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Geht stets voran: Allershausens Spielertrainer Michael Stiller (m.) zieht bei Aufwärmübungen vor einem Spiel voll mit. Heute Abend haben Stiller und seine Mannschaft die Chance, die Saison mit dem Aufstieg zu krönen. Foto: Michalek

Krönt der TSV die Saison mit dem Aufstieg?

Allershausen: Spielertrainer Stiller zieht mit 45 voll durch

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Allershausen – Im Fußball gibt es keine jungen oder alten Spieler, nur gute oder schlechte. Nur ein Spruch, oder schon alte Weisheit?

VON ARTHUR VIOL

Es liegt meist im Auge des kritischen Betrachters, ob Akteure in höherem Alter noch mithalten können. Einer, der auf dem Spielfeld keineswegs abfällt, obwohl schon 45 Jahre alt, ist Allershausens Spielertrainer Michael Stiller. Und sicher ist: Er wird auch kommende Saison noch spielen, dann mit 46. Ob in der Kreisliga oder der Kreisklasse, das entscheidet sich am Freitag Abend in Attaching beim Relegationsspiel seines TSV Allershausen (Vizemeister Kreisklasse) gegen den SV Vötting-Weihenstephan (Elfter der Kreisliga). Anpfiff ist um 18.30 Uhr.

Die Karriere des Michael Stiller nahm beim FC Pipinsried so richtig Fahrt auf. Nach acht Jahren als Spieler verpflichtete ihn der damalige Präse Conny Höß als Spielertrainer. Es folgten sechs Jahre bei seiner ersten Station in verantwortlicher Position, über den FC Eitting (sechs Jahre) und den SV Sulzemoos (vier) landete er beim TSV Allershausen. „Ein Schritt, den ich nicht bereut habe“, betont er schon jetzt, bevor in einer einzigen Begegnung die Bewertung einer ganzen Saison nochmals kippen könnte. Doch darauf lässt sich Stiller nicht ein. „Wir haben eine Bombensaison gespielt, auch wenn ich in der Winterpause noch gar nicht daran geglaubt habe, dass wir um den Aufstieg mitspielen können.“

Abteilungschef Philipp Jordan und Ronny Eigenbrodt waren diejenigen, die Stiller ans Amperknie zogen. „Die beiden sind genauso verrückt wie ich, und das Vereinsleben spielt bei ihnen auch eine wichtige Rolle.“ Stiller erzählt von der anfänglichen Überraschung, dass nach dem Training keiner ins Sportheim gegangen sei. Erst, als ein neuer Wirt das Kommando übernahm, wurde es besser. So wie es sich Stiller wünscht. „Das Zusammensitzen nach Training oder Spiel gehört einfach dazu.“

Es fällt auf, dass Stiller, dem eigenen Alter entsprechend, noch auf Dinge wert legt, die bei den Jüngeren eher eine untergeordnete Rolle spielen. „Dennoch“, so sagt er selbst, „musst du dich immer wieder arrangieren und anpassen.“ Ein Fakt, dem ihn Jordan hoch anrechnet. Er bezeichnet seinen Freund als Trainer der alten Schule, der sich aber auch auf Erfordernisse der heutigen Zeit einlässt. „Er kann die Jungen begeistern und pflegt einen guten Umgang mit ihnen.“ Stiller betrachtet die Erziehung der 18-jährigen Tochter als willkommene Hilfe, um sein Verhältnis zu jüngeren Spielern immer wieder zu hinterfragen. „Denn“, so Jordan, „gewisse Dinge sind in der Kreisklasse einfach nicht durchsetzbar“, und nennt als Beispiel Kritik an Spielern, die in den Urlaub fahren, auch wenn die Saison bereits läuft. „Da musste er umdenken, doch von seiner Linie, dass Disziplin ein wichtiger Faktor ist, weicht er nicht ab, und das ist auch gut so“, lobt Jordan seinen Coach.

Widerstände, wonach ein 45-Jähriger nicht mehr aktiv auf dem Feld stehen und stattdessen seinen Job an der Seitenlinie erledigen sollte, konnte Stiller selbst widerlegen. Er lässt Leistungen sprechen, fühlt sich immer noch fit genug, um mit den Jungen mitzuhalten. Wie er das macht? „Sonderschichten. Du musst als Spielertrainer in meinem Alter mehr machen als die Anderen, beim Training selbst kannst du die Intensität nicht mitgehen.“ Stiller betont, dass ihm die persönlichen Maßnahmen immer noch Spaß machen, das sei Voraussetzung. Die Fitness spricht für ihn. Mit 2001 Einsatzminuten steht er in der abgelaufenen Saison intern an zweiter Stelle. Nur Torjäger Markus Lachner kommt auf mehr (2160). Wichtig in seiner Karriere sei auch gewesen, dass er größtenteils verletzungsfrei geblieben ist.

Für seinen Chef ist die Präsenz des Trainers auf dem Feld ohnehin ein wichtiger Faktor, dass die Elf es noch zur Vizemeisterschaft geschafft hat. „Er ist immer anspielbar und für die Mannschaft sehr wichtig“, betont Jordan, der eine Verjüngung in Absprache mit seinem Trainer schrittweise in den nächsten Spielzeiten vornehmen will. „Aktuell ist die Mischung perfekt.“

Stiller war beim Start im vergangenen Sommer von der Mannschaft ohnehin positiv überrascht. „Die Spieler waren alle in einem fußballerisch guten Zustand, das hat mir sehr geholfen.“ Die Saison verlief eigentlich planmäßig. Nach gegenseitiger Eingewöhnungsphase und einigen verlorenen Punkten, da Spieler den Urlaub bevorzugten, hatte man sich im oberen Drittel festgesetzt. Dass es zu mehr reichen könnte, wurde dem Trainer allerdings erst im Verlauf der Rückrunde deutlich. „Das Selbstvertrauen ist von Woche zu Woche gewachsen“, und führte die Allershausener am 20. Spieltag, nachdem der SV Kranzberg eine Mini-Krise durchlebte, auf Rang eins. „Da hat man den Spielern dann schon angemerkt, dass sie ins Überlegen kommen“, bemerkte Stiller. Die Spitzenpartie in Kranzberg ging verloren.

Stiller will die Aufstiegschance nutzen. Aktiv auf dem Feld versteht sich, denn eins hat er schon auch ausgemacht: „So eine Chance vor einer derartigen Kulisse nochmals zu spielen, werde ich in meinem Alter nicht mehr so oft bekommen.“

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