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Christian Keßler (53) ist in dieser langen Saison der vierte Trainer des Kreisklassisten.

Fußball - Kreisklasse

Christian Keßler übernimmt bei der SpVgg Zolling: „Wir sind sehr schnell zusammengekommen“

Die Kreisklassen-Fußballer der SpVgg Zolling haben in dieser Saison schon einige Trainerwechsel hinter sich. Nun soll es Christian Keßler (53) richten.

Zolling – Die Kreisklassen-Fußballer der SpVgg Zolling haben bewegte Zeiten hinter sich. Mit Markus Garcia, Christian Grüll und Thomas Brandmaier trainierten in dieser ellenlangen Saison 2019/21 schon drei Coaches das Team. Nun soll es Christian Keßler (53) richten – verbunden mit der Hoffnung auf mehr Kontinuität.

Ein Blick zurück ins Jahr 2020: Nachdem der Club und Grüll ihre Zusammenarbeit direkt nach dem Re-Start im September und der 0:3-Niederlage gegen Ilmmünster beendet hatten, übernahm Brandmaier als Spielertrainer und holte aus seinen drei Partien solide vier Punkte. „Da war dann schon eine andere Einstellung da. Fußballerisch hat das schon besser ausgesehen“, blickt Zollings Abteilungsleiter Markus Bauer zurück. Etwa in der Partie gegen Gammelsdorf, die die Truppe nach einem 1:2-Pausenrückstand noch mit 4:2 gewann. Danach verschärfte sich die Corona-Lage, die SpVgg trat im Ligapokal nicht an.

Keßler: „Die Jungs sind heiß und ich auch.“

Obwohl die Zollinger sehr zufrieden mit Brandmaier sind, soll er auf die Position des spielenden Co-Trainers rücken. Dafür wird Christian Keßler ab dem Trainingsauftakt das Team leiten. Keßler war zuletzt in der Hinrunde für Vatanspor Freising tätig, musste aber wegen beruflicher Verpflichtungen eine Pause einlegen. Nun hat er wieder mehr Puffer und Lust, sich in die neue Aufgabe zu stürzen: „Die Jungs sind heiß und ich auch. Es wird Zeit, dass es wieder losgeht.“

Bereits im Herbst hatten Zollinger Spieler wie Maximilian Schütz den Kontakt zwischen dem Verein und Keßler hergestellt: „Dann haben wir uns ganz unverbindlich unterhalten und offen und ehrlich diskutiert, wie es weitergehen soll“, erzählt Spartenchef Bauer. „Und wir sind sehr schnell zusammengekommen“, ergänzt Keßler.

Bei dem neuen Trainer und seinen Spielern gestaltet sich das wegen der Pandemie schwieriger. So ist der Coach momentan noch auf virtuelle Zusammentreffen angewiesen. „Wir telefonieren viel miteinander. Die Jungs haben einen eigenen Trainingsplan und ziehen super mit.“

Auch ein paar Verletzte kehren nun wieder zur Mannschaft zurück – zum Beispiel Philipp Bittner und Richard Steiger nach ihren Knieverletzungen. Außerdem bauen die Zollinger auf einige A-Jugendliche, die in der kommenden Saison zu den Herren stoßen werden. Dementsprechend langfristig plant Keßler die Zukunft an seiner neuen Wirkungsstätte: „Im nächsten Jahr wollen wir – eventuell auch mit ein paar neuen jungen Spielern – ein stabiles Kreisklassen-Team aufbauen, das nichts mit dem Abstieg zu tun hat.“

Fokus liegt auf der Defensivarbeit

Damit es überhaupt soweit kommen kann, müssen Keßlers Kicker im Frühjahr erst einmal die Klasse halten. Nur zwei Punkte trennen die Ampertaler von einem direkten Abstiegsplatz. Der Coach sieht seine Aufgabe daher erst einmal darin, das Team in der Defensive zu stabilisieren: „Wir wollen kompakt stehen. Unsere Viererkette wurde im Herbst oft leicht auseinandergerissen. Daher wollen wir auf ein flexibleres 3-5-2-System umstellen, das sich nicht so leicht überspielen lässt.“ Dass der Fokus auf der Abwehrarbeit liegt, rührt auch daher, dass Keßler vollstes Vertrauen in die offensive Qualität der Mannschaft hat: „Wir haben genügend Spieler mit großer individueller Klasse.“

Zeigen können das die Zollinger momentan nur virtuell. Per Cybertraining hält sich die Truppe fit. Laut Keßler werden die körperlichen Voraussetzungen letztlich über Erfolg und Misserfolg entscheiden. „Es kommt darauf an, welches Team am fittesten aus dem Lockdown kommt. Das wollen wir sein.“

Sebastian Bergsteiner

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