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SV Walpertskirchen: Heilmeiers Handschrift führt zum Aufstieg

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Von: Wolfgang Krzizok

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Ein verschworener Haufen: Kreisklassen-Meister und Aufsteiger SV Walpertskirchen. Nächste Saison in der Kreisliga spielen (hinten, v. l.) Tommi May, Florian Lurz, Philip Weber, Franz Maier, Martin Deutinger, Max Büchlmann, Robert Dormeier, Andreas Stangl, Louis Schwarz, Luca Fellermeier, Sebastian Schönberger, Trainer Sepp Heilmeier, (vorne, v. l.) Michael Mayr, Thomas Hötscher, Benedikt Schuler, Florian Rauch, Thomas Pfanzelt, Stefan Hanebauer, Michael Gartner, Florian Baumann sowie (nicht auf dem Foto) Michael Königsmark und Robert Jovanovic. 
Ein verschworener Haufen: Kreisklassen-Meister und Aufsteiger SV Walpertskirchen. Nächste Saison in der Kreisliga spielen (hinten, v. l.) Tommi May, Florian Lurz, Philip Weber, Franz Maier, Martin Deutinger, Max Büchlmann, Robert Dormeier, Andreas Stangl, Louis Schwarz, Luca Fellermeier, Sebastian Schönberger, Trainer Sepp Heilmeier, (vorne, v. l.) Michael Mayr, Thomas Hötscher, Benedikt Schuler, Florian Rauch, Thomas Pfanzelt, Stefan Hanebauer, Michael Gartner, Florian Baumann sowie (nicht auf dem Foto) Michael Königsmark und Robert Jovanovic.  © SVW/ARCHIVFOTOS: RIEDEL (2), DFI

Wegen des Saisonabbruchs können die besten Teams ihre Titel nicht auf dem Rasen feiern. Umso mehr wollen wir Sie würdigen: Heute folgt der Meister der Kreisklasse 4.

Walpertskirchen – Was war das für ein Saisonfinale in der Kreisklasse 4. Lange hatte der SC Moosen die Nase vorn, wurde aber am letzten Spieltag vom SV Walpertskirchen abgefangen. Entscheidend war, dass Moosen in den letzten vier Spielen nach dem Re-Start nur vier Punkte geholt hat, Walpertskirchen dagegen zehn – das war’s.

Die Konkurrenz gratuliert dem Meister und Aufsteiger in die Kreisliga (siehe unten) – und wir stellen das Erfolgsteam vor:

Das Umfeld

Die Abteilungsleitung: „Lässt uns in Ruhe arbeiten, liest uns jeden Wunsch von den Lippen ab und macht, was machbar ist“, sagt Trainer Sepp Heilmeier.

Das Mädchen für alles: Max Maier ist Platzwart, Mannschaftskoch, Stadionsprecher und vieles mehr. „Kurzum: Wenn wir was brauchen, dann ist der Max immer da“, lobt Heilmeier. „Für solche Leute läuft man auch gerne einen Schritt mehr.“

Der Iceman: Martin Stangl ist Betreuer, Medizinmann und Talisman. „Er muss manchmal unter mir leiden. Wenn was nicht hinhaut, kann es sein, dass ich schon mal eine Trinkflasche kaputt mache“, gesteht Trainer Heilmeier. „Dann schimpft er mich natürlich. Aber ich hab mich immer wieder bei ihm einschmeicheln können.“

Die Torwarttrainer: Zuerst Markus Bongers, der aber aus privaten Gründen aufhören musste, und seit dem Re-Start Steve Hötscher, bringen die Keeper in Form.

Das kurze Kurz-Trainingslager: Geplant war ein viertägiges Tschechien-Wochenende. Am Anreisetag wurden zwei Einheiten absolviert, abends erfuhr die Mannschaft, dass wegen Corona am nächsten Tag die Grenzen dicht gemacht werden, und packt ihre Sachen. Nach nur zehn Stunden Aufenthalt ging’s wieder heim.

Die Mannschaft

Das Känguru: Torwart Thomas Pfanzelt hat eine unglaubliche Sprungkraft. „Er hält uns auch manchmal auf Trab, wenn er wieder einen seiner Radenkovic-Gedächtnisausflüge macht“, meint Coach Heilmeier. „Bis jetzt ist ihm aber noch nie was passiert, das sieht man an der Gegentoranzahl.

Die Ersatzkeeper: Flo Lurz und Lukas Weinhuber machen Pfanzelt in jedem Training Druck.

Der Kabinen-DJ: Michi Gartner sorgt vor und nach den Spielen für Stimmung. Außerdem ist er bester Scorer mit 15 Toren und 16 Assists.

Die Partymacher: Max Büchlmann und Louis Schwarz sind beim Organisieren von Festen und auf dem Feld immer vorne mit dabei.

Der Staubsaugervertreter: Martin Deutinger, weil er unglaublich hartnäckig ist. Wenn ein Spieler glaubt, er ist an ihm vorbei, schon ist er wieder da.

Das Knie der Nation: Kapitän Tom Hötscher hat fast die ganze Saison mit einer Reizung im Knie gespielt. „Er hat für den Erfolg seine Gesundheit riskiert und hatte immer nach dem Spiel Schmerzen gehabt“, erzählt Heilmeier.

Die Comebacker: Stefan Hannebauer und Mike Königsmark kamen nach Kreuzbandrissen zurück.

Der Routinier: Ex-Spielertrainer Robert Jovanovic hat wegen seines Hausbaus nur zehnmal spielen können.

Aufstiegshelden der ersten Generation: Robert Dormeier, Andi Stangl und Franzi Maier haben mit ihrer Erfahrung die Jungen an die Hand genommen.

Kaiser Franz: Sebastian Schönberger „kann dich mit seinen 35 Jahren jederzeit in einer Telefonzelle oder auf dem Bierdeckel schwindlig spielen“, weiß Heilmeier.

Die Kampfsau: Tommi May wollte in seiner letzten Saison unbedingt aufsteigen. Ging als Leader voraus und hat als Einziger alle Spieler über 90 Minuten gemacht.

Die Rakete: Luca Fellermeier wurde meist als Joker eingesetzt und machte 15 Saisontore. „Unvergessen das Spiel in Hohenpolding, wo er nach seiner Einwechslung innerhalb von 29 Minuten fünfmal getroffen hat“, schwärmt sein Trainer,

Der absolute Leader: Flo Baumann ist in jedem Training da. Elf Tore und sechs Vorlagen sagen alles.

Das Ausdauer-Tier: „Philip Weber geht vormittags auf den Berggipfel rauf, nachmittags spielt er Fußball und steht immer noch da wie ein Einser“, sagt Heilmeier.

Der Fußball-Experte: Es gibt keine Statistik und keinen Spieler in Europa, die Flo Rauch nicht kennt.

Die Zweite: Sie ist als Vizemeister der B-Klasse 6 in die A-Klasse aufgestiegen, mit Coach Thomas Geiger, der immer wieder Spieler wie Josef Göss und Michael Maier an die Erste ausgeliehen hat.

Der Pechvogel: Benedikt Schuler hat sich erst die Schulter ausgekugelt und dann einen Bündelriss zugezogen. So blieb es bei zwei Kurzeinsätzen.

Der Trainer

„Sepp Heilmeier ist eine unglaubliche Schmatzhaubn. Er kann über ein Thema, das normalerweise in zwei Minuten durch ist, eine halbe Stunde philosophieren“, erzählt Michi Gartner lachend. „Vor dem Training, wenn alle nur noch kicken wollen, braucht er 20 Minuten, kündigt er donnerstags eine kurze Spielersitzung an, sind wir froh, wenn es in einer Dreiviertelstunde vorbei ist – und da redet nur er.“ Gartner lobt Heilmeiers Einfühlungsvermögen. „Er behandelt jeden so, wie wenn er sein eigenes Kind wäre, und man kann immer mit ihm reden. Er lebt für Walpertskirchen, und das spürt man einfach.“ Als der Aufstieg feststand, „hat er durchaus ein paar Tränen purzeln lassen“. Er ist aber auch „ein kleiner Giftzwerg an der Seitenlinie“. Gartner schwört: „Wir lieben ihn alle. Von unserer Seite würde jeder alles für ihn tun.“ Unglaublich seien auch Heilmeiers Motivationsreden. „Das ist der Wahnsinn, was der für Sprüche und Vergleiche raushaut. Er ist der geilste Motivator, den ich kenne.“ Beispiel gefällig? „Wenn eure Gegner heute Abend die Augen schließen, dann sollen sie eure Gesichter sehen und Angst kriegen.“ Oder: „Ihr seid wie ein Hurrikan. Man weiß, er wird irgendwann auf Land treffen und kann trotzdem nicht verhindern, dass er alles niederwalzt.“ (Wolfgang Krzizok)

Die Abschlusstabelle der Kreisklasse Donau/Isar 4:

1. SV Walpertskirchen 19 59:21 2.21

2. SC Moosen 19 42:23 2.16

3. FC Hohenpolding 19 72:38 1.95

4. FC Moosinning II 19 55:30 1.74

5. FC Forstern 19 58:41 1.68

6. TSV Aspis Taufkirchen 19 38:42 1.53

7. SV Buch 19 29:35 1.42

8. SV Eichenried 19 54:57 1.37

9. FC Hörgersdorf 19 38:49 1.26

10. Rot-Weiß Klettham 19 40:53 1.26

11. TuS Oberding 19 41:38 1.10

12. FC Finsing II 19 34:46 1.00

13. Hallbergmoos-Goldach II 19 29:54 0.79

14. FC Türk Gücü Erding 19 21:83 0.26

Der SV Walpertskirchen steigt mit einem Punktquotienten von 2,21 nach 19 Spielen in die Kreisklasse auf. In die A-Klasse steigen der VfB Hallbergmoos-Goldach II und der FC Türkgücü Erding ab.

Die besten Torjäger der Kreisklasse Donau/Isar 4:

Platz Tore 1. Julian Schaumaier (TSV Aspis Taufkirchen) 23 2. Thomas Bachmaier (FC Hohenpolding) 21 3. Daniele Eibl (FC Hohenpolding) 19 4. Andreas Freiwald (FC Forstern) 18 4. Maximilian Nitzl (FC Hohenpolding) 18 6. Luca Fellermeier (SV Walpertskirchen) 15 6. Michael Gartner (SV Walpertskirchen) 15 8. Sezer Güler (SV Eichenried) 13 9. Christoph Kollmannsberger (Moosinning II) 12 10. Maximilian Bauer (SC Moosen) 11 10. Florian Baumann (SV Walpertskirchen) 11 12. Dominic Fumelli (SV Buch) 10 12. Tobias Paulus (RW Klettham) 10 14. Christian Fußstetter (FC Forstern) 9 14. Andreas Galler (SC Moosen) 9 14. Maximilian Henneberger (FC Moosinning II) 9 14. Alexander Hofmeister (FC Moosinning II) 9 14. Ante Starcevic (TuS Oberding) 9 19. Stefan Erl (FC Moosinning II) 8 19. Wolfgang Föhringer (SV Eichenried) 8 19. Lukasz Wojciechowski (FC Finsing II) 8 22. Thomas Greckl (RW Klettham) 7 22. Florian Henneberger (SV Eichenried) 7 22. Johannes Körbl (SC Moosen) 7 22. Patrick Lommer (SV Eichenried) 7 22. Martin Vorsamer (FC Hörgersdorf) 7 27. Christoph Greckl (RW Klettham) 6 27. Simon Haberl (FC Forstern) 6 27. Alexander Huber (FC Finsing II) 6 27. Andreas Stangl (SV Walpertskirchen) 6 27. Sebastian Stemmer (TuS Oberding) 6 

Torschütze vom Dienst: Michael Gartner (l.) bejubelt einen von insgesamt acht Walpertskirchener Treffern beim 8:2-Sieg gegen Hohenpolding. 
Torschütze vom Dienst: Michael Gartner (l.) bejubelt einen von insgesamt acht Walpertskirchener Treffern beim 8:2-Sieg gegen Hohenpolding.  © SVW/ARCHIVFOTOS: RIEDEL (2), DFI
Strenger Beobachter: Meistertrainer Sepp Heilmeier kann an der Seitenlinie auch mal richtig grantig werden.
Strenger Beobachter: Meistertrainer Sepp Heilmeier kann an der Seitenlinie auch mal richtig grantig werden. © SVW/ARCHIVFOTOS: RIEDEL (2), DFI
Voller Einsatz: Im Spiel zwischen Moosen (gelb) und Walpertskirchen wird Florian Baumann von Bernhard Holbl gestoppt
Voller Einsatz: Im Spiel zwischen Moosen (gelb) und Walpertskirchen wird Florian Baumann von Bernhard Holbl gestoppt © SVW/ARCHIVFOTOS: RIEDEL (2), DFI

SV Walpertskirchen: Die Konkurrenz gratuliert zum Aufstieg

Für mich der verdiente Aufsteiger, auch wenn Moosen lange Zeit Tabellenführer war und wir Moosen am letzten Spieltag gestürzt haben. Walpertskirchen war in den beiden Spielen gegen uns der stärkste Gegner und die einzige Mannschaft, gegen die wir zweimal verloren haben. Und von dem her finde ich, dass die stärkste Mannschaft auch aufgestiegen ist.“ Benedikt Thumbs, Trainer FC Moosinning 2

„Unterm Strich verdient, mit nur einer Niederlage in der ganzen Saison. Sie haben sehr konstant gespielt und wären sicher auch ohne Lockdown oben geblieben, da bin ich mir ganz sicher. Das war einfach die beste Mannschaftin dieser Liga. Ich glaube, dass sie die Kreisliga halten werden. Ein gutes, eingespieltes Team.“ Albert Bowinzki, Pressesprecher FC Forstern

„Ganz besonders freut es mich für Trainer Sepp Heilmeier. Seitdem er das Sagen an der Seitenlinie hat, geht es wieder voran beim SVW. Ich sehe realistische Chancen sich in der Kreisliga zu halten und zeitnah auch zu etablieren.“ Patrick Tischer, Fußballabteilungsleiter Rot-Weiß Klettham 

„Ich finde es super toll, wie sich Walpertskirchen in den letzten Jahren Schrittfür Schritt entwickelt hat und am Ende verdient oben gewesen ist. Ich wünsch den Jungs und dem Trainerteam viel Glück, und genug Derbys haben sie ja auch in der neuen Liga. Spannend wird’s auf jeden Fall.“ Benji Tas, Trainer FC Türkgücü Erding

„Es war eine enge Kiste. Ich hätte es auch dem SC Moosen gegönnt, freue mich aber besonders für Seppe Heilmeier und seinen SV. Der Seppe hat über die letzten Jahre eine super Mannschaft geformt, die auf und neben dem Platz absolut harmoniert hat und ein geiler Haufen ist. Das brauchst Du, um Erfolg zu haben, und darum haben sie es sich auch verdient, in die Kreisligaaufzusteigen.Wirwerden die packenden Duelle gegen die Gelb-Schwarzen in der Kreisklasse vermissen.“ Tobias Huber, Fußballabteilungsleiter TuS Oberding

„Ich möchte dem SV Walpertskirchen und meinem ehemaligen MitspielerJosef Heilmaier gratulieren. Es war ein knappes Rennen mit dem SC Moosen, sodass es sicherlich beide verdient gehabt hätten, nächstes Jahr in der nächst höheren Liga anzutreten. Ich bin gespannt auf die vielen Derbys in der Kreisliga und hoffe, das sich endlich wieder was rührt.“ Martin Grasser, Ex-Trainer FC Hörgersdorf

„Walpertskirchen hat sich den Aufstieg verdient. Sie hatten einen guten und großen Kader, mit dem sie konstante Ergebnisse eingefahren haben. Wenn sie in der Kreisliga auch so auftreten wie gegen uns, dann bin ich mir sicher, dass sie dort bestehen werden. Da hatten sie nämlich einen Sahnetag erwischt, und wir sind ordentlich vermöbelt worden. Von daher sind wir ganz froh, dass wir nicht mehr nach Walpertskirchen müssen. Aber Spaß beiseite: Wir wünschen dem SVW weiterhin sportlichen Erfolg – jetzt in der Kreisliga.“ Thomas Bachmaier, Spielertrainer FC Hohenpolding

„Unserem Nachbarverein die herzlichsten Glückwünsche zum Aufstieg. Und viel Erfolg in der Kreisliga.“ Robert Augustin, Fußballabteilungsleiter SV Buch

„Wir gratulieren Walpertskirchen zur Meisterschaft und wünsche eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison. Ich hoffe natürlich, dass wir uns nächstes Jahr in der Kreisliga wiedersehen.“ Stefan Huber, Vorsitzender SV Eichenried

„Für mich hatte Walpertskirchen die kompakteste Mannschaft. Sie sind immer geschlossen aufgetreten und haben solide gewirkt. Was Trainer Sepp Heilmeier macht, hat Hand und Fuß. Den Mix aus alten und jungen Spielern zu finden, ist in der Mannschaft hervorragend gelungen. Daher sind sie in meinen Augen im Endeffekt – auch wenn es natürlich für Moosen bitter ist – verdient aufgestiegen. Der SV Walpertskirchen hat über die kompletten Spiele konstante Leistungen abgerufen.“ Leo Balderanos, Spielertrainer TSV Aspis Taufkirchen

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