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Aleksandro Petrovic: Buchbachs Rekordmann hat noch lange nicht genug

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Unermüdlicher Antreiber: Buchbachs Kapitän und Rekordspieler Aleksandro Petrovic auf dem Platz.
Unermüdlicher Antreiber: Buchbachs Kapitän und Rekordspieler Aleksandro Petrovic auf dem Platz. © Buchholz

Der TSV Buchbach ist eine der Überraschungsmannschaften der Regionalliga Bayern. Kapitän und Rekordspieler Aleksandro Petrovic verlängerte jetzt seinen Vertrag.

Buchbach – Buchbachs Kapitän Aleksandro Petrovic hat seinen Vertrag beim Fußball-Regionalligisten kurz vor der Winterpause bis 2024 verlängert, das neue Arbeitspapier des 33-jährigen Rekordspielers, der seit 2010 das Trikot des Dorfvereins trägt und schon 279 Einsätze in der Regionalliga Bayern auf dem Buckel hat, beinhaltet darüber hinaus eine Option auf ein weiteres Jahr.

„Ich will noch so lange wie möglich spielen und dann die Trainerlaufbahn einschlagen, am liebsten beim TSV“, verrät der Regisseur, der in dieser Saison 21 Mal in der bayerischen Eliteliga aufgelaufen ist und dabei fünf Treffer erzielt hat, im Interview.

Wie haben Sie die bisherige Spielzeit als Ü 30-Spieler mit den vielen Englischen Wochen erlebt?

Die Saison ist schon extrem lang, da wir ja 20 Teams und den Ligapokal im Mai noch zu Ende gespielt haben. Zusammen mit dem Toto-Pokal und den vielen Englischen Wochen hat es sich schon sehr gezogen. Die Pause kommt jetzt sowohl physisch als auch psychisch gelegen.

„Früher war nach dem Spiel Wochenende, da ist man abends noch ausgegangen.“

Aleksandro Petrovic über die Veränderungen der Spieler in der Regionalliga.

Wie hat sich die Regionalliga seit der Gründung 2012 verändert?

Die Veränderungen sind enorm. Es sind viel mehr Profi-Mannschaften, die hauptberuflich Fußball spielen, unterwegs. Die Qualität innerhalb der Liga ist gewaltig gestiegen, ebenso die Geschwindigkeit. Gefühlt ist auch das öffentliche Interesse an der Liga größer geworden. Aber auch bei uns hat sich einiges getan, aktuell wird die Infrastruktur im Stadion mit neuen Kabinen und einer Geschäftsstelle verbessert. Und die jungen Spieler legen viel mehr Wert auf die Pflege ihres Körpers, sie machen viel mehr präventiv, um Verletzungen vorzubeugen und regenerieren aktiver mit Athletiktraining, Physiotherapie und im Fitnessstudio – da lerne ich auch noch viel von den Jungs. Früher war nach dem Spiel Wochenende, da ist man abends noch ausgegangen, hat dann den nächsten Tag mit der Familie verbracht und ist dann ins nächste Training gefahren. Von wegen aktive Regeneration.

Sie haben kaum Verletzungen, spielen fast immer durch, aber jetzt zwickt’s in der Hüfte. Müssen Sie unters Messer?

Halb so wild. Ist ja normal, dass mit 33 Jahren mal was zwickt, bisher bin ich eh gut durchgekommen. Es wird keine Operation geben, wir werden es konservativ behandeln. Ich bin da bei meinen Physios der Therapiewelt im Münchner Lehel in den besten Händen und absolviere zusätzlich ein Aufbauprogramm mit meinem Athletiktrainer. Pünktlich zur Vorbereitung komme ich fitter zurück als jemals zuvor.

„Ich hoffe, dass ich dem TSV Buchbach und der Mannschaft noch lange auf dem Platz helfen kann.“

Aleksandro Petrrovic denkt noch nicht ans Aufhören.

Ein Wort zur Vertragsverlängerung?

Primär ist es ein Zeichen, wie zufrieden man miteinander ist. Die frühzeitige Verlängerung ist ein enormer Vertrauensbeweis. Ich hoffe, dass ich dem TSV Buchbach und der Mannschaft noch lange auf dem Platz helfen kann und hoffe jetzt auch, dass einige Leistungsträger nachziehen und ebenfalls verlängern. Auf jeden Fall denke ich, dass ich den jungen Spielern schon noch einiges auf den Weg mitgeben kann, vor allem brauchen sie noch die Führung und die richtige mentale Stärke. Ich bin der festen Überzeugung, dass die mentale Komponente entscheidend ist. Da versuche ich, den Jungs das richtige Mindset zu vermitteln, da viele für den nächsten Schritt noch nicht bereit sind. Man muss mit den Jungs auch mal Tacheles reden, damit sie wissen, wo sie herkommen. Da ist es schon gut, wenn auch der Kapitän mal etwas sagt und nicht nur immer die Trainer oder der Abteilungsleiter.

Buchbach überwintert zusammen mit Aubstadt auf Platz fünf, ist das überraschend?

Wir haben eine überragende Konstellation im Verein mit klugen Köpfen in den Führungspositionen, die sowohl das Wirtschaftliche als auch das Sportliche im Auge haben. Vor unseren Trainern Andi Bichlmaier und Marcel Thallinger kann ich nur den Hut ziehen. Sie haben dafür gesorgt, dass wir trotz der vielen Spiele den Rhythmus halten konnten. Es ist unglaublich, wie viel Zeit sie investieren, was sie uns auf den Weg geben. Was wir bei Videoanalysen gezeigt bekommen, wie wir taktisch eingestellt werden und welche Siegpläne wir auf den Platz nehmen, ist eigentlich gar nicht mehr Regionalliga-Niveau. Das ist im Grunde schon eine oder zwei Klassen höher.

„Ich will weiter auf dem Platz stehen und möchte als Trainer meine Idee vom Fußball weitergeben und vermitteln.“

Aleksandro Petrovic über seine Pläne nach der aktiven Karriere.

Thema Zukunft: Was ist nach Ihrer aktiven Laufbahn geplant?

Ich will auf jeden Fall im Fußball bleiben. Einige sehen mich eher im administrativen Bereich, im Sinne eines Sportdirektors, weil ich viele Kontakte, über gewisses Knowhow verfüge und gut kommunizieren kann. Aber ich will weiter auf dem Platz stehen und möchte als Trainer meine Idee vom Fußball weitergeben und vermitteln. Was ich vor einiger Zeit im Interview gesagt habe, hat ja auch Hermann Gerland unlängst angemahnt: Es gibt zu wenige Dribbler, Unterschiedsspieler, da sie alle in diesem Korsett der Taktik eingeschnürt sind.

Also Trainerschein?

Den B-Schein fange ich im März an, das Ziel ist, bis zum Ende meiner jetzigen Vertragslaufzeit den A-Schein zu absolvieren. Wann ich genau in dem Bereich arbeiten werde, steht aber noch in den Sternen. Auf jeden Fall müssen meine Schritte gut durchdacht sein. Wer einen gewissen Namen hat, hat auch ein gewisses Risiko, deswegen muss ich mir die Zukunftsplanung genau überlegen.

Das Gespräch führte Michael Buchholz.

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