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Weite Abstände sind gewahrt beim Jugendtraining des FC Moosi nning.           

Fußball

Training im Kreis Erding: Nur Moosinnings Nachwuchs ist schon auf dem Platz

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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TSV Wartenberg steigt am Dienstag ein, die meisten anderen Vereine warten noch

Erding– Stell dir vor, es ist Training, und keiner geht hin. Vor einer Woche gab der Bayerische Fußballverband Grünes Licht für Fußballaktivitäten. Doch die Vereine im Landkreis Erding halten sich noch zurück. Und das nicht nur, weil wie zum Beispiel Oberding  viele Gemeinden ihre Sportplätze noch gar nicht offen haben.

Kreisligist TSV Wartenberg beginnt – wie auch der FC Lengdorf (Bericht folgt) –kommende Woche mit Training auf freiwilliger Basis, wie Spielertrainer Jakob Taffertshofer betont. Er rechnet mit rund zehn Leuten, die dann in Kleingruppen (siehe Kasten) trainieren werden.„Die Abstandsregelung einzuhalten, ist kein Problem, wenn du zum Beispiel Passübung über zehn Meter machst.“ Als Coach freue er sich auch ein wenig auf die Aufgabe, Übungseinheiten zu erstellen, die den BFV-Vorgaben gerecht werden. Zirkel, Viereck, Technik, Ballführung – da gebe es schon einiges, sagt Taffertshofer. Die Vorbereitung werde ein wenig aufwändiger sein, vermutet er. „Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Die Jungs haben sich daheim fit gehalten, jetzt wollen sie auf Rasen.“ Dienstags und donnerstags soll trainiert werden – die nächsten fünf, sechs Wochen. „Im Juli machen wir dann nochmals Pause, und im August steigen wir in die Vorbereitung auf die Spielrunde ein“, erklärt der TSV-Coach. Das sei zumindest der Plan für den Fall, dass die Saison tatsächlich, wie vom BFV beabsichtigt, im September fortgeführt wird.

Auch für seine anderen Fußballteams hat der TSV einen Plan. Die Zweite will nächsten Mittwoch mit dem Training in kleinen Gruppen starten. „Im Jugendbereich werden wir mit der U 15 ab dem 2. Juni mit dem Training beginnen“, meldet Pressesprecher Thomas Rademacher. Und die D-Jugend steige am 16. Juni wieder ein.

FCL-Start in zwei Wochen – frühestens

Die Stadt Erding wartete noch auf das Go vom Innenministerium. „Das ist jetzt das“, meldete Andreas Heilmaier von der SpVgg Altenerding. Der A-Klassist ist nun gerade dabei, seine Hausaufgaben zu machen. Einiges könnte knifflig werden. „Ich bin gespannt, ob wir in diesen Mengen Desinfektionsmittel bekommen, denn da werden ja alle Vereine nachfragen.“ Überstürzen wolle man aber nichts. Trainer Pedro Locke sehe auch nicht die ganz große fußballerische Notwendigkeit. Es gehe eher darum, wieder in Kontakt zu kommen. „Und wenn man sich auf dem Platz sieht, ist das halt was ganz anders als eine Videokonferenz. Wegen eventueller Haftungsfragen bei einer Erkrankung macht sich Altenerdings Fußballchef keine Sorgen. „Wir haben vom BLSV-Rechtsbeistand die Aussage, dass der Verein nur haftet, wenn er grob fahrlässig handelt.“

Nach intensiver Prüfung der Auflagen geht der FC Langengeisling davon aus, den Trainingsbetrieb mit Ball in frühestens zwei Wochen zu beginnen. Bis dahin müsse die Belehrung aller Teilnehmer erfolgt und ein Corona-Beauftragter ernannt sein. Eine Checkliste zur Abfrage von Krankheitssymptomen vor jedem Training, die Desinfektion von Trainingsmaterial und Bällen vor und nach jedem Training, eigene Trainingsleibchen für jeden Teilnehmer, separate Ein- und Ausgänge – all das bedürfe einer intensiven Vorbereitung, heißt es in einer Mitteilung des Vereins an seine Kicker.

Ähnlich sieht es Kletthams Fußballchef Patrick Tischer. „Wir warten ab – lieber länger als kürzer, weil vielleicht auch die Auflagen nicht mehr so streng sein werden.“

Der FC Fraunberg will die Lage nach den Pfingstferien bewerten und dann entscheiden, wann der Trainingsbetrieb aufgenommen werden kann. „Bis dahin bleibt das Vereinsgelände geschlossen“, meldet die Abteilungsleitung. Auch der FC Hörgersdorf kehrt noch nicht zurück auf den Rasen. Das hat aber auch praktische Gründe, denn der Trainingsplatz wird gerade ausgeglichen und nachgesät und ist daher bis Ende Juni gesperrt. „Auch am Kleinfeldplatz wurden Ausbesserungen gemacht“, erklärt Spielertrainer Martin Grasser. Außerdem sei die Saison ja weiterhin bis 1. September ausgesetzt. „Das Hygeniekonzept ist sehr umfangreich und schwer umzusetzen.“ Kein Kopfball, Ball nicht in die Hand nehmen, Torwarthandschuhe mehrfach desinfizieren, Abstand halten – „zwei oder drei Trainingseinheiten lang ist das in Ordnung, wenn man lange nicht gespielt hat. Mit der Zeit wird es schnell langweilig“, vermutet Grasser. „Trotzdem sollte sich jeder Spieler mit Laufen und Kraftübungen selbstständig fit halten, damit wir nicht bei Null anfangen“, mahnt er.

FCM-Jugend trainiert dreimal die Woche

Die Erwachsenenteams des FC Moosinning müssen sich ebenfalls noch gedulden. „Wir werden uns am Saisonstart orientieren, und von da dann gewohnt sechs bis acht Wochen zurückrechnen“, erklärt Stefan Lechner, Spielertrainer der Dritten (A-Klasse). Mit den aktuellen Auflagen sei es sehr schwer, einen vernünftigen Trainingsbetrieb auf die Beine zu stellen.

Etliche Moosinninger Nachwuchsteams trainieren dagegen schon wieder, und das ist für Jugendleiter Max Kaifel kein Widerspruch. „Im Jugendbereich macht es mehr Sinn, weil hier das Techniktraining eine größere Rolle spielt als bei den Erwachsenen.“ Bei den Kindern gehe es darum, dass sie sich am Ball verbessern. Sie können auch noch schlechter allein für sich trainieren. Zudem ginge es hier noch nicht darum, für einen bestimmten Zeitpunkt die Kondition aufzubauen.

Deshalb trainieren seit Montag der ältere E-Jugend-Jahrgang sowie die D- und C-Kicker – Mädchen und Buben. Dafür habe der Verein von der Gemeinde die Genehmigung erhalten. „Und ich habe bisher nur Positives gehört“, sagt Kaifel. Der Verein habe gute Vorarbeit geleistet. Für Technikübungen wurden Markierungen auf dem Rasen angebracht, damit die Abstände eingehalten werden. „Auf Übungen mit Torhüterinnen verzichten wir komplett.“ Auch beim Herfahren und Abholen achte man penibelst auf alle Vorgaben. Mehr noch: Zwei Schwestern, die mit demselben Auto kommen, müssen auf dem Platz den Sicherheitsabstand warten, „damit uns nicht irgendwer anzeigt“ so Kaifel weiter. Dreimal die Woche wird trainiert. „Das Pensum wurde von zwei auf eine Stunde reduziert, damit die Konzentrationsspanne hoch bleibt“, Was ihn überrascht: „Ich hatte mehr Gegenwind von den Eltern erwartet. Aber die sind auch ziemlich froh, dass ihre Kinder wieder auf den Platz dürfen.“ Aussagen weiterer Vereine folgen.

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