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Hochkonzentriert: Der sogenannte Batsman versucht, den Ball mit dem Schläger zu treffen.

Sparte wirbt um Mitglieder

BC Attaching: Neue Kricket-Abteilung startet durch

  • vonPeter Spanrad
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Der BC Attaching hat eine neue Abteilung im Angebot: Die Kricket-Spieler trainieren immer freitags ab 18 Uhr – und würden sich über Verstärkung freuen.

Attaching – Wer freitagabends oder sonntags am Trainingsgelände des BC Attaching vorbeischaut, der sieht Menschen, die einen kleinen Ball werfen, den ein anderer mit einem ungewöhnlichen Schläger wegzuhauen versucht. Es sieht ein wenig aus wie Baseball – ist es aber nicht. Wer die freundlichen und zuvorkommenden Sportler fragt, der erfährt, dass sie Kricket spielen.

Beim BCA freut man sich, das Sportangebot mit Kricket erweitert zu haben. „Wir sind immer offen für Neues“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Robert Neumaier, „und wir sind froh, mit Kricket unser Spektrum im Angebot ausgebaut zu haben. Wir sind damit weit und breit der einzige Verein, der jetzt eine Kricket-Abteilung hat.“

Die Initiative ging von Satya Sahoo aus

Dabei gingen die Verantwortlichen des BCA nicht selber auf die Suche nach einer neuen Sportsparte. Schon seit einiger Zeit mieteten Kricketspieler immer wieder einmal das Attachinger Trainingsgelände an. Darunter war auch die Mannschaft der Lufthansa, die es mittlerweile jedoch nicht mehr gibt. Genau dieser gehörte Satya Sahoo an, der seit einiger Zeit in Freising wohnt: Von ihm ging die Initiative aus – er fragte bei der BCA-Vorstandschaft nach, ob sie sich vorstellen könne, eine Kricket-Abteilung zu gründen. Vereinschef Albert Ziegltrum und sein Vize Neumaier sagten sofort zu. Die Kricketspieler hätten klare Vorstellungen von der Struktur eines Abteilungsmanagements gehabt und deutlich gemacht, dass sie finanziell selbstständig seien, blicken die beiden Vorsitzenden, Ziegltrum und Neumaier, auf die Gründung im Oktober zurück.

Eine Bereicherung für das Sportangebot sind die Kricketspieler von Lions United – sehr zur Freude von BCA-Vize Robert Neumaier (r.) und Abteilungsleiter Satya Sahoo (4. v. r.).

Fast alle Akteure der neuen BCA-Sparte – sie nennen sich Lions United – haben langjährige Erfahrung in ihrer Sportart. Die meisten von ihnen spielten bislang in Münchner Vereinen. Aber: „Die Trainingsbedingungen in München sind alles andere als optimal“, sagt Sriram Ravi, einer der Spieler. Und Kricket-Abteilungsleiter Satya Sahoo fügt hinzu: „In München ist man entweder auf Flächen im Westpark oder auf Schulsportplätze angewiesen. Da Kricket jedoch sehr viel Platz benötigt, reicht der dort in der Regel nicht aus. In Attaching finden wir ideale Bedingungen vor.“

Kricket hat ein bisschen was von Baseball und Brennball

Kricket ist bis dato eine Randsportart in Deutschland. Die Ursprünge dieses Sports lassen sich im England des 13. Jahrhunderts finden. Zeitweise war Kricket auch olympisch. Es hat gewisse Ähnlichkeiten mit Brennball, das der eine oder andere noch aus Schulsportzeiten kennt, oder auch mit Baseball. Für einen eingefleischten Spieler ist Kricket freilich etwas ganz anderes als Brenn- oder Baseball: Auf einem ovalen Spielfeld befinden sich elf Akteure der Feldmannschaft und zwei der Schlagmannschaft – und dabei dreht sich alles um das Duell zwischen dem Werfer, dem Bowler, und dem Schlagmann, dem Batsman. Der Bowler versucht, den Batsman zu einem Fehler zu bewegen, damit dieser ausscheidet – der Batsman seinerseits möchte den Ball wegschlagen, um Punkte, sogenannte Runs, zu erzielen. Der Bowler wird von den anderen Feldspielern unterstützt, die die Kugel so schnell wie möglich zurückzubringen versuchen. So eine Partie dauert dann schon einmal drei bis vier Stunden.

Vor allem in den ehemaligen Ländern des Commonwealth zählt Kricket zu den wichtigsten Sportarten – in manchen von ihnen ist es sogar Nationalsport. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass fast alle der knapp 30 Mitglieder der neuen BCA-Abteilung aus Indien stammen.

„In Bayern gibt es immerhin schon 37 Vereine.“

Während in Staaten wie Indien, Pakistan, Australien, Neuseeland oder Südafrika Kricket mit seinen Profiligen ein echter Publikumsmagnet ist, präsentiert sich der Sport in Deutschland noch eher bescheiden: „In Bayern gibt es aber immerhin schon 37 Vereine, die im Ligabetrieb sind – Tendenz steigend“, berichtet Abteilungsleiter Satya Sahoo. Die BCA-Mannschaft hat heuer in der untersten Liga begonnen und trifft auf Teams aus Tittmoning, Würzburg oder Schweinfurt.

Die Spieler seien sehr froh, in Attaching eine neue Heimat gefunden zu haben, sagt Sriram Ravi. „Denn für uns ist Kricket ein enorm wichtiger Lebensinhalt, fast schon wie eine Religion.“ Und BCA-Vize Neumaier fügt hinzu: „Kricket ist für uns vergleichbar mit Fußball. Der ist für manchen auch wie eine Religion.“

„Wir sind offen für jeden, der Kricket lernen will.“

Spartenchef Sahoo und seine Mitstreiter möchten in Zukunft alles daransetzen, dass sich Kricket nicht nur innerhalb des BC Attaching etabliert, sondern dass sich die Mitgliederzahl allmählich erhöht und die Popularität der Sportart steigt. „Ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg“, ist Sahoo zuversichtlich. Er bedauert ein wenig, dass die neue BCA-Abteilung derzeit hauptsächlich aus Indern besteht. „Wir sind offen für jeden, der Kricket lernen will“, rührt Sahoo kräftig die Werbetrommel.

Berührungsängste muss niemand haben. Denn wer beim Training oder mal bei einer Partie vorbeischaut, der wird von den Kricketspielern überaus freundlich und mit offenen Armen empfangen. „Wir würden uns sehr freuen, wenn künftig auch viele Deutsche bei uns Kricket spielen würden, gerne auch Kinder und Jugendliche“, sagt Sahoo.

Gut zu wissen

Das Training findet immer freitags ab 18 Uhr auf dem Gelände des BC Attaching statt. Nähere Infos gibt es auf der Homepage der Abteilung (lionsunitedcc.wixsite.com/lionsunitedcc) und auf Facebook (www.facebook.com/lionsutdcricket).

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