DAS SPORTGEFLÜSTER

Verletzungsgefahr! Bloß nichts übers Knie brechen

  • Dieter Priglmeir
    vonDieter Priglmeir
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Noch immer kein Training? Das nervt alle Fußballvereine im Landkreis Erding. Doch bisher hat außer den Lengdorfer und Hörgersdorfer Frauen noch niemand mit dem Kicken begonnen. Und das ist auch gut so. 

Eine Woche nach den Lockdown-Lockerungen wollten wir von unseren Fußballvereinen wissen: War schon jemand auf dem Rasen (respektive auf der Hundewiese, wie Türkgücü Erding gern mal seinen Fußballplatz nennt)?

Ja. Zumindest die Fußballerinnen der SG Lengdorf/Hörgersdorf haben zweimal trainiert. „Natürlich kontaktlos und in Zehner-Gruppen“, berichtete Coach Markus Schorer. „Es war echt schön, die Mädels wieder am Ball zu sehen“, schwärmt er und fügt hinzu: „Da sie im Lockdown brav zuhause trainiert haben, ist auch die Kondition okay.“

Dass ihre Jungs und Mädels ebenfalls so fleißig sind, das ist der Hoffnungsschimmer für alle anderen Clubs im Landkreis, die allesamt – zumindest kennen wir kein zweites Beispiel – noch nicht auf den Platz zurückgekehrt sind. Der TSV Grüntegernbach hatte es eigentlich vor, aber dann stieg der Inzidenzwert bekanntlich auf über 50. Legal wäre das Training noch gewesen, denn erst seit heute gelten die strengeren Regeln (kontaktfreier Sport im Freiem nur für U 14-Fußballer). Aber was wäre das für eine Perspektive, fragt zurecht der Sportliche Leiter Wolfgang Schnappberger, „wenn wir jetzt zweimal trainieren, und dann ist es wieder vorbei“. Also blieben die Bälle im Schrank, und über die App B42 wurde das Einzellauftraining aktiviert. Ähnlich ist es dem bereits erwähnten FC Türkgücü Erding ergangen. Spielertrainer Benji Tas musste zig Anfragen seiner ungeduldigen Spieler beantworten. Tas: „Die tun so, als wäre ich der Söder, aber ich kann ja auch nur abwarten.“

Der Ligapokal ist praktisch die letzte Chance der Türken, den Abstieg in die A-Klasse noch zu verhindern. Und tatsächlich: Noch ist dieser Wettbewerb nicht tot. Wenn die Vereine bereit wären, Englische Wochen zu spielen, so sagt Kreisspielleiter Ludwig Schmidt (Bericht oben), könne man auch diesen Wettbewerb durchziehen.

Liebe Vereine, das ist nur ein Angebot des Verbands. Macht das bitte nicht! Nur drei Wochen Vorbereitung, dann alle drei Tage ein Spiel – das finden nur die Trainingsfaulsten cool. Aber selbst die wissen: Dann haben wir bald die nächste Pause. Nicht wegen Corona, sondern wegen diverser Bänderrisse.

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