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Sebastian Aigner vom BC Attaching: Das Trainer-Gen spielt schon früh mit

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Sebastian Aigner: Der 20-jährige Attachinger bringt für sein Alter überraschende Eigenschaften mit.
Sebastian Aigner: Der 20-jährige Attachinger bringt für sein Alter überraschende Eigenschaften mit. © Lehmann

Sebastian Aigner ist als 20-jähriger Spieler in der Attachinger Kreisliga-Mannschaft kein Exot. Sein Vorbild ist kein Geringerer als Joshua Kimmich.

Freising - Denn beim BCA wurden in den vergangenen Jahren häufiger ganz junge Spieler direkt in die erste und zweite Mannschaft hochgezogen. Doch der Defensivspezialist bringt einige Eigenschaften mit, die in seinem Alter durchaus überraschend sind. Deshalb sagt sein Trainer Enes Mehmedovic:

„Sein absoluter Wille, seine Einsatzbereitschaft und seine intelligente Spielweise machen ihn für mich schon jetzt zu einer Führungspersönlichkeit auf dem Platz. Mit ihm wird Attaching noch viel Freude haben und er ist ein Spieler, der später absolut als Kapitän in Frage kommt.“

Der so Gelobte ist am 22. Mai 2001 in München geboren und verbrachte seine Kindheit in Hallbergmoos. Dort hat auch seine Leidenschaft für Fußball begonnen. Zusammen mit seinem Papa, der selbst aktiv die Fußballschuhe unter anderem für Deisenhofen geschnürt hat, kickte er schon im Kindergartenalter im Garten oder zur Not auch im Kinderzimmer. Schon mit drei Jahren stand der erste Stadionbesuch auf dem Programm. Damals zusammen mit dem Papa in Unterhaching, wo die SpVgg bis heute der Lieblingsverein von Vater und Sohn ist.

In der Jugend vom SEF nach Attaching

Schon in der E-Jugend wechselte Sebastian Aigner von Hallbergmoos zum SE Freising. Kurz darauf zogen auch seine Eltern in die Domstadt um, wo der Sprössling fortan das Camerloher-Gymnasium besuchte. Fußballerisch stand nach der C-Jugend der nächste Wechsel an. Zusammen mit einigen Mannschaftskollegen wechselte der Offensivspieler zum BC Attaching. „Dort bin ich, dann mehr in die Defensive gerückt. In der B- und A-Jugend war ich schon Innenverteidiger und Sechser, wobei mir die Mittelfeldposition deutlich Spaß macht. Da kann man mehr ins Spiel eingreifen und selber was kreieren, auf der Sechs geht es einfach mehr ab“, beschreibt der 20-jährige seine Lieblingsposition.

Beim BCA verbrachte Aigner vier schöne und sehr erfolgreiche Nachwuchsjahre und durfte schon als 18-jähriger parallel bei der Ersten mitspielen. „Bei den Herren wird ein anderer Fußball gespielt, da lernt man auch wesentlich mehr. Es ist deutlich körperlicher, die Zweikämpfe werden härter geführt und man hat weniger Zeit“, analysiert der Attachinger mit der Rückennummer 8.

Seit frühester Jugend beschäftigte sich der 1,80 Meter große Defensivspezialist nicht nur mit seinem eigenen Spiel, sondern auch exzessiv mit taktischen Analysen, Fragen der Teamphilosophie und Verbesserungspotenzialen auf und neben dem Platz. Nach seinem Abitur besuchte er bei einem Auslandsaufenthalt zwei Monate die englische Elite-Uni Loughborough, um dort die Trainingsinhalte in anderen Ligen kennenzulernen. Kein Wunder also, dass Sebastian seine Rolle als erfolgreicher Zweikämpfer, der sich nach vorne einschalten und beim Spielaufbau unterstützen soll, noch um die Komponente „von hinten raus führen“ ergänzt hat.

Vorbild Kimmich

Als Vorbild nennt der Student der Betriebswirtschaft Joshua Kimmich, dessen Mentalität, Zweikampfverhalten und die Art Chancen zu kreieren er bewundernswert findet. Das BWL-Studium an der LMU sei jetzt nicht sein Plan A gewesen und ein Stück weit den Corona-Umständen geschuldet. Da wäre ein Studium in England oder an der Sporthochschule Köln oder eine Karriere als Pilot im Ranking weiter oben gewesen, meint der Haching-Fan. Der zukünftige Berufswunsch sei aber ganz klar eine Tätigkeit im Management oder der Nachwuchsarbeit bei einem Profiverein.

Der frischgebackene Inhaber des B-Trainerscheins plant im nächsten Jahr den B-Plus-Schein und wäre zukünftig auch an der A-Lizenz interessiert. Den Job als Trainer findet er extrem spannend und es mache Spaß, das Ruder in der Hand zu halten und Entscheidungen zu treffen, erzählt der 20-jährige. „Ich glaube nicht, dass für mich als Spieler in Richtung Profifußball noch was kommt, da ist der Zug abgefahren, aber das ist für mich kein Problem. Es wäre toll, selber noch mal Landes- oder Bayernliga zu spielen. Aktuell ist aber das Ziel mit Attaching in der Kreisliga oben mitzuspielen und mit den vielen jungen Spielern aufzusteigen und sich dann zu etablieren.“

Neben dem Fußball besucht der Student regelmäßig das Fitnessstudio und fährt im Winter gerne mit Ski oder Snowboard. Auf dem Platz honorieren die Schiedsrichter sein bissiges Zweikampfverhalten recht häufig mit Gelben Karten. Da könnte Attachings Nummer 8 manchmal noch cleverer agieren. Genauso im spielerischen Bereich oder beim Torabschluss. „Aber der Sebastian ist ja noch jung, sehr lernwillig und zieht im Training extrem gut mit, also wird das alles noch kommen“, ist sich BCA-Trainer Enes Mehmedovic sicher. (Josef Fuchs)

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