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Kreisklassen-Runde: Die Spielertrainer (ab 2. v. l.) Thomas Bachmaier (FC Hohenpolding), Maxi Bauer (SC Moosen) und Leo nidas Balderanos (TSV Aspis Taufkirchen) im Gespräch mit Sportchef Dieter Priglmeir (l.) und Redakteur Wolfgang Krzizok.

Thomas Bachmaier, Maxi Bauer und Leo Balderanos im Interview

Bauer: „Schwierig sind die Abseitsentscheidungen“

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Was haben Lehrer Thomas „Bache“ Bachmaier (30), Himolla-Angestellter Leonidas „Leo“ Balderanos (24) und Wirtschaftsingenieur Maximilian „Maxi“ Bauer (26) gemeinsam? Die drei sind erstmals in ihrer Fußballer-Laufbahn als Spielertrainer in der Kreisklasse tätig.

Bachmaier mit Aufsteiger FC Hohenpolding und Bauer mit dem SC Moosen haben einen perfekten Start erwischt mit zwei Siegen aus zwei Spielen. Balderanos dagegen musste mit dem TSV Aspis Taufkirchen zwei Niederlagen einstecken. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählen sie von ihren ersten Erfahrungen in der für sie neuen Spielklasse und was sie sich erhoffen.

Wie seid Ihr zu dem Job als Spielertrainer gekommen?

Balderanos: Eigentlich hatte ich dem TSV Dorfen als Spieler für eine weitere Saison zugesagt. Da kam das Angebot von meinem Heimatverein und ich habe mir gedacht: Ich probier‘s. Dankenswerterweise haben die Dorfener Verantwortlichen einem Wechsel zugestimmt. Danke dafür. Ich habe mich dann mit jungen Spielertrainern wie dem Bache und dem Costa (Konstantinos Papantoniou vom FSV Steinkirchen; d. Red.) ausgetauscht und auch mit erfahrenen Trainer wie Anton Lechner, die mir Tipps gegeben haben.
Bauer: Regionalliga in Buchbach war bei mir aus Zeitgründen einfach nicht mehr möglich, und so musste eine Entscheidung her. Als das bekannt wurde, haben bei mir zahlreiche Vereine angerufen, von der Bayernliga bis zur A-Klasse. Ich wollte aber meinem Heimatverein was Gutes tun, und so war ich mich mit den Moosener Verantwortlichen schnell einig. Hier ist es sehr familiär, und es macht total Spaß – bis auf den Diebstahl am vergangenen Dienstag, als bei uns Geld aus der Kabine geklaut wurde. Das ist ja echt der Wahnsinn.

Herr Bachmaier, Sie haben ja schon eine Saison Spielertrainer-Erfahrung und sind mit dem FC Hohenpolding aufgestiegen. Wie war Ihr erstes Jahr?

Bachmaier: Es hat einfach alles gepasst. Im Nachhinein kann ich sagen, dass das der perfekte Einstieg für mich als Spielertrainer war. Der Verein bot mir optimale Bedingungen, eine tolle Mannschaft, und es sind wirklich gute Freundschaften entstanden. Ich habe sehr viel dazugelernt und habe wahnsinnig viel Spaß dabei.

Kriegt man als Spielertrainer, der aus einer höheren Liga kommt, mehr ab?

Bachmaier: Ich stelle mich bewusst nicht im Sturm, sondern im zentralen Mittelfeld auf, da man dort nicht ganz so viel auf die Haxn kriegt. Oft gab es ganz offensichtlich die Vorgabe vom gegnerischen Trainer, mich über 90 Minuten in Manndeckung zu nehmen, was natürlich kein Problem ist, das gehört dazu. Dass Gegenspieler bewusst überhart spielen sollen, ist die Ausnahme, kam aber auch schon vor. Damit muss man leben.
Bauer: Natürlich gibt es da Fußballer, die sich gegen einen Spieler, der vorher höherklassig gespielt hat, profilieren wollen und unheimlich motiviert beziehungsweise übermotiviert sind. Manchmal kommen auch blöde Sprüche, um dich zu provozieren, aber das musst du an dir abprallen lassen.
Balderanos: Ich kann da noch nichts dazu sagen, weil ich in dieser Saison erst einmal gespielt habe.

Wie sind Eure Erfahrungen bisher?

Bauer: Bei uns war das Manko trotz der Siege die Chancenauswertung – auch bei mir. Ich hab zwei Tore per Elfmeter gemacht und zwei per Kopf, jetzt muss das erste mit dem Fuß her. Beim 4:1 gegen Aspis und beim 3:2 in Goldach ist es lange unentschieden gestanden. Die Mannschaft hat in beiden Spielen nochmal Gas gegeben und sich aufgerafft. Dass da so ein positives Feedback zurückkommt, das macht Spaß.
Bachmaier: Ich denke, dass ich das bislang gut hingebracht habe. Ich habe an ein paar Stellschrauben bei der taktischen Ausrichtung gedreht und bin überrascht, wie gut es funktioniert hat.

Balderanos: Was für mich der große Vorteil bei Aspis ist, dass ich Griechisch spreche, denn ich habe drei Spieler in der Mannschaft, die nur Griechisch können. Das ist aber auf der anderen Seite schon eine Herausforderung, wenn du mal auf Griechisch und mal auf Deutsch schimpfen musst. Die Charaktere sind auch sehr verschieden. Deutsche sind lauffreudiger, die arbeiten auch nach hinten, den Griechen musst du immer wieder mal in den Arsch treten (lacht).

Beim 1:5 gegen Hohenpolding hatten Sie ja viel zu schimpfen – in zwei Sprachen.

Balderanos: Und ob. Da hat sich kaum einer an die Vorgaben gehalten. Das ist von mir auch recht deutlich angesprochen worden. Leider haben wir in der Offensive nicht die Qualität wie etwa Moosen.

Wie ist Euer Verhältnis zu den Schiedsrichtern?

Bachmaier: Seit ich Spielertrainer bin, kommen die Schiedsrichter meistens auf mich zu – auch schon mal vor dem Spiel. Wir pflegen einen sehr guten Umgang miteinander, den ich als reiner Spieler früher nicht hatte. Auch während des Spiels suchen die Schiris mal das Gespräch. Das finde ich sehr gut. Ich bin dadurch auch viel ruhiger geworden.
Balderanos: Meine Mannschaft hat die Vorgabe, nichts zum Schiedsrichter zu sagen. Daran muss ich mich natürlich auch halten. Ich reiß mich schon zusammen, auch wenn es oft schwerfällt.
Bauer: Ich muss sagen: Respekt vor den Schiedsrichtern, wie die die guten Spieler schützen. Das fällt schon auf. Du kommt auch mal eine klare Ansage, wie: „Hört auf damit, den ständig umzuhauen.“ Was ich krass finde, dass in der Kreisklasse deutlich weniger gegen den Schiedsrichter gesagt wird als in der Regionalliga. Was sich die da alles anhören müssen – da redet jeder Spieler und dazu auch noch die Zuschauer. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Schiris in der Kreisklasse schneller durchgreifen und Karten zeigen. Dann ist meistens Ruhe. Was ich allerdings in der Kreisklasse sehr schwierig finde, sind die Abseitsentscheidungen. Ohne Linienrichter ist das für die Schiedsrichter echt schwer.

Habt Ihr Probleme mit Urlaubern während der Saison?

Bauer: Das kommt allgemein auf die Kadergröße an. Ich habe 36 Leute im Training – wir haben ja drei Mannschaften – und quasi ein Luxusproblem, weil ich jede Position doppelt besetzen kann. Jetzt fahren dann drei Spieler für drei Wochen in die USA. Darüber bin ich nicht glücklich, aber das muss man akzeptieren. Aber ich gebe zu, dass ich das vorher nicht gekannt habe, dass man einfach während der Saison in Urlaub fährt. Aber in den unteren Klassen werden die Prioritäten offenbar etwas anders gesetzt.
Bachmaier:Das ist schon ernüchternd, wenn jedes Wochenende paar Spieler im Urlaub oder auf Hochzeiten sind. Das war in meiner ersten Saison in Hohenpolding noch nicht so extrem. Das muss ich halt zähneknirschend akzeptieren. Im Moment gehen wir personell am Zahnfleisch, und jedes Spiel setzen wir zwei A-Juniorenspieler ein. Verletzen darf sich keiner mehr. In zwei Wochen wird es aber wahrscheinlich besser.
Balderanos: Bei uns ist es extrem. Griechen sind halt jedes Jahr zu dieser Zeit in Urlaub – wie Türken übrigens auch, das sieht man bei Türk Gücü Erding. Das kannst du nicht verhindern und auch keinem verbieten. Ich war ja selbst bis letzte Woche im Urlaub. Allerdings hatte ich den schon gebucht, als ich noch nicht gewusst habe, dass ich Spielertrainer werde. Dann kommen in meiner Mannschaft auch noch Schichtarbeiter dazu. Ich hatte diese Woche nur sieben Mann im Training. Da hast du natürlich auch keinen Konkurrenzkampf und musst das eine oder andere Auge zudrücken. Und dazu hatten wir ausgerechnet eines der schwierigsten Auftaktprogramme mit Moosen, Hohenpolding und jetzt Buch. Nächste Woche sollten wir aber komplett sein.

Verfolgt Ihr die Spiele Eurer Ex-Clubs Dorfen, Buchbach und Taufkirchen?

Balderanos: Klar. Ich habe mir auch die Partie von Dorfen in Baldham angeschaut. Die machen es richtig gut, das einzige Manko ist die Chancenverwertung. Aber die werden sicher wieder eine gute Rolle in der Bezirksliga Ost spielen.
Bauer: Ich verfolge immer, wie Buchbach gespielt hat – mit einem weinenden Auge. Als ich im Fernsehen das Spiel gegen Türkgücü München gesehen habe, habe ich mir gedacht: „Da vorne links, da würdest jetzt du spielen.“ Live bin ich leider noch nicht dazu gekommen, aber das sollte bald mal hinhauen.
Bachmaier: An Taufkirchener Spielen bin ich natürlich interessiert. Ich treffe mich auch regelmäßig mit meinen Spezln von der BSG und freue mich, dass die Mannschaft nach dem Abstieg in der Kreisliga gleich wieder so gut Fuß gefasst hat.

Ist bei Euch in der Arbeit der Fußball ein Thema – und speziell Eure Mannschaft?

Bauer: Logisch. Wir haben viel Kundschaft aus Hohenpolding, Steinkirchen, Taufkirchen und so weiter. Da ist immer ein kurzer Small Talk übers Fußball drin, der dann auch mal eine Stunde dauern kann.
Balderanos: Bei Himolla sind viele Fußballer aus der Umgebung beschäftigt, da wird man permanent angesprochen – und natürlich entsprechend aufgezogen, wenn Aspis verloren hat. Wenn die Frotzeleien allerdings zu stark werden, dann stehe ich auf und gehe.
Bachmaier: Auch bei uns in der Schule wird natürlich gefrotzelt. Wenn zum Beispiel der Rektor im Lehrerzimmer in der Zeitung blättert und grinsend sagt: „Du stehst ja schon wieder drin.“ Wir haben an der Mittelschule Taufkirchen ja unter anderem Schüler aus Hohenpolding. Da merkst du schon, dass da ein gewisser Respekt mitschwingt. Bevor es am Montag mit Unterricht losgeht, sind die Schüler ganz heiß drauf, sich über die Ergebnisse am Wochenende zu unterhalten. Die Kleinen sind da oft ganz lustig.

Am Sonntag steht das nächste Punktspiel an. Was ist drin für Euch?

Balderanos:Buch ist ein richtig starker Gegner mit einer festen Größe im Tor (Spielertrainer Florian Leininger; d. Red.) und guten Einzelspielern. Wir wollen auf alle Fälle selbstbewusst auftreten und punkten. Ich hoffe, dass die Mannschaft nach den letzten enttäuschenden Vorstellungen eine Reaktion zeigt.
Bauer: Moosinning 2 ist die Wundertüte der Liga. Man weiß nie, was, beziehungsweise wer auf einen zukommt. Ich werde mir am Samstag die Moosinninger Erste anschauen, wer da alles spielt, und am Sonntag auf alles gefasst sein.
Bachmaier: Für Hallbergmoos 2 gilt das gleiche wie für Moosinning 2. Ein Vorteil für uns ist, wenn immer wieder Spieler von der Ersten zur Reserve dazustoßen, dass die Mannschaft nicht eingespielt ist. Wir haben ein Heimspiel und werden versuchen, unser Spiel durchzudrücken.

Wo erwartet Ihr Eure Mannschaft am Saisonende und wer ist euer Top-Favorit?

Bachmaier: Ich glaube, wir haben eine richtig gute Mannschaft. Ich habe mir ehrlich gesagt nicht vorgestellt, dass es so gut läuft. Ich hoffe natürlich, dass es so weitergeht. Aber wir brauchen halt auch Glück, und ich hoffe, dass sich die Verletzungen in Grenzen halten. Wenn alle da sind, spielen wir eine gute Rolle, davon bin ich jetzt überzeugt. Favorit ist für mich der TuS Oberding, denn das 8:0 zum Auftakt gegen Eichenried war schon beeindruckend. Moosen ist bestimmt auch vorne mit dabei. Allerdings muss ich gestehen, dass ich wenige Mannschaften kenne. Auf alle Fälle ist es eine interessante Liga.
Bauer: Wir haben eine gute Mannschaft und wollen auf alle Fälle vorne mitspielen. Die Leistung der Mannschaft steigert sich von Spiel zu Spiel. Top-Favorit? Ist schwer zu sagen, ich habe zum Beispiel Walpertskirchen noch nicht spielen sehen. Mein Geheimtipp ist Hohenpolding, wenn sie es konsequent durchziehen.
Balderanos: Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Ich hoffe, dass wir bald in Schwung kommen und ihn so schnell wie möglich schaffen. Hohenpolding ist auf alle Fälle vorne mit dabei. Mein Geheimtipp ist Moosen mit dem Duo Bauer/Hölzlein. Wenn’s pressiert, dann schießen die halt einfach ein Tor. Und die zwei sind so fit, die könnten auch zweimal hintereinander 90 Minuten spielen.

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