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„Wir haben nie vom Aufstieg geredet“: Eichenried nimmt Punkteflaute gelassen

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Von: Wolfgang Krzizok

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Reißt die Mannschaft mit: Michael Kopp (l.) ist eine Führungspersönlichkeit beim SV Eichenried auf und neben dem Platz.
Reißt die Mannschaft mit: Michael Kopp (l.) ist eine Führungspersönlichkeit beim SV Eichenried auf und neben dem Platz. © Christian Riedel

Der SV Eichenried war gut in die Spielzeit gekommen. Doch seit der ersten Niederlage fehlt die Konstanz. Kein Problem für Fußballchef Stefan Huber.

Eichenried – Der Saisonstart des SV Eichenried war überragend. Von den ersten neun Spielen wurden acht gewonnen, einmal gab es ein Remis. Dann aber folgte eine 0:1-Niederlage im Derby gegen den FC Moosinning 2, und seitdem stottert der SVE-Motor ein wenig, denn aus den folgenden vier Begegnungen gab es lediglich vier von zwölf möglichen Zählern. Dennoch liegt Eichenried auf Platz zwei.

Für die beiden Namenskollegen, den Vorsitzenden Stefan Huber und Trainer Stefan Huber, ist die Entwicklung kein Grund zur Besorgnis. „Wir haben nie vom Aufstieg geredet“, schickt der SVE-Chef voraus. „Wir hatten einen riesigen Umbruch vor der Saison, und so wie wir jetzt dastehen, damit bin ich sehr zufrieden.“ Für den Trainer haben die jüngsten Punktverluste „keinen bestimmten Grund, sondern sie sind die Summe von vielen kleinen Fehlern“.

Vor der Saison habe er viel verändert, berichtet Trainer Stefan Huber. „Ich habe den Spielern gesagt, wer erfolgreich sein will, der muss Opfer bringen, und wer die meisten Opfer bringt, steht am Schluss ganz oben.“ Er habe das System umgestellt und eine andere Spielkultur reingebracht. Rund 50 Trainingseinheiten habe seine Truppe mittlerweile absolviert. Die Trainingsbeteiligung sei stets hoch, „und die Jungs hauen sich immer voll rein, aber irgendwann sind die Jungs am Limit – und der Druck wird immer größer“. Noch dazu, wenn man dann vorne steht, „und ein Unentschieden wie eine Niederlage zählt“.

Der Vorsitzende verweist auch noch auf das Verletzungspech, ausgerechnet vor dem Derby gegen Moosinning, „also uns die Innenverteidiger ausgefallen sind, unsere zwei Sechser in die Innenverteidigung rücken mussten und damit das Mannschaftsgefüge durcheinandergebracht wurde“. Er lobt aber auch den Gegner: „Moosinning war an diesem Tag mehr auf Derby eingestellt.“ Moosen hatte eine Woche später beim 4:1-Erfolg „einen Sahnetag, vor allem der Galler, der aus zwei Chancen zwei Tore gemacht hat“. Den folgenden 4:0-Erfolg gegen Schlusslicht Buch wolle er nicht überbewerten und auch nicht despektierlich sein, „aber die waren mausetot“. Beim 1:1 gegen Hohenpolding habe der SVE „eine überragende erste Halbzeit gespielt“, erzählt Vorsitzender Stefan Huber, aber man sei letztlich am Torwart verzweifelt. Sein Trainer stimmt ihm da zu: „Ich habe schon in vielen Ligen gespielt, aber sowas habe ich noch nie gesehen – allein wie der vier Dinger aus dem Kreuzeck geholt hat.“ Bei der 0:2-Niederlage gegen Oberding habe man schließlich Lehrgeld bezahlt, sei in tödliche Konter gelaufen. „Man muss den Jungs auch Fehler verzeihen, viele junge Spieler sind vom Kopf her noch nicht soweit, um mit solchen Situationen umzugehen“, sagt der Trainer, und der Vorsitzende pflichtet ihm bei: „Einige sind halt noch grün hinter den Ohren, sind eine solche Belastung halt noch nicht gewohnt und machen sich zu viele Gedanken.“ Und der Coach ergänzt: „Wir haben viele Spieler Ende 20, Anfang 30 und viele sehr junge Spieler.“

Umso wichtiger sei in den Augen von SVE-Chef Stefan Huber ein Mann wie Stefan Kopp, der vom FC Neufahrn gekommen ist, und der mit Trainer Stefan Huber schon in Hallbergmoos zusammengespielt hat. „Er hat sich super in die Mannschaft eingefügt, ist ein Leader auf dem Spielfeld und auch neben dem Platz“, schwärmt der Vorsitzende. „Und er radelt oft als Letzter von den Mannschaftssitzungen heim“, fügt er grinsend an. Der Trainer ergänzt: „Ich wusste ja, wen wir da bekommen. Für die jungen Spieler brauchst du so einen wie den Koppi.“ Ansonsten wolle er keinen seiner Akteure herausheben, im Gegensatz zum SVE-Chef, den besonders die Entwicklung von Korbinian Lommer freut, der mit sechs Treffern derzeit bester Torschütze beim SV Eichenried ist. „Wir haben gewusst, dass er eine Granate ist, und mit ihm werden wir noch viel Spaß haben“, glaubt er.

Aber nicht nur auf dem Platz haben die Eichenrieder – trotz des kleinen Zwischentiefs – ihren Spaß. „Auch unsere Fans sind einfach der Wahnsinn“, schwärmt der Trainer. „Die feuern uns an und tragen die Jungs förmlich“, sagt er. „Wir haben einen Schnitt von 200 Zuschauern bei unseren Heimspielen, das hat mancher Bezirksligist nicht.“

Die beiden Stefan Hubers sehen dem restlichen Saisonverlauf auf alle Fälle sehr entspannt entgegen. „Am Anfang war die Lernkurve bei der Mannschaft sehr groß, aber mittlerweile wird es sehr detailliert, und das dauert halt, bis es so umgesetzt werden kann, wie ich es mir vorstelle“, erklärt der Trainer. Daher seien die jüngsten Punktverluste auch „kein Einbruch, sondern ein Teil unseres Prozesses“. Und auch der Vorsitzende ist sehr zufrieden, wenngleich er nach einer anstrengenden ersten Saisonhälfte zugibt: „Ich freue mich auf die Winterpause“ – und lachend anfügt: „Ich kann mit einem Grinsen im Gesicht einschlafen und mich in den Winterschlaf begeben.“

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