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Laptop-Training: Erstmals starten die Fußballer des TSV Dorfen ein Online-Video-Training zur Vorbereitung  

Laptop und Wohnung ersetzen den Fußballplatz

TSV Dorfen: Vom Winterschlaf direkt ins Online-Workout

  • vonCIF.H. Weingartner
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Der TSV Dorfen startet seine Vorbereitung. Aufgrund des Lockdowns mussten aber Alternativen gefunden werden. Online Workout und Läufe ersetzen die Arbeit auf dem Platz.

Dorfen– Nach schier endloser Winterpause ist der TSV Dorfen ins Fußballjahr 2021 gestartet: mit einer erste Video-Online-Trainingseinheit. So etwas gab es noch nie in der 100-jährigen Fußballgeschichte des TSV, aber in Corona-Zeiten müsse man eben flexibel sein, sagt Trainer Christoph Deißenböck.

Die Kaderplanung für die Restsaison und die Spielzeit 2021/22 steht. Laut Technischem Leiter Markus Wetzel haben zwei Spieler den TSV in der Winterpause verlassen: Stefan Haberl wechselt in die Nähe seiner Heimat zum FC Schwaig. Auf Dauer sei ihm vor allem der zeitliche Aufwand für die Fahrzeit nach Dorfen zu groß. Rudi Jodl zieht mit seiner Freundin nach Würzburg um und wird sich dort wohl dem TSV Wenkheim anschließen. 

Zwei Spieler aus der eigenen Jugend für Bezirksliga-Kader

„Um den Kader wieder aufzufüllen, werden zwei talentierte Spieler aus der A-Jugend hochgezogen“, so Wetzel. Es sind für die Offensive Niko Drimmel und für die Defensive Jakob Neuberger. Der TSV setze verstärkt darauf, eigenen Spielern eine Chance zur Weiterentwicklung zu ermöglichen, sagt Wetzel, der auch für die kommende Saison mit diesem Kader rechnet: „Alle haben zugesagt“.

Offen sei derzeit mur noch, ob Abwehrbollwerk Hannes Hellfeuer bleibt. Wetzel: „Das hängt davon ab, wie es nach seiner abgeschlossenen Ausbildung mit seiner beruflichen Zukunft ausschaut.“

Keeper Alexander Wolf bekommt eine eigens für ihn angefertigte Schutzmaske

Als „1000-Prozentigen“ bezeichnet Wetzel TSV-Keeper Alexander Wolf, der sich vergangenes Jahr im Heimspiel gegen die SpVgg Haidhausen eine schwere Verletzung im Gesicht zugezogen hat. „Es war sogar eine Operation nötig“, berichtet Wetzel. „Jetzt geht es ihm aber wieder gut. Obwohl er noch mehrere Metallplatten im Gesicht hat, ist er wieder dabei und brennt darauf, wieder spielen zu können.“ Dafür bekomme er eine eigens für ihn angefertigte Schutzmaske.

Trainer Deißenböck gestand, die fußballlose Zeit in der Coronakrise sei „scho a bisserl langweilig“. Er selbst habe eifrig trainiert und dabei sehr kräftig abgenommen: „Ich bin fit wie noch nie.“ Allerdings habe er keine Hoffnung, dass der geplante Trainingsauftakt im Februar stattfinden werde. „Beim ersten Lockdown konnte man auch erst wieder Mitte Mai und mit Einschränkungen auf den Platz.“ Deißenböck vermutet, dass der Liga-Pokal wegen Corona aus Termingründen wohl abgesagt werden muss. Vorrang sollten die Punktspiele haben.

45 Minuten Laufen und danach noch Workout

Seinen Spielern gebe der Coach derzeit noch keine Vorgaben. Er sei sich sicher, dass seine Jungs sich selber fit gehalten haben. Jetzt habe er der Mannschaft aber „etwas an die Hand gegeben, um gewisse Grundlagen zu schaffen“. Einmal wöchentlich gibt’s nun ein 45-minütiges Online-Training über das Video-Konferenzprogramm „Zoom“. Zudem solle jeder eine 45-minütige Laufeinheit pro Woche absolvieren. Kontrollieren werde er das aber nicht. Er gehe davon aus, dass zum Auftakt alle „körperlich in einer Top-Verfassung sind“.

Die Spieler hoffen auf ein baldiges Ende der Leidenszeit im Amateurfußball. Markus Mittermaier: „Wir haben alle total viel Bock, endlich wieder trainieren und spielen zu können“. Der Mittelfeld-Motor leitete auch das erst Online-Training: „Das war top und funktionierte reibungslos. Das hätte ich gar nicht so gedacht“. Bis auf drei verhinderte Spieler sei der gesamte Kader begeistert dabei gewesen.

Wichtige Einnahmen für den Vereins sind bereits weggefallen

Wie so viele Funktionäre von Amateurvereinen hat auch der 2. Abteilungsleiter Berni Schöberl Sorgen. Noch könne die Fußballabteilung die finanziellen Belastungen tragen – auch weil Spieler und Trainer der Abteilungsführung sehr entgegengekommen seien sowie keine Sponsoren abgesprungen waren. Wichtige Einnahmen, wie etwa ein Stand beim Dorfener Hemadlenzn-Umzug, fallen heuer ebenso weg wie zuletzt die Christbaumversteigerung. Enorm wichtig seien die Sponsoren. Da sollen demnächst Gespräche aufgenommen werden. Schöberl ist aber klar, dass man derzeit bei vielen Sponsoren keine Unterstützung erwarten könne, wie etwa bei den Wirten, die selber ums Überleben kämpfen. „Immerhin gibt es eine gute Nachricht“, sagt Schöberl. Das zwischenzeitlich in einem Teilbereich gesperrte Trainingsgelände am Mühlanger könne wieder komplett genützt werden. Die Stadt Dorfen habe mit den Eigentümern, eine Erbengemeinschaft, eine entsprechende Lösung gefunden.

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