Einst zählte Anton Bönig zu den Top-Talenten im Fußball.
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Einst zählte Anton Bönig zu den Top-Talenten im Fußball.

Anton Bönig im Interview über seine Karriere und seine Kinder

Anton Bönig: „Den Profi-Traum erfüllen sich die Söhne“

  • vonPeter Spanrad
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Anton Bönig zählte vor einigen Jahrzehnten zu den top Talenten im Fußball. Auch seine drei Söhne Vincent, Sebastian und Philipp sind keine unbekannten.

Freising – Der gebürtige Freisinger hatte das Zeug zum Profi und prägte viele Jahre lang als erfolgreicher Stür mer und dann auch als Trainer die hiesige Fußballszene. Vor Jahren schon hat er sich aus dem Fußballgeschäft zurückgezogen.

Herr Bönig, die meisten älteren Fußballfans der Region kennen Sie als ausgezeichneten Fußballer und Trainer. Wo liegen ihre fußballerischen Wurzeln?

Anton Bönig: Meine ersten Schritte im Fußball machte ich unter dem damaligen „harten Hund“ Toni Knöferl im Schüler- und Jugendbereich beim FC Eintracht Freising. Ich „durfte“ als Jüngster mit wesentlich älteren Spielern um Punkte kicken und dies mit mehr oder weniger Erfolg. Training und Spiele fanden auf dem buckligen Platz neben dem Freisinger Freibad statt und somit kein Vergleich mit den heute sehr guten Plätzen in der Savoyer Au. Nach einigen Spielen in der Oberbayern- und Bayernauswahl wurde der FC Bayern auf mich aufmerksam und ich wechselte schließlich in die B-Jugend des FC Bayern und wurde Stammspieler bei den Amateuren. Mit dem damaligen Manager Robert Schwan gab es hinsichtlich eines Profivertrags Unstimmigkeiten. Deshalb wechselte ich wieder zurück zu meinem Heimatverein FC Eintracht Freising in die 1. Mannschaft. Der wichtigste Trainer war in dieser Zeit der „Henner Bursch“, der leider schon verstorben ist. Da ich auch immer schon gerne Kritik an Trainern geübt habe, wollte ich es mit 28 Jahren selber als Spielertrainer versuchen. Das hat ganz gut geklappt und machte auch sehr viel Spaß.

Der Aufstieg in die Bayernliga

Dann kam der Wechsel nach Eching.

Genau, ein super Jahr. Mit etwa 30 Jahren kickte ich unter Trainer Anton Plattner für den TSV Eching in der Landesliga. Mit 30 Toren von mir und 28 Toren von Wolfgang Leitl sind wir in die Bayernliga aufgestiegen. Das war sportlich eine sehr erfolgreiche Zeit. Danach leitete ich aufgrund einer mündlichen Zusage ein Jahr lang das Training beim FC Eintracht Freising und wechselte zum FC Mossinning als Trainer. Mit Moosinning sind wir kurz darauf in die Landesliga aufgestiegen. Diesem Verein bin ich auch heute noch verbunden und habe bis etwa 50 Jahren noch in der AH gekickt. Später gab es noch ein Intermezzo in der Landesliga von Himolla Taufkirchen. Wir sind damals abgestiegen. Es sollte wohl nicht sein.

„Ich wollte Profi werden“

Hatten Sie als Jugendlicher den Traum, als Profi die ganz große Karriere zu machen?

Mein Ziel war es, Profi zu werden, aber nicht um jeden Preis. Es gab auch damals schon tolle Spieler und Talente, die es nicht geschafft haben, da einfach viel mehr dazu gehört – auch Glück –, diesen Weg gehen zu können. Ich bin deshalb keineswegs enttäuscht gewesen.

Wie haben Sie Fußball und ihr berufliches Leben unter einen Hut gebracht?

Berufliches Leben und Fußball bringt man nur dann zusammen, wenn die Familie und im speziellen natürlich die Ehefrau diesen „Wahnsinn“ mitmachen. Und da hatte ich richtig viel Glück.

Was hat sich in ihrem Leben alles verändert, als der sportliche Mittelpunkt vorüber war.

Was ich besonders positiv für mich empfinge, ist die Tatsache, dass ich noch zu vielen Weggefährten, Spielern, Trainern und sogar Vorständen Kontakt habe. Wir sehen uns, und es sind viele Freundschaften entstanden, die es im Profibereich so nicht geben kann.

Alle drei Söhne sind erfolgreich im Fußball-Buisness tätig

Was machen die drei Söhne Philipp, Sebastian und Vincent, die in der Fußballszene keine Unbekannten sind?

Mit dem Fußball bin ich natürlich immer noch durch die Erfolge meiner drei Söhne in Verbindung. Philipp (40 Jahre) war etwa zehn Jahre Bundesligaprofi bei Duisburg und Bochum und die letzten zwei Jahre bei Ferencvaros Budapest und wurde nochmal Ungarischer Pokalsieger. Nunmehr ist er im Trainergeschäft. Zuerst in Wolfratshausen und in dieser Saison beim Regionalligisten VfR Garching, den er nach der Vorrunde verlassen hat. Fußball macht er allerdings jetzt als Hobby. Er ist in einem Vollzeitjob tätig. Sebastian war ebenfalls lange Zeit Profi in der 2. Bundesliga, zuerst bei LR Ahlen und später bei Union Berlin. Mit den Berlinern ist er als langjähriger Co-Trainer in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Derzeit steht er vor der Prüfung zum Fußballlehrer und könnte dann einen Cheftrainerposten anvisieren. Mal abwarten. Der jüngste Sohn, der Vincent (Fritzi), war mit der Jugend des FC Bayern Deutscher Meister und spielte anschließend noch für Ingolstadt und Viktoria Wien unter Trainer Toni Polster. Seit einigen Jahren ist er aus zeitlichen und beruflichen Gründen nicht mehr aktiv, was schade ist. Er wohnt wie Sebastian in Berlin.

Wie sieht Ihr Leben heute aus? Welche Verbindung zum Fußball haben Sie noch? Spielen Sie selber noch in einer Mannschaft?

Bis vor zwei Jahren war ich in der Leitung des Jugendamtes Dachau tätig und mache jetzt noch für ein paar Stunden in der Woche das Fachcontrolling. Zudem studiere ich im Rahmen eines sog. Seniorstudiums an der LMU München Soziologie und Psychologie. Bis vor kurzem war ich noch Schöffe bzw. Laienrichter am Landgericht Landshut. Diese Tätigkeit habe ich aus Altersgründen nun abgelegt. Natürlich sehe ich nach wie vor gerne Fußballspiele, am liebsten die von Union Berlin oder den Mannschaften meiner Söhne, an. Ich sehe auch gerne die Aktivitäten meiner beiden Enkeltöchter Emily und Laura (Leichtathletik und Turnen) an.

Anton Bönig hält sich bei den „Champions“ fit

Wie halten Sie sich weiterhin fit? Oder spielt für Sie der Sport keine Rolle mehr?

Seit etwa 30 Jahren gibt es beim FC Moosinning eine Freizeitmannschaft (die „Champions“), die sich jeden Sonntag trifft und bis heute meine müden Knochen einigermaßen fit hält, aber vor allem auch sehr viel Freude bereitet.

Mit welchen Vorstellungen blicken Sie in die Zukunft?

Was die Zukunft angeht, bin ich durchweg positiv gestimmt und kann nur hoffen, dass es allen so gut gehen möge wie uns.

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