „Je mehr Siege du einfährst, umso mehr Selbstvertrauen bekommst du“, weiß der SVE-Trainer. Der nächste Prüfstein sei jetzt der SV Buch – „auch eine Mannschaft, die vorne steht“. Nach den jüngsten Leistungen seiner Truppe „habe ich keine Bedenken, dass wir auch gegen Buch einen Dreier holen, denn gegen die Vorderen tun wir uns leichter“.

In der kritischen Startphase der Saison sei ihm auch seine langjährige Erfahrung zugute gekommen. „Es ist völlig klar: Wenn du eine Mannschaft neu zusammenstellst, wird es immer Leistungsschwankungen geben.“ Deshalb habe er sich von den anfänglichen Misserfolgen auch nicht beunruhigen lassen. Ihm sei auch klar, dass der derzeitige Höhenflug „nur eine Momentaufnahme ist“. Aber er weiß mittlerweile auch: „Du musst ruhig bleiben, dann kommst du aus kritischen Situationen auch wieder raus.“

Gegen Buch soll der
nächste Dreier her

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hannes Behm vom FC Finsing: „Waren am Anfang der Saison sehr verunsichert“
Hannes Behm und der FC Finsing stecken im Abstiegskampf. Im Interview spricht er über die schwierige Saison und seinen Wechsel nach Finsing.
Hannes Behm vom FC Finsing: „Waren am Anfang der Saison sehr verunsichert“
Der TSV St. Wolfang sichert sich seit langem mal wieder einen Punkt
Nach einer Reihe von Niederlage konnten die Damen aus Sankt Wolfgang gegen den SV Dornach mal endlich wieder einen Punkt einfahren. 
Der TSV St. Wolfang sichert sich seit langem mal wieder einen Punkt
FC Erding: Beim Signal-Iduna-Cup überzeugen auswärtige Teams
Spannende Spiele lockten zahlreich Zuschauer nach Erding. Auch, wenn die Ergebnisse der jungen Erdinger nicht immer stimmten war der Signal-Iduna-Cup ein voller Erfolg.
FC Erding: Beim Signal-Iduna-Cup überzeugen auswärtige Teams
Ein Dank an die treuen FSVler
Bei der JHV des FSV Steinkirchen wurden vier Mitglieder für ihre 50-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt.
Ein Dank an die treuen FSVler

Kommentare