Und die Besucher wenden sich mit Grausen

Freising - Viel hatten sich die Fußballer des SE Freising für das Heimspiel gegen den VfB Eichstätt vorgenommen. Am Ende waren jedoch die Gäste Nutznießer eines schlechten Spiels und entführten nach einem 2:0 die drei Punkte. Es braucht schon viel, wenn eingefleischte SEF-Fans vorzeitig das Stadion Savoyer Au verlassen. Am frühen Samstagabend - der SE Freising war grad mit 0:2 in Rückstand geraten - leerte sich das Rund zunehmens.

 70 Minuten war die Partie zwischen dem Absteiger und dem Gast aus dem Altmühltal dahingeplätschert, ein Unentschieden der schlechteren Sorte kündigte sich an. Doch dann zeigte der VfB seine eiskalte Seite. Zwei Chancen - zwei Tore. "Wir haben ganz klar die erste Halbzeit verschlafen, haben viel zu passiv agiert", ärgerte sich Trainer Günther Leipold.

Viel hatte er sich vorgenommen gegen die ambitionierten Gäste. Schnell umschalten auf Angriff wollte man gegen den VfB, sie an ihrer Achillesferse treffen. Doch das genaue Gegenteil trat ein. Eichstätt nahm, besonders in den ersten 20 Minuten, das Zepter in die Hand und brachte den SE Freising - aber ohne nennenswerte Chance - in Bedrängnis. "Man hat einfach gemerkt, dass unser Gegner heute unbedingt gewinnen wollte", musste Leipold zugestehen. Und dem Tabellenfünften war es in der Tat vom Anpfiff weg anzumerken, dass die Patzer der Hinrunde ausgebessert werden sollen, um wieder an die Tabellenspitze zurückkehren. Bereits nach drei Minuten hätte Eichstätt in Führung gehen müssen. Michael Schmid - ansonsten versierter Abwehrspieler - vertändelte leichtsinnig den Ball, hatte dann aber Glück, dass die beiden Eichstätter Stürmer den Ball vergaben. Danach stabilisierte sich die SEF-Abwehr ein wenig. Doch die beste Abwehr hilft nichts, wenn es an kreativen Ideen nach vorne fehlt. Alle vier Stürmer waren während der Woche noch angeschlagen oder gar nicht im Training gewesen. So kamen - wie Leipold angekündigt hatte - im Laufe des Spiels alle Vier zum Einsatz. Den ersten Hauch einer Chance für die Hausherren hatte Thomas Eckmüller dann nach zwanzig Minuten als er nur den Bruchteil einer Sekunde zu spät einen Ertlmeier-Pass verfehlte. Möglichkeiten von Max Lerchl (31.) und des mittlerweise eingewechselten Stefan Lex (35.) folgten.

Auch in Durchgang zwei plätscherte das Spiel dann dahin, ein Remis schien sich anzukündigen. Freisinger Unterstützung erhielt der VfB dann beim 0:1 (69.). Benjamin Schmidramsl trat einen Freistoß aus gut 18 Metern, die SEF-Mauer fälschte den Ball noch ab - keine Chance für Torwart Marcel Fesenbeck. Doch Eichstätt gab sich mit dem einen Tor nicht zufrieden, drängte weiter. Und aus einem Freistoß vom linken Seitenaus, den Philipp Krieglmeier verhalten vors Tor trat, aber in Jochen Regler einen Abnehmer fand, resultierte das 2:0 (78.) für die Gäste. Haltbar? Möglicherweise. "Das war heute wieder ein absoluter Witz. Die letzten zehn Gegentore sind durch unsere Hilfe gefallen. Wir verbauen uns alles selber", war SEF-Kapitän Max Lerchl nach dem Spiel frustriert.

Ernüchternder sah Günther Leipold die Lage. "Bei uns ist einfach ein Substanzverlust erkennbar. Viele Spieler sind angeschlagen." Die Winterpause wird am Roider-Jackl-Weg förmlich herbei gesehnt. Zeit wird's, sonst folgen ähnliche Momente wie im letzten Jahr. ms

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