Theresa Eder: „Das Gehalt sollte im Frauenfußball angepasst werden“
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Theresa Eder: „Das Gehalt sollte im Frauenfußball angepasst werden“

Stürmerin des Regionalligisten FC Forstern im Interview

Theresa Eder: „Robert Lewandowski ist mein Vorbild“

Theresa Eder kennt beides-den Männerfußball sowie den Frauenfußball. Bis zur C-Jugend spielte sie noch bei ihrem Bruder im Team. Heute ist sie die Top-Stürmerin des FC Forstern.

  • Theresa Eder ist der Top-Scorer des FC Forstern
  • Robert Lewandowski und Pernille Hader sind ihre Idole
  • Die Stürmerin ist der Meinung, dass der Frauenfußball auf einem guten Weg ist

Das Jahr 2020 ist für den Frauenfußball ein besonderes Jahr. Genau vor 50 Jahren endete offiziell das Verbot des Frauenfußballs in Deutschland. Seitdem hat sich einiges getan. Der Frauenfußball gewinnt immer mehr an Popularität und immer mehr Fußballvereine entscheiden sich dafür, eine Frauenmannschaft zu etablieren - so auch der FC Forstern. Die Frauenmannschaft des Klubs spielt in der Frauen-Regionalliga Süd. Ihr Top-Scorer ist Theresa Eder. Die 22-Jährige spielt eine überragende Saison - 13 Tore und drei Assists hat sie bereits auf dem Konto. Im Interview spricht sie über ihre starke Saison, den Frauenfußball im Vergleich zum Männerfußball und die Entwicklung des Frauenfußballs. Zudem verrät sie, wie es früher als einziges Mädchen in einer Jungs-Liga war.

Theresa Eder über ihre starke Saison

Ich habe mich mittlerweile gut in der Mannschaft eingelebt und kenne alle besser. Somit ist es logisch, dass es auch auf dem Feld besser harmoniert. Die Mannschaft hat sich allgemein inzwischen mehr an das Niveau der Liga gewöhnt und wir schießen auch viel mehr Tore als in der letzten Saison.

Theresa Eder ist heiß auf den Abstiegskampf in der Rückrunde

Theresa Eder über den Abstiegskampf

Diese Saison steigen ganze fünf Mannschaften ab. Das sind vergleichsweise ziemlich viele. Nach der Corona-Pause kehren allerdings einige Verletzte zurück und vor der Pause hatten wir auch eine gute Vorbereitung am Gardasee. Beim ersten Punktspiel konnten wir zudem auch einen Punkt ergattern. Der Abstand nach oben ist auch nur gering. All das gibt uns Hoffnung für die Rückrunde und ich bin mir sicher wir können das schaffen. Auch Flo, unser neuer Co-Trainer, bringt neue Ideen und Variationen mit, die uns beflügeln.

Theresa Eder über die Corona-Pause

Einen strikten Trainingsplan, an den man sich halten muss, haben wir nicht. Bei uns ist jeder selbst dafür verantwortlich, dass er sich fit hält. Wir haben von unserer Athletik-Trainerin allerdings Trainingspläne bekommen und es gibt eine App, die uns hilft. Ich selber gehe viel draußen laufen und mache auch Intervall-Läufe auf dem Laufband. Das kombiniere ich oft mit bestimmten Workouts. Unser Garten wird auch ausgenutzt. Dort spiele ich mit meiner Familie viel Fußball-Tennis. Zum Glück sind die fußballbegeistert (lacht). 

„Der Fußball ist für mich alles und der FC Forstern war eine riesige Chance“

Theresa Eder über ihren Wechsel zum FC Forstern

Ich habe damals mit TuS Bad Aibling in der Liga von Forstern gespielt. Somit kannte man sich schon. Als die dann aufgestiegen sind und einen Stürmer gesucht haben, war das eine riesige Chance für mich. Ich hätte es auch bereut, wenn ich es nicht wenigstens ausprobiert hätte. Für mich war der Fußball damals alles und ist es auch heute noch. Deswegen ist es logisch, dass man auch höher spielen will.

Theresa Eder über die Zukunft

Der Fokus liegt vorerst auf dieser Saison. Wir wollen auf keinen Fall absteigen. Danach kann man dann weiter schauen. Prinzipiell bin ich offen für alles, aber solange ich mit Forstern in der Regionalliga spiele, bin ich auch zufrieden. 

„Lewandowski und Hader sind meine Idole“

Theresa Eder über ihre Lieblings-Fußballspieler

Ich bin ein großer FC Bayern München Fan. Da ist vor allem Robert Lewandowski für mich ein Vorbild. Alleine, was er in dieser Saison leistet, ist unmenschlich. An ihm kann man sich als Stürmer orientieren. Beim Frauenfußball ist es Pernille Hader vom VFL Wolfsburg. Wir hatten damals im DFB Pokal auch ein Spiel gegen die Wölfe und da ist sie besonders heraus gestochen. Sie wechselt immer zwischen der Zehn und dem Sturmzentrum. Genau das mache ich auch.

Theresa Eder über den Unterschied zwischen Frauen- und Männerfußball

Allein die von der Athletik her unterscheiden sich Männer und Frauen extrem. Die Genetik von Männern ist mehr für den Fußball gemacht, als die von Frauen. Auch in der Geschwindigkeit gibt es zwischen dem Männer- und Frauenfußball enorme Unterschiede. Natürlich ist auch die Bezahlung und das Gehalt beim Männerfußball viel höher. Der Frauenfußball ist zwar etwas anderes als der Männerfußball, aber es interessieren sich auch für diesen viele Leute.

Für Theresa ist der Frauenfußball auf dem richtigen Weg

Theresa Eder über die Entwicklung des Frauenfußballs

Der Frauenfußball ist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Es gibt viel mehr Mannschaften und es scheint auch so, als wäre mehr Interesse da. Allein bei unserem Spiel gegen den VfL Wolfsburg waren über 2000 Zuschauer da. Auch die Karten waren relativ schnell ausverkauft. Es wäre nur schön, wenn es auch bei uns im Umfeld mehr Mannschaften geben würde. Die Auswärtsfahrten sind wirklich lang. 

Theresa Eder über den besonderen Reiz des Frauenfußballs

Ich habe auch mal bei den Jungs gespielt und es ist einfach ganz anders, wenn du um dich herum nur Frauen hast. Ich freue mich einfach, dass ich Fußball spielen kann und finde es gut, dass es den Frauenfußball gibt.

„Ich war das einzige Mädchen der Liga“

Theresa Eder über ihre Vergangenheit in einem Jungs-Team

Ich war tatsächlich damals bis zur C-Jugend das einzige Mädchen in der Mannschaft. Wahrscheinlich war ich sogar das einzige Mädchen in der Liga. Es war für mich allerdings damals nicht schlimm. Das waren alles meine Freunde und mein Bruder war auch in meinen Team. Der konnte mich dann zusätzlich beschützen. Bis zur C-Jugend konnte ich auch fußballerisch gut mithalten. Die Zeit hat mich auch zu der Spielerin gemacht, die ich heute bin. Durch das spielen in einem Jungen-Team lernst du einfach enorm viel und entwickelst dich super weiter.

Theresa Eder über die Zukunft des Frauenfußballs

Hoffentlich entwickelt sich der Frauenfußball auch weiterhin so gut wie bisher. Man sollte nur eventuell die Gehälter etwas anpassen. Es ist immerhin viel Zeit, die man in den Fußball investiert. Dann ist es blöd, wenn man nebenbei noch einen Nebenjob braucht, um über die Runden zu kommen. Es wäre auch toll, wenn sich mehr Frauen dazu entscheiden den Trainerschein zu machen. Ich selber habe das auch vor.

Text: Florentin Reif

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