Als Eching noch ein Trainer-Duo hatte: Gerhard Lösch mit Dennis Magro. Magro ist schon weg, Lösch verlässt den Club nach Saisonende - hoffentlich mit einem Aufstieg.
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Als Eching noch ein Trainer-Duo hatte: Gerhard Lösch mit Dennis Magro. Magro ist schon weg, Lösch verlässt den Club nach Saisonende - hoffentlich mit einem Aufstieg.

RÜCKBLICK TSV ECHING - Lösch-Elf beendet nach 2019 auch 2020 das Jahr als Tabellenführer

Der zweifache Winter-Meister

  • vonMoritz Stalter
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Der TSV Eching führt die Tabelle schon wieder an. Das war im Dezember 2019 so und hat sich ein Jahr später wiederholt.

Eching – Die Zebras haben sich erfolgreich in der Landesliga zurückgemeldet. Sie stehen im gesicherten Tabellenmittelfeld und sind auf einem guten Weg, das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen. So oder so ähnlich hätte es im Jahresrückblick des TSV Eching stehen können. Wäre da nicht eine Pandemie, wegen der im Jahr 2020 kaum Fußball gespielt wurde und wegen der die Echinger weiter auf einen möglichen Aufstieg warten müssen. Die Ausgangslage veränderte sich nur minimal gegenüber der letzten Winterpause: Der TSV überwintert zum zweiten Mal in der gestreckten Saison 2019/21 an der Tabellenspitze der Bezirksliga, doch die Sportfreunde Schwaig machen Druck. Ob Michael Schütz, der designierte Nachfolger von Trainer Gerhard Lösch, im nächsten Sommer einen Bezirks- oder Landesligisten übernehmen wird, bleibt offen.

Das Fußballjahr hatte für den TSV Eching schon im Dezember 2019 begonnen. Da beschlossen Clubspitze und die beiden Trainer Lösch und Dennis Magro, dass die Zusammenarbeit nach der Saison enden wird. „Dennis und ich hatten ein Ziel: „Zum Abschied den Aufstieg“, sagte Lösch. Als er im Februar seine Spieler zusammentrommelte, sprach er von der wichtigsten Vorbereitung der vergangenen Jahre werden. „Wir wollten hart arbeiten und den Fokus auf die letzten zehn Spiele legen“, so der 32-Jährige. Im März wollten sich die Echinger im Trainingslager in Meran den Feinschliff holen. Doch kurz nach der Ankunft wurde Südtirol als Corona-Risikogebiet eingestuft. Lösch und seine Spieler reisten freiwillig wieder ab. „Wir wussten nicht, ob es Probleme gibt und wollten es nicht darauf anlegen“, erklärt der Trainer. Nach ihrer Rückkehr ließ sich die gesamte Reisegruppe testen. Alle waren negativ, was in diesem Fall ja positiv war. Anders als die Nachricht, die wenig später eintrudelte und die Unterbrechung der Saison verkündete. „Wir hatten in der hart gearbeitet. Der erste Lockdown hat dann eigentlich alles zerstört“, so Lösch.

Im August durften Echinger und alle anderen Mannschaften wieder Fußball spielen. Die zweite Vorbereitung war straffer, aber nicht weniger intensiv. Geschrumpft war auch das Trainerteam: Magro hatte sich zum DJK Kolbermoor verabschiedet. Lösch war ohne seinen Kumpel auf sich allein gestellt, aber weiterhin erfolgreich.

Die Echinger ließen beim Re-Start den FSV Pfaffenhofen alt aussehen. Auf den 5:1-Sieg folgte das 3:0 gegen den SV Sulzemoos. Auch mit dem 3:3-Remis im Spitzenspiel beim Tabellendritten war Lösch zufrieden, zumal Maxi Ceballos erst kurz vor Spielende den Punkt sicherte. Es war der vierte Treffer im dritten Einsatz für den technisch beschlagenen Stürmer. Eine Woche später, beim 2:2 gegen Schwabing, blieb Ceballos dann erstmals torlos. Dafür traf Alex Beer. Er zog in der Re-Start-Torschützenliste mit Ceballos gleich. Die Partie gegen die Münchner sollte das letzte Ligaspiel vor der Winterpause werden. Trainer Lösch wurmt sie noch heute: „Mich wundert es immer noch, wie wir das Spiel nicht gewinnen konnten. Wir hätten zur Halbzeit 4:0 führen müssen“, so Lösch.

Die liegen gelassenen Punkte tun deshalb weh, weil der starke Aufsteiger aus Schwaig aus vier Spielen zwölf Punkte holte. Echings Vorsprung schrumpfte auf einen Zähler zusammen – und Schwaig hat zwei Spiele weniger absolviert. „Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand. Aber wir spielen noch gegen Schwaig“, so Lösch. Und weiter: „Ich glaube nicht, dass sie nach der Winterpause alles gewinnen werden. Unsere Ausgangsposition ist immer noch sehr gut.“

Ende Oktober feierte der Ligapokal seine Premiere. Zunächst betrachtete Lösch den neuen Wettbewerb als Bonus und Möglichkeit, zu testen und die Spielzeit gleichmäßig auf seine Spieler zu verteilen. Zum Auftakt gewannen die Echinger mit 3:1 gegen Moosinning, dann unterlagen sie mit 2:4 beim SV Dornach. Danach stiegen die Corona-Infektionen rapide an. Der Bayerische Fußball-Verband unterbrach die Saison erneut. Und änderte den Modus. Wenn der Ligapokal im Frühjahr wieder startet, geht es nicht mit der Gruppenphase weiter, sondern mit K.-o.-Spielen. Wenn Bundesligisten davon sprechen, so schnell wie über den DFB-Pokal könne man sich nicht für die Europa League qualifizieren, trifft das nun für die Bezirksligisten und den Landesliga-Aufstieg zu. „Wir haben in der ersten Runde ein Freilos und bräuchten dann ‚nur’ fünf Siege, um aufzusteigen“, so Lösch, „es wäre dumm, wenn wir mit Vollgas reingehen würden.“

Die Zebras werden Anfang Februar in die Vorbereitung starten – vorausgesetzt natürlich, dass Fußball gespielt werden darf. „Es sind dann nur noch sechs Spiele. Wir haben es mehr oder weniger in der Hand, denn es gibt ja noch die Relegation“, sagt Lösch.

Ein Loch reißt der Abgang von Julien Santana-Mielke. Den flexibel einsetzbaren Mittelfeldspieler zog es nach Kolbermoor zu Ex-Trainer Magro. „Julien hat eine neue Arbeit gesucht. Dennis hat eine Firma und ist nicht auf den Kopf gefallen“, erzählt Lösch und schmunzelt. „Ich bin Dennis nicht böse, auch wenn uns Juliens Abgang wehtut“, so der TSV-Trainer weiter. Santana-Mielke traf viermal in seinen 16 Einsätzen, stand siebenmal in der Startelf. Ersatz für ihn ist nicht geplant. Mit Daniel Hahner und Max Beer werden zwei Spieler wieder mit dabei sein, die im vergangenen Jahr selten (Hahner) bis überhaupt nicht (Beer) auflaufen konnten.

Lösch lässt seine Spieler bis zum Trainingsauftakt in Ruhe: „Wir haben eine Whats–App-Gruppe, in der bin ich aber gerade nicht aktiv.“ In einer anderen Chat-Gruppe sind seine Spieler und ehemalige Echinger unter sich. „Ich muss nicht alles wissen“, so Lösch. Ab dem 2. Februar sieht das anders aus. Dann wird der Trainer genau hinschauen, denn er weiß: Ausrutscher in den letzten sechs Ligaspielen sind nicht erlaubt. Ganz besonders gilt das für den Auftakt am 11. April in Schwaig. Verlieren die Zebras dort, wird es schwer mit der Meisterschaft. Gewinnen sie, sind sie fast am Ziel.

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