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Der Matchwinner Luis Ropero (l.) in den Armen von Jannis Sternberg und Hannes Empl.  

Fußball

Vor seiner Einwechslung sagte Luis Ropero einer Zuschauerin: „Das Spiel wird nicht 0:0 ausgehen“

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So hat der Schwaiger Aufstiegsheld Luis Ropero sein Tor erlebt:

Vom Unglücksraben zum Aufstiegshelden. Im Hinspiel kassierte Luis Ropero kurz nach seiner Einwechslung die Gelb-Rote Karte, weil er den Ball vor dem Einwurf zu früh in die Hand nahm. Kurz darauf kassierte Schwaig noch den Anschlusstreffer. Mit diesem 2:1 fuhr die Mannschaft mit gemischten Gefühlen zum Rückspiel nach Habach. Tatsächlich blieb es lange spannend – bis ausgerechnet Ropero mit seinem Kracher in den Winkel den Sieg und damit den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt machte. Wir sprachen mit ihm.

Herr Ropero, wie lange hat Sie Ihr Handspiel, das zu Gelb-Rot geführt hat, noch geärgert?

Ja, es ist natürlich bitter, wenn man in einem so wichtigen Spiel eingewechselt wird und dann wegen zwei nicht so schlauen Fehlern Gelb-Rot bekommt. Sauer war ich selbstverständlich den ganzen Tag noch – und sonst immer wieder, wenn mich jemand darauf angesprochen oder mich damit aufgezogen hat.

Wie war die Reaktion der Mannschaft nach dem Hinspiel?

Ich bin sehr froh, dass es mir keiner wirklich übel genommen hat und es mehr mit Humor genommen wurde. Die fragwürdige Entscheidung des Schiedsrichters für den indirekten Freistoß (der zum Anschlusstreffer geführt hat, die Red.)wegen der Sechs-Sekunden-Regel war dann auch erst mal das größere Gesprächsthema.

Stimmen die Gerüchte, dass Sie im Rückspiel gar nicht so scharf waren, eingewechselt zu werden?

Nein, das ist nicht wahr. Da kann ich nur bestätigen, was unser Coach an dem ersten Relegationsspiel in der Kabine gesagt hat: „Wer bei so einem wichtigen Spiel nicht darauf brennt, spielen zu dürfen, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er gerne Fußball spielt.“ Und so ging es mir auch in Habach. Ich freute mich sehr über meine Einwechslung.

Sie sollen gesagt haben: „Ich weiß ja gar nicht, wo ich hinlaufen soll.“ Und irgendein Zuschauer hat dann gemeint: „Dann schiaßt halt a Tor.“ Haben Sie das mitgekriegt?

Das stimmt so auch nicht. Ich habe nie gesagt, dass ich nicht wüsste wo ich hinlaufen soll. Ich habe mich oben auf der Tartanbahn aufgewärmt, bei unseren Fans. Als ich mich gedehnt habe und das Spiel verfolgte, stand Martina Maier neben mir und sagte, dass sie kaum hinschauen kann, weil es so spannend ist und dass hoffentlich kein Tor mehr geschieht. Das war, glaube ich, vor dem gefährlichen Freistoß von Habach. Daraufhin hab ich geantwortet, dass das Spiel nicht 0:0 ausgehen wird.

Und dafür haben Sie selbst gesorgt: Wie haben Sie die 85. Minute in Erinnerung?

Als ich eingewechselt worden bin, habe ich mich gleich hinten links in die Abwehrkette eingegliedert. Als Hannes Empl zu mir sagte: „Luis, nur defensiv!“, war für mich eigentlich klar, keine Offensivaktionen zu starten. Aber als Vince (Sommer, die Red.)sich auf der rechten Seite durchtankte und ich vor mir keinen Gegenspieler hatte, konnte ich nicht anders und bin mit nach vorne gestürmt. Als dann der Pass in die Mitte kam, den Kevin (Holzner, die Red.)souverän zu mir weiter leitete, ging alles ganz schnell. Mir war klar, dass ich keine Zeit hatte den Ball anzunehmen. Deswegen nahm ich ihn direkt. Als der Ball meinen Fuß verlassen hatte, musste ich mich auf die Reaktion meiner Mitspieler und der Fans verlassen, da mir zwei Habacher Spieler die Sicht zum Tor versperrten, als sie versucht hatten den Ball noch zu blocken. Der Ball ging rein, alle flippten aus – ein unbeschreibliches Gefühl.

War das der schönste Moment ihrer Karriere – oder gibt’s was Vergleichbares?

Rückblickend gab es sehr viele schöne Momente. Einer dieser Momente war, als ich in der C- Jugend noch beim SE Freising den Karibik-Cup spielte. Wir spielten damals im Halbfinale gegen den FC Bayern. Unser jetziger Torwart und einer meiner besten Freunde schon von klein auf (Jannis Sternberg, die Red.)war damals beim FC Bayern Torwart. Als damaliger Rivale habe ich ihm innerhalb von 45 Spielminuten einen Hattrick eingeschenkt. Das darf er sich heute noch immer mal wieder anhören. Ansonsten war das Tor am Samstag in so einem wichtigen Spiel der Schwaiger Fußballgeschichte unvergleichbar.

Und dann folgte vermutlich die schönste Aufstiegsfeier aller Zeiten, oder?

Der Abend ist wirklich sehr schnell an mir vorbeigezogen. Perfekt war natürlich, dass gleichzeitig in Schwaig ein Bürgerfest stattfand. Dementsprechend, als wir mit dem Bus in Schwaig angekommen sind, wurden wir mit Applaus und Gratulationen empfangen. Da merkt man den Zusammenhalt innerhalb eines Dorfes. Diese Atmosphäre blieb uns dann noch bis in die frühen Morgenstunden erhalten. Was soll ich sagen: Von Bierduschen bis gefallenen Hosen war alles dabei.

Das Gespräch führte Dieter Priglmeir

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