Meisterliche Eintracht: Mit 15 Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage marschierten die Berglerner Buben durch die A-Klasse 7. Das Bild zeigt die Mannschaft nach dem 4:1-Sieg über Verfolger FC Langengeisling 2.
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Meisterliche Eintracht: Mit 15 Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage marschierten die Berglerner Buben durch die A-Klasse 7. Das Bild zeigt die Mannschaft nach dem 4:1-Sieg über Verfolger FC Langengeisling 2.

SVE mit klarem Vorsprung Meister der A-Klasse 7

SV Eintracht Berglern: Die Schlüssel zur Meisterschaft

  • Dieter Priglmeir
    VonDieter Priglmeir
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Der SV Eintracht Berglern ist mit großem Vorsprung Meister der A-Klasse 7. Wegen des Saisonabbruchs kann der SVE seinen Titel nicht auf dem Rasen feiern.

Berglern – Meilenweit war der SV Eintracht Berglern der Konkurrenz voraus, hatte die direkten Duelle gewonnen, stellte den torhungrigsten Sturm und die stabilste Abwehr der A-Klasse 7. Mit 15 Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage wurde der SVE Meister. Der einzige, aber dicke Wermutstropfen: Die Berglerner hätten die Saison gern zu Ende gespielt und nicht vom Saisonabbruch profitiert.

Bei einem Vorsprung von 13 Zählern auf den Tabellenzweiten steht aber auch für die Konkurrenz außer Frage, dass Meistertitel und Aufstieg hochverdient waren. Aber wer und was steckt hinter dem Erfolg? Markus Huber, Verteidiger mit fast allen Einsatzminuten, hat uns dazu einiges verraten.

Eine hochverdiente Meisterschaft. Es war sehr beeindruckend, wie erfolgreich und konstant die Eintracht diese Saison gespielt hat. Als größte Stärke sehe ich die mannschaftliche Geschlossenheit und die Breite des Kaders.

Robert Lex, Spielertrainer der SG Reichenkirchen.

Die Rituale

Die gleiche Playlist vor und nach dem Spiel in der Kabine. Zuständig dafür ist Michael Bauer, der zum Aufwärmen einen gepflegten Hardrock einspielt. Und dann wäre da noch Scooter. „Allein die Vorfreude auf ,Always Hardcore‘, das bei Siegen gemeinsam in der Kabine zelebriert wurde, half bei Torabschlüssen und Tacklings“, weiß Bauer.
Das richtige Herz ist aus Lebkuchen und hat Franceso Murgia vom Erdinger Herbstfest 2019 mitgebracht. Verziert mit dem Schriftzug „SVE Berglern“ begleitete es das Team bei jedem Spiel.

Wir werden die hitzigen, jedoch immer fairen Derbys vermissen, besonders die Nächte nach den Spielen. Wir wünschen Berglern viel Erfolg in der Kreisklasse.

Dominik Dorsch, Spielertrainer des SV Zustorf.

Zauberwasser: „Vor jedem Spiel haben einige auf das wunderbringende Wasser des Schuhwaschplatzes geschworen und die Quelle nochmals berührt“, verrät Huber. Überwiegend die Jungen, also Michael Faltermaier, Thomas Schmid, Basti Herrmann und Francesco Murgia, hätten daraus Kraft geschöpft und wundern sich. Huber: „Die Anerkennung als Heilbrunnen durch den Vatikan steht aber noch aus.“
Zaubermedizin: Eher ein Ding für die Älteren, die auf Wärmesalben und Franzbranntwein schwören. „Das hält die Muskeln frisch und macht die Kabine zum Geruchserlebnis“, wirbt Huber, der wie auch Andreas Bauer so die Wadln auf Betriebstemperatur bringt. „Und unser Kapitän Andreas Bauer reibt sich mit Drachenblut ein.“

Die Spieler

Der Berglerner Schwur: „Keiner bekommt Geld, die Mannschaft rekrutiert sich aus Berglernern“, sagt Huber. Der einzige Neuzugang sei Sebastian Hermann gewesen – auch ein Berglerner, der zuvor beim FC Erding spielte. Huber: „Vor der Saison haben wir uns ohne Trainer und Verantwortliche getroffen und darauf eingeschworen, dieses Jahr mal wirklich zu versuchen, das immer wieder aufblitzende Potenzial tatsächlich auszuschöpfen.“ Wie das in der Praxis aussah? „Jeder zog im Training mit, keine Alkoholexzesse vor Spielen, keine Urlaube während der Saison, und die Alten blendeten schmerzende Rücken, Knie und Sprunggelenke aus.“ Darauf habe sich ein „unglaublicher Teamspirit“ entwickelt. „Die Eintracht hat ihren Vereinsnamen tatsächlich wieder zum Programm gemacht.“ Und Party habe es letztlich auch nicht weniger gegeben als früher, nur eben nach dem Spiel. Huber meint grinsend: „Leistungseinbrüche waren deshalb erst am Montag bei den Arbeitgebern der Spieler zu spüren.“

Bei Berglern freut es mich besonders für meinen alten Freund und Weggefährten Nino Filippetti, der dort hervorragende Arbeit leistet und ein starkes Team geformt hat. Berglern hat auch das Potenzial, in der Kreisklasse eine gute Rolle zu spielen; da sind gute Jungs dabei.

Wolfgang Lang, Abteilungsleiter des FC Schwaig.

Bunte Vielfalt: „Jung, alt, dick, dünn, schnell, groß, klein, kraftvoll, technisch beschlagen – die Mischung macht’s“, sagt Huber. Und der Mix sei auch hochwertig gewesen. „Wir haben die Ausfälle kompensiert, da ein Kader von 18 beinahe gleichwertigen Spielern dem Trainer zur Verfügung stand.“

52 Mal durften die SVE-Kicker in dieser Marathonsaison über Tore jubeln.

Der Libero im Kasten: Torwart Bauer könnte laut Huber auch in der Landesliga bestehen. „Er leitet die Spielzüge mit ein, steht 20 bis 30 Meter vor dem Tor und lässt auch mal einen Gegenspieler aussteigen, wenn es sein muss“, sagt Huber. Bauer ließ kein Spiel aus. Selbst als er morgens um 6 Uhr aus Tschechien zurückkam, stand er nachmittags gegen Eichenkofen im Tor.

Charakterköpfe: Der SVE präsentiert sich als Einheit. Die einzelnen Mitglieder haben dennoch ihre Eigenheiten, die das Team erst richtig bunt machen. Da wären Fabian Taubmann (Huber: „Er läuft für zwei – „mindestens“), Manuel Meier („Liebling der Schiris, er meckert ganz gern“), Max Falkenberg („Er schreit am lautesten)“, Michael Faltermaier („Unser Gott beim direkten Freistoß“) oder Simon Bauer („Unser Sniper – ein Scharfschütze, der diesmal kurioserweise kein Tor erzielt, sich aber für die Mannschaft aufgeopfert hat“). Nicht minder wichtig: Maximilian Scheckenhofer („Unser junges Defensivtalent“), Wolfi Fischer („Unser Quotenkönig: elf Einsätze, fünf Tore“), Simon Eibl („War früher unser Chancentod, das hat er längst abgelegt“) und der zuverlässige Elfmeterexperte Basti Herrmann, der erst gegen Zustorf seine weiße Weste verloren hat.

Mich freut es total, weil man sieht, was ein eingeschworener Haufen erreichen kann – mit Einsatz, Fleiß und sehr guter Kameradschaft. Das gibt es leider nur noch bei ganz wenigen Vereinen. Ich finde es nur schade für die Berglerner, dass sie es nicht so feiern können wie sie es wirklich verdient hätten – und auch wunderbar können. Ich werde es nie vergessen, wie die damals spontan zu unserer Aufstiegsfeier kamen.

Markus Lex, Sportlicher Leiter der SpVgg Eichenkofen.

Der Torjäger: Huber kann sich an ein Spiel erinnern, als Thomas Schmid den Schiedsrichter bereits nach 20 Minuten um eine Trinkpause bat. „Inzwischen ist er so fit, der läuft ganz spontan mal einen Halbmarathon.“ Doch Thomas Schmid weiß nicht nur, wo ein Marathontor steht: Mit 14 Treffern führt er die interne Torschützenliste an.

Der Dauerbrenner: Das ist, wie eingangs erwähnt, Markus Huber. Er war so oft im Einsatz, da kam selbst der Verband beim Zählen nicht mehr mit. Er gesteht grinsend: „Ich bin dreimal kurz vor Schluss ausgewechselt worden. Für die 100 Prozent aller Einsatzminuten fehlt mir eigentlich eine Viertelstunde, aber das hat der BFV übersehen.“

Am Spielfeldrand

Vater des Erfolgs ist Trainer Nino Filippetti.

Der Trainer: Als Retter in höchster Not geholt, machte Nino Filippetti eine, von einem Extrainer „untrainierbarer Haufen“ genannte Mannschaft vom Schlusslicht zum Tabellenführer. Huber erinnert an die Saison 17/18, als der SVE nur dank einer Aufholjagd dem Absturz in die B-Klasse entkam. „Es brauchte eine Saison, um sich zu finden und den Jungs wieder Selbstvertrauen einzuimpfen.“ Diesen Verdienst darf sich der Coach zuschreiben.
Der Co-Trainer: Seit der Winterpause 19/20 ist Marcus Balbach mit dabei und für die Kondition zuständig. Huber: „Er bereichert das Team als Spieler mit seiner Erfahrung und Einsatz.“
Der Medizinmann: Tobi Venus „hat so manchen Spieler mit Massagen vor den Matches fit bekommen“, beschreibt Huber den Mann mit dem Eisspray und seinen „wunderheilenden Händen“.

Gratulation an Berglern zum Aufstieg in die Kreisklasse. Die Mannschaft hat die Saison in der A-Klasse dominiert und den Aufstieg absolut verdient.

Samir Merdanovic, Trainer des FC Langengeisling 2.

Die sportliche Leitung um Franz Knittler „ermöglicht uns beste Trainingsbedingungen. Dessen Sohn Markus und Daniel Helmecke legten lange zuvor den Grundstein für den Erfolg“, sagt Huber. Die beiden waren es, die einen gewissen Nino Filippetti als Trainer verpflichteten. Seit 2020 ist Stefan Zott Fußballleiter – und wurde gleich Meister, toller Einstand.
Die Fans: Die Dauerkartenbesitzer und Allesfahrer – allen voran Edelfan Anton „Löwe“ Burger (seit Jahrzehnten immer dabei) – unterstützten ihr Team. Sie dürften selten so zufrieden gewesen sein wie heuer.

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