Für Toleranz und Teamgeist: Philip Zelmer (Mitte) von der SpVgg Zolling verlas vor demKreisfinal-Turnier 2018 den Ehrenkodex des Merkur CUP. Seine Mannschaftskameraden Niclas Hoffedank (l.) und Sebastian Stolz assistierten ihm.
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Für Toleranz und Teamgeist: Philip Zelmer (Mitte) von der SpVgg Zolling verlas vor demKreisfinal-Turnier 2018 den Ehrenkodex des Merkur CUP. Seine Mannschaftskameraden Niclas Hoffedank (l.) und Sebastian Stolz assistierten ihm.

Ein Beitrag aus dem Buch der Werte

Der Fußball vermittelt wichtige Werte

  • vonReinhard Hübner
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Im Buch der Werte geht es um mehr als nur um Punkte und Tore. Der Fußball vermittel nämlich viel mehr und ist wichtig für die Entwicklung der Kinder.

VON REINHARD HÜBNER

LandkreisEs war eine Szene, die immer wieder mal passiert im Fußball – nicht nur im Kinderfußball. Der Torwart lässt den Ball ein bisschen blöd durch die Beine rutschen, kann passieren. Tor. Es hat geregnet, der Ball ist glitschig gewesen wie eine Kröte.

Nun konnte man erwarten, dass die Mitspieler den Unglücksraben trösten, ihm auf die Schulter klopfen, ihn aufrichten würden. Einer aber ist losgerannt, Tränen der Wut in den Augen, hat getobt, seinen Torhüter umgestoßen, sich gebärdet wie einst Axel Schulz im Boxring. Der kleine Keeper hat sich aufgerappelt, ist dann heulend ins Gras gesunken. Und seinen Mitspieler, der derart ausgeflippt war, haben sie vom Platz gezerrt.

Es ist eine traurige Geschichte, sie erzählt von Auswüchsen im Kinderfußball. Aber erzählt sie nicht auch von viel zu ehrgeizigen Erwachsenen, erzählt sie nicht von einem völlig überzogenen Leistungsdruck, dem schon Zehnjährige ausgesetzt werden?

Sind Eltern schuld an unsportlichen Kindern?

Es ist nämlich nicht irgendein Spiel gewesen, es war ein entscheidendes. Vielleicht ist es den Kindern gar nicht so bewusst gewesen, offensichtlich aber einigen Eltern, manchen Betreuern, die insgeheim schon an die schönen Meisterfotos in der Heimatzeitung gedacht haben. Und die Kinder „richtig heiß“ gemacht hatten, wie man im Fachjargon sagt. So sehr, dass einer dann nicht verkraften konnte, dass ein Patzer seines Keepers den Sieg kostete.

Was aber hätten die Eltern tun sollen? Den Kindern sagen, sie sollen einfach nur spielen, Spaß haben, auch wenn sie verlieren? Es ist oft schwierig, die Balance zu finden zwischen Erfolgsdenken und den Bedürfnissen von Kindern. Schmal ist der Grat, auf dem sich Eltern und Betreuer bewegen. Natürlich sollen die Kids in erster Linie Freude am Sport, Spaß an der Bewegung, am gemeinsamen Spiel haben. Aber haben sie nicht noch mehr Freude, wenn sich Erfolge einstellen?

Fragen wie diese haben uns gequält an diesem trüben Fußballnachmittag, als sich der Übeltäter heulend im Regenmantel seines Vaters verkroch. Rausschmeißen würd‘ ich den, haben einige gerufen, der soll doch boxen oder Golf spielen, aber bitte keinen Mannschaftssport betreiben. Als der Strafenkatalog immer härter wurde, hat sich der Betreuer schützend vor den Buben gestellt und gebeten, die Sache doch bitte nicht derart zu dramatisieren.

Sinneswandel bei dem jungen Bub

Der Bub ist übrigens im Verein geblieben, zwei Wochen später schon hat er wieder mitgespielt, hat seinen Torwart gelobt, sich gefreut über Tore und Siege. Er hat auch wieder mal verloren, das aber hat er weggesteckt. Tapfer, wie es sich gehört für einen echten Sportsmann.

Was inzwischen mannschaftsintern passiert war? Wir wissen es nicht. Vielleicht hat sich der Trainer mit den Eltern zusammengesetzt, die Ziele neu definiert, vielleicht haben sie gemeinsam die Lehren gezogen aus dem bitteren Vorfall. Die Kinder, das sah man, hatten dem Jungen verziehen, auch der Torwart. Die Mannschaft, der Sport, haben ihn aufgefangen, wieder integriert. Er wurde nicht ausgestoßen wegen des Ausrasters. Eine wichtige Erfahrung.

Der Fußball vermittelt wichtige Werte

Sie hat ihm gelehrt, dass der Sport nicht in erster Linie aus Siegen und Erfolgen besteht. Sondern viel mehr zu bieten hat: Geborgenheit, Kameradschaft und Freundschaft, die selbst auch derart kritische Situationen übersteht.

Der Merkur CUP

ist das weltweit größte E-Junioren-Fußballturnier. Es wird vom Münchner Merkur mit dem BFV veranstaltet und von den Premiumsponsoren ESB Energie Südbayern, CEWE sowie dem Ausrüster macron mit macronstore München gefördert. Außerdem unterstützen der FC Bayern München, die SpVgg Unterhaching und der TSV 1860 München das Turnier. Als lokaler Sponsor ist die Raiffeisen-Volksbank Ebersberg ein treuer Förderer des Merkur CUP. Weitere Förderer: FC Bayern Erlebniswelt, FC Bayern Frauen, Allianz Arena, Howe, AHD Sitzberger und Busreisen Geldhauser. ESB ist außerdem Fairplay-Partner des Merkur CUP.

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