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In der Verfolgerrolle: Walpertskirchen (weiß) – hier im Spiel gegen Buch – pirscht sich an die Spitze ran.

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Walpertskirchens Coach: „Ich halte lieber den Ball flach“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Der SV Walpertskirchen ist die Mannschaft der Stunde, aber Trainer Sepp Heilmeier bremst die Euphorie.

Walertskirchen – Die Mannschaft der Stunde in der Kreisklasse ist der Tabellenzweite SV Walpertskirchen. Das Team von Trainer Sepp Heilmeier hat in der Vorbereitung alle neun Testspiel gewonnen. Beim FC Moosinning 2, der mit einigen Bezirksligaspielern verstärkt war, gab es ein 1:0.

„Die Mannschaft hat sich zunächst privat fit gehalten, als dann Kontakt erlaubt war, haben wir sofort losgelegt und hatten zehn Wochen Vorbereitung“, erzählt Heilmeier. „Letztlich wussten wir nicht, ob es richtig oder falsch war, denn so eine Situation hatten wir ja noch nie.“ Der WSV-Trainer will aber nicht nur die Testspiel-Siege gegen die Kreisligisten Wörth, Wartenberg und Lengdorf herausheben. „Wir haben auch ambitionierte A-Klassisten wie Altenerding und Ottenhofen geschlagen.“

Er habe für die Erste einen Kader von zwei Torhütern und 20 Feldspielern benannt. Die Trainingsbeteiligung sei immer top gewesen. „Wir hatten nie weniger als 14 Leute – und die waren extrem fleißig.“ Darunter waren auch Josef Göss und Michael Mayr, die er aus der Zweiten raufgezogen hat und Bene Schuler, der aus Altenerding zurückgekommen ist.

Von einer Leistungsexplosion will Heilmeier nichts wissen. „Das ist mir zu heftig“, meint er grinsend. „Wir haben eine Spielidee entwickelt, und so spielen wir seit Anfang der Saison.“ Er habe viele Junge im Team, die teilweise ihre erste Saison in der Ersten absolvieren. „Man muss immer schauen, dass sie sich verbessern. Was aber auch wichtig ist, dass die Jungs auch im Training Spaß haben.“ Heilmaier lobt die tolle Kameradschaft und dass sich die Spieler privat gut verstehen: „Das ist das Wichtigste, worum es bei uns im Amateurfußball geht.“

Dass das zum Großteil sein Verdienst sei, weist Heilmeier bescheiden zurück. „Ich habe nicht das Rad neu erfunden oder den heiligen Gral gefunden. Das was ich mache, das machen andere Trainer auch. Aber die Jungs machen es mir leicht.“ Worüber er sich sehr freut, ist die Unterstützung seiner Torwart-Trainer. Stefan Hötscher, der seine Torhüter-Karrriere wegen Rückenproblemen früh beenden musste, macht dienstags eine Einheit. „ Stefan Gartner, unser alter Haudegen, bereitet die Keeper beim Warmmachen aufs Spiel vor.“

Nicht erwartet war das 1:0 bei Moosinning 2. „Das ist absolut legitim, dass sie Spieler von der Ersten einsetzen, da bin ich ihnen nicht böse“, sagt Heilmeier. Letztlich sei es für den WSV kein Nachteil gewesen. „Das hat uns ein bisschen in die Außenseiterrolle gedrückt und war vielleicht gar nicht so schlecht“, glaubt der Coach. Überbewerten will er den Sieg nicht. „Es war ja erst ein Spiel. Ich halte lieber den Ball flach, denn es geht auch schnell in die andere Richtung. Wir genießen das jetzt einfach.“

Am Sonntag wartet der FC Hörgersdorf. „Wir sind klarer Favorit und nehmen die Rolle auch an, denn wir haben sie uns erarbeitet“, erklärt Heilmeier. Er weiß aber auch: „Das ist ein richtig schwerer Gegner, beim 1:1 im Hinspiel waren wir am Rande einer Niederlage. Wir werden auf ein kämpferisches Kollektiv treffen und müssen den Kampf annehmen.“

Ob der WSV nun Platz eins anpeilt? „Wir wollen erst mal nicht vom zweiten Platz weg. Wenn nach vorne was geht, umso besser“, sagt er. An die Kreisliga verschwende er jetzt noch keinen Gedanken, da die Entscheidung frühestens im Mai 2021 falle. Heilmeiers Devise lautet: „Man ist gut beraten, sich aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren. Was in der Vergangenheit war, kann man nicht mehr ändern, was in der Zukunft sein wird, damit will ich mich gar nicht befassen, weil ich mich sonst nicht auf die Gegenwart konzentrieren kann.“ Was übersetzt heißt: Jetzt zählt nur Hörgersdorf. WOLFGANG KRZIZOK

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