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Aufwärts soll es wieder gehen: Das ist der Wunsch von Andreas Voglsammer. Der Dorfener startet heute mit Armina Bielefeld in die Saisonvorbereitung. Derzeit liegen die Ostwestefalen in der 2. Bundesliga nur auf Platz 14. Zu wenig für die Ansprüche des 26-Jährigen.  

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Voglsammers Ziel? „Ganz einfach: mehr Tore“

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Beinahe aufgestiegen und jetzt ein Abstiegskandidat? So schnell geht’s im Fußball. Das weiß Andreas Voglsammer spätestens seit dem abgelaufenen Jahr. Wir haben mit dem 26-jährigen Dorfener gesprochen.

Bielefeld– Beinahe aufgestiegen und jetzt ein Abstiegskandidat? So schnell geht’s im Fußball. Das weiß Andreas Voglsammer spätestens seit dem abgelaufenen Jahr. In der vergangenen Saison durfte er mit Arminia Bielefeld bis zum vorletzten Spieltag vom Sprung in die Bundesliga träumen. Das lag auch an dem Dorfener und seinen 13 Toren sowie vier Vorlagen. Nach der Sommerpause lief dann plötzlich gar nichts mehr. Die Ostwestfalen sind als Viertletzter nur fünf Punkte von der Abstiegszone entfernt. Nach zehn Pflichtspielen ohne Sieg musste Trainer Jeff Saibene gehen. Die Talfahrt wurde gestoppt. Zufrieden ist Voglsammer aber noch lange nicht. Der 26-Jährige kann den Start in die Vorbereitung gar nicht mehr erwarten. Muss er auch nicht. Denn am 3. Januar geht’s wieder los bei den Arminen. Wir sprachen mit dem ehrgeizigen Stürmer.

Herr Voglsammer, wie würden Sie Ihr Fußballjahr 2018 auf einer Skala von 1 (ganz mies) bis 10 (supersuper) bewerten?

Das ist schwer zu sagen, das würde ich aufteilen. Mit dem vierten Platz in der Vorjahressaison sind wir super zufrieden. Mit fünf Toren war ich auch relativ erfolgreich. Es hätte sogar noch besser sein können, aber für einen Aufstiegsplatz waren wir zu unkonstant. Also gebe ich eine Sechs bis Sieben.

Und Teil zwei des Jahres?

Die neue Saison verläuft bisher überhaupt nicht befriedigend. Auf der Skala liegt sie deutlich unter der Fünf.

Was war der schönste Moment des Jahres?

Das ist schwer zu sagen. Jedes einzelne Tor, jeder Sieg ist schön. Gern denke ich an das Spiel gegen Kaiserslautern zurück. Als die Bude voll war und wir ein 0:2 noch gedreht haben. Aber auch meine Tore bei meinem Ex-Verein Heidenheim waren eine Riesensache. Aber den einen perfekten Moment gibt’s nicht. Das hätte schon ein Aufstiegstor sein müssen.

Dann erübrigt sich auch die Frage nach dem traurigsten Moment.

Traurig ist das falsche Wort. Traurig bist du im Fußball, wenn der Abstieg besiegelt ist. Eine Niederlage oder verballerte Chancen – danach bist du enttäuscht oder richtig sauer. Dass ich bei einigen Spielen nicht von Beginn an dabei war, hat mir natürlich nicht gefallen. Bitter war auch das späte Gegentor im Derby gegen Paderborn.

Woran lag es, dass es bei der Arminia in der Vorrunde so schlecht lief?

Das ist eine gute Frage. An der spielerischen Klasse dürfte es eigentlich nicht liegen. Mit Konstantin Kerschbaumer haben wir zwar einen wichtigen Spieler verloren, aber wir haben trotzdem eine starke Mannschaft. Aber irgendwann sind wir in einen Negativlauf gekommen. Ein paar krasse Abseitsentscheidungen waren dabei. Und wir haben späte Gegentore kassiert. So ist das halt: Jetzt kriegen wir halt die späten Tore, die wir in der vergangenen Saison noch selbst geschossen haben. Bei mir persönlich war es doch auch so. Die Bälle wollten einfach nicht rein – das ist hart.

So schlecht ist Ihre Bilanz aber gar nicht. Sie haben – wenn auch nicht immer von Beginn an – alle 18 Saisonspiele bestritten. Vier Treffer, zwei Assists – ist das wirklich so schlecht?

Vergangenes Jahr hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt acht Tore. Das würde ich als ordentlich bis gut bezeichnen. Keine Frage: Mit der bisherigen Ausbeute kann ich nicht zufrieden sein. Immerhin wurde es zum Schluss schon wieder besser. da habe ich noch zweimal getroffen.

Da hatten Sie bereits einen neuen Trainer. Wie sehr hat sich die Trennung von Jeff Saibene getroffen. Sie haben stets betont, dass Ihnen Saibenes aggressive Spielweise gefällt?

Ja, das stimmt. Ich bin mit ihm immer sehr gut klargekommen. Aber das mussten andere Leute im Verein entscheiden und verantworten. Aber natürlich lag es letztlich an uns, weil wir nicht mehr die Leistung auf den Platz gebracht haben. Und das wäre unsere Aufgabe gewesen. Wir haben ja auch einiges versucht, sind von der Dreierkette zu unserem gewohnten 4-4-2-System zurückgekehrt. Aber wie schon gesagt. Manchmal kommt man aus einem Negativlauf nicht mehr raus.

Ihr neuer Trainer ist Uwe Neuhaus. Wie läuft’s mit ihm?

Ich kenne ihn ja noch von früher aus seiner Zeit bei Dresden. Seine Spielphilosophie hat viel mit Ballbesitz zu tun. Er will alles spielerisch lösen. Ich werde jetzt auch ein bisserl defensiv eingesetzen, bin jetzt mehr im Mittelfeld beheimatet. Beim 2:1-Auswärtssieg in Kiel hat das schon ganz ordentlich ausgesehen. Aber wir hatten mit ihm erst zwei Spiele und nur wenig Trainingseinheiten. Da kann man noch zu wenig sagen. Reden wir nach der Vorbereitung noch mal drüber.

...die nun beginnt. Wie sehen die Planungen aus?

Am Freitag ist der Laktattest. Unser Trainingslager ist wie vergangenes Jahr Mitte Januar in der Nähe von Alicante.

Und am 30. Januar steigt dann das erste Spiel in Dresden. Was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

Ganz einfach: Wieder mehr Tore machen und bessere Leistung bringen.

Und wo wird die Arminia am Ende stehen?

Schwer zu sagen. Die Liga ist sehr ausgeglichen, auch wenn die ersten drei, vier Mannschaften davoneilen werden. Die 48 Punkte vom Vorjahr würden diesmal sicher nicht zu Platz vier reichen. Hmmm, wo werden wir am Ende stehen? Ein einstelliger Platz wäre super.

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