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Echter Teamplayer: Der 25-jährige Christian Lorenz will mit Attenkirchen Rang zwei verteidigen.

Fußball

A-Klassen-Bomber Christian Lorenz: „Durchwurschteln“ ist seine größte Spezialität

Diese Bilanz kann sich mehr als nur sehen lassen: Mit 26 Toren in 14 Saisonspielen ist Christian Lorenz von der SpVgg Attenkirchen der Bomber der A-Klasse 6.

Attenkirchen – In der A-Klasse 6 hat sich oben eine Mannschaft abgesetzt: Mit acht Punkten Vorsprung führt die Reserve des BC Attaching das Klassement an. Dahinter folgen die Fußballer der SpVgg Attenkirchen, die ebenfalls eine sehr starke erste Saisonhälfte hingelegt haben: Mit sieben Siegen, fünf Unentschieden und zwei Niederlagen liegen die Fußballer von Trainer Steven Ducat aktuell auf dem Relegationsrang und haben gute Karten, diesen bis zum Ende der Runde zu halten – und das liegt nicht zuletzt an einem bestimmten Offensivspieler.

Einen besonders großen Anteil an dieser tollen Ausgangssituation der SpVgg hat zweifelsohne Stürmer Christian Lorenz, der eine außergewöhnliche Torquote vorzuweisen hat: In den bisher 14 Saisonspielen hat der 25-Jährige bereits 26 Mal getroffen und damit als einzelner Spieler mehr Tore auf dem Konto als sechs der 13 Mannschaften in der A-Klasse 6 insgesamt. Das Geheimnis seines Laufs erklärt der Attenkirchener Goalgetter folgendermaßen: „In der Vergangenheit hatte ich oft Probleme mit Verletzungen, habe mir unter anderem die Patellasehne gerissen und habe immer wieder Schwierigkeiten mit meinem Kreuz gehabt. Diesmal war ich endlich einmal in der Vorbereitung beziehungsweise zum Start der Saison fit und konnte mich zu 100 Prozent auf den Fußball konzentrieren.“

„Wir haben eine echt coole Truppe“

Natürlich spielen auch seine Teamkollegen eine große Rolle, Christian Lorenz selbst fungiert innerhalb der Mannschaft nicht selten als finaler Vollstrecker. „Wir haben eine echt coole Truppe, bei der ich als Spitze alle Bälle zugespielt bekomme und dadurch genug Chancen erhalte“, betont der Topstürmer der Liga.

Was den gebürtigen Palzinger als Tormaschine auszeichnet, ist vor allem seine Vielseitigkeit und Kaltschnäuzigkeit: Er ist beidfüßig stark und hat ein gutes Kopfballspiel, was sich gerade bei Standardsituationen auszahlt. Sein robuster Körperbau und die Tatsache, dass er aus allen Lagen schnelle Abschlüsse sucht, komplettieren das Gesamtpaket. Allerdings, sagt Lorenz, sei das „Durchwurschteln“ seine größte Spezialität: „Insgesamt bin ich sehr ballsicher und kann in den unterschiedlichsten Situationen die Ruhe bewahren. Mein Dribbling zählt deshalb ebenfalls zu meinen Stärken und hat mir in engen Situationen schon oft geholfen, dass ich am Ball geblieben bin.“

Robuster Typ: SpVgg-Goalgetter Christian Lorenz (l.) weiß sich durchzusetzen.

Wo er sich noch verbessern kann? Diese Frage beantwortet die Attenkirchener Nummer neun mit einem Augenzwinkern: „Ich glaube, jeder weiß, dass ich bei Weitem nicht der fitteste Spieler auf dem Feld bin. Auch wenn ich mir meine Kräfte gut einteilen kann, habe ich konditionell definitiv Luft nach oben.“

Die Anfänge in der Palzinger Jugend

Seit vier Jahren geht Lorenz nun bereits für die SpVgg Attenkirchen auf Torejagd, den Großteil seiner Laufbahn absolvierte er jedoch beim SVA Palzing. „Ich habe mit fünf Jahren in Palzing in der F-Jugend angefangen und dort bis zur B-Jugend gespielt“, erzählt der 26-Tore-Mann. „Weil wir dann in Palzing keine eigenen Mannschaften stellen konnten, habe ich die letzten Jahre als Juniorenfußballer in einer Auer und Oberhaindlfinger Spielgemeinschaft verbracht. Als ich in den Herrenbereich gekommen bin, bin ich direkt wieder zurück nach Palzing gegangen. Nach drei Jahren wollte ich dann nach Attenkirchen, weil ich dort den Trainer gut kannte und viele Freunde in der Mannschaft hatte.“ Das sei ihm besonders wichtig, denn: „Fußball macht für mich nochmal mehr Spaß, wenn man die Teamkollegen sehr gut kennt.“

Mit seinen 26 Treffern führt er die Torjägerliste mit großem Vorsprung an, den Spitzenplatz kann ihm wohl keiner mehr streitig machen. Eine Marke, die er noch erreichen wolle, wenn es wieder weitergeht, hat er sich jedoch nicht gesetzt: „Ich habe mir diesbezüglich keine konkreten Vorgaben gemacht, sondern schaue immer von Spiel zu Spiel“, sagt Lorenz. „Wichtiger als meine Tore ist mir ohnehin der Erfolg der Mannschaft. Ich will um jeden Preis den zweiten Platz bis zum Saisonende halten – und wenn ich dazu mit meinen Treffern beitragen kann, ist es natürlich gut. Ich werde versuchen, meine Quote zu halten.“

Saisonfortführung im September: Lorenz ist skeptisch

Dass die Saison fortgeführt werden soll, befürwortet der Attenkirchener Stürmer sehr – das sei für ihn die bestmögliche Lösung. Was jedoch den vom Bayerischen Fußball-Verband vorgegebenen Plan anbelangt, ab 1. September den Punktspielbetrieb wieder aufzunehmen, ist er skeptisch: „Ich denke nicht, dass es pünktlich losgehen wird. Mein Vorschlag wäre, die jetzige Saison nach dem Winter 2021 fortzuführen und dann im Sommer 2021 die neue Saison anzugehen. So verliert man zwar ein komplettes Jahr, gibt den Vereinen aber genug Zeit, um sich aufzustellen und zu organisieren, und behält den bekannten Spielrhythmus mit Hinrunde im Herbst und Rückrunde im Frühling bei.“

Sebastian Dobler

Die Torjägerliste der A-Klasse 6:

26 Tore: Christian Lorenz (SpVgg Attenkirchen).

15 Tore: Pascal Paringer (BC Attaching II), Andre Bauer (SV Oberhaindlfing).

12 Tore: Kim Peter (TSV Allershausen III).

11 Tore: Mevlüt Kayhan (SGT Istanbul Moosburg).

9 Tore: Mahmut Yarac (SGT Istanbul Moosburg).

8 Tore: Martin Redl (SVA Palzing II), Ronnie Holzmaier (TSV Allershausen III), Matthias Holzinger (VfR Haag).

7 Tore: Florian Huber (SC Oberhummel), Vitus Linseisen (SpVgg Attenkirchen), Marco Rakonic (TSV Allershausen III).

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