Nicht zu stoppen: Ludwig Kollmannsberger (graues Trikot) und seine Kollegen vom SV Marzling nahmen aus der Moosburger Bonau alle drei Zähler mit. Dafür reichte eine gute zweite Hälfte.
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Nicht zu stoppen: Ludwig Kollmannsberger (graues Trikot) und seine Kollegen vom SV Marzling nahmen aus der Moosburger Bonau alle drei Zähler mit. Dafür reichte eine gute zweite Hälfte.

Vöttings Schlussmann wird zum Matchwinner

Kreisklasse 3: Die nächste Nandlstädter Ansage und ein glücklicher Pechvogel

  • VonNico Bauer
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Der TSV Nandlstadt ist der unangefochtene Spitzenreiter der Kreisklasse 3 Donau/Isar. Simon Hehnen sichterte währenddessen den Sieg des SV Vötting.

Freising – Erst kommt der TSV Nandlstadt – und dann gibt es eine Lücke zum Rest. Aktuell hat der Primus der Kreisklasse zwar lediglich drei Punkte Vorsprung, aber gefühlt ist es schon deutlich mehr. Die dominante Leistung in Zolling war eine Ansage.

SpVgg Zolling – TSV Nandlstadt 0:4 (0:2).

Zolling war als Tabellendritter alles andere als eine Laufkundschaft, aber am Ende gab es nicht viel zu diskutieren. Der TSV Nandlstadt war schlicht und einfach eine Nummer zu groß. Nur in der ersten Viertelstunde konnte das Heimteam den Hallertauern Paroli bieten und hatte eine gute Chance. Das 4:0 ist vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen, aber am Sieg gab es letztlich nichts zu deuteln. Zollings Trainer Christian Kessler stellte allerdings trotzdem fest, dass seine Schützlinge nicht ganz an die zuletzt starken Leistungen anknüpfen konnten. Am Ende blieb den Gastgebern nur die Feststellung, dass man gegen andere Mannschaften dieser Liga punkten muss. Für Nandlstadt trafen diesmal Alexander Feichtmeier (15.), Niklas Tafelmaier (31., 70.) und Mert Akinci (89.).

TSV Paunzhausen – SV Hörgertshausen 1:0 (1:0).

Paunzhausens Trainer Alexander Sulzberger will in den Heimspielen seines Vereins den Rasen brennen sehen – und das war diesmal definitiv der Fall. Paunzhausen war gegen den bisherigen Zweiten die bessere Mannschaft, zeigte teilweise sehenswerte Spielzüge und hatte ein Chancenplus. In der 43. Minute überbrückte man schnell das Mittelfeld und Philipp Böhm bediente Tobias Mayr, der frei vor dem Tor die Nerven behielt. Dem SV Hörgertshausen fehlte etwas die Durchschlagskraft –und so ging das 1:0 dann auch in Ordnung. „Mit der Ausnahme Nandlstadt kann in der Liga jeder jeden schlagen“, sagte TSV-Trainer Alex Sulzberger. Sein Team lieferte den Beweis.

BC Attaching II – FCA Unterbruck 0:5 (0:3).

Der FCA Unterbruck kommt gerade so richtig ins Laufen und gibt sich nicht mit der klassischen Aufsteigerrolle zufrieden, nur irgendwie den Klassenerhalt schaffen zu wollen. Für die Attachinger Reserve war der Neuling schlicht und einfach zwei Nummern zu groß. Mit dem Samstagssieg sprang man für eine Nacht auf den zweiten Platz – mit 13 Punkten aus sechs Spielen – und behält den nun überraschend auch. Das jüngste Spiel zeigte auch die Weiterentwicklung der jungen Spieler, die immer dominanter auftreten. Die Tore von Matteo Kern (19./67.), Markus Zacherl (27./Foulelfmeter, 40.) und Johannes Georgi (85.) waren die logische Konsequenz. Den fünf Toren konnte der BC Attaching nur drei gute Torchancen entgegensetzen – und einen Elfmeter. Der war eigentlich ganz gut geschossen, aber Torwart Michael Zachskorn ahnte die Ecke und zeigte eine klasse Parade. Er hielt bei der Serie von nun vier Siegen mit satten 20:4 Toren das dritte Zu-Null fest. Der Spektakel-FCA schwingt sich auf zur Mannschaft der Stunde.

FC Moosburg – SV Marzling 1:2 (1:0).

Pablo Arevalo-Hölscher wird diesen Fußballtag im Moosburger Stadion so schnell nicht vergessen. Erst traf er hinten, dann traf er vorne – und aus der tragischen Figur wurde der Matchwinner. Direkt in der ersten Minute bugsierte der Marzlinger das Leder ins eigene Gehäuse, wobei er völlig schuldlos an dem Gegentor war. Vor ihm ließen andere Spieler den Ball durchrutschen, und Arevalo-Hölscher konnte nicht mehr reagieren. Angesichts der Entstehung war Moosburgs Führung zur Pause zwar glücklich, aber definitiv verdient. Die Gastgeber waren klar überlegen, spielten die Angriffe in Tornähe aber nicht gut aus und verpassten damit einen höheren Vorsprung. Marzlings Trainer Thomas Zellermeyr blies dann seinen Kickern den Marsch, und in der zweiten Halbzeit hatte Marzling Ball und Gegner im Griff. Die Gäste rannten, kämpften und spielten guten Fußball. Tobias Duffner besorgte mit einem unstrittigen Foulelfmeter den Ausgleich (76.) – und dann vollendete Pablo Arevalo-Hölscher einen schulbuchmäßigen Angriff zum 2:1 in der 84. Minute. Zu dem Zeitpunkt hatte sich der Gast auch diese drei Punkte verdient. Für das nächste Spiel hofft Thomas Zellermeyr dann aber auf 90 Minuten Leistung und nicht nur die für Moosburg reichenden 45 Minuten.

SV Vötting Vatanspor Freising 3:1 (1:1).

Stürmer im Fußball stehen für Spektakel, aber auch Torhüter können Spiele gewinnen. Und das schaffte diesmal der Vöttinger Simon Hehnen, der einen echten Sahnetag erwischt hatte. Bereits in der ersten Minute verhinderte er im Eins gegen Eins den Rückstand – und zum Matchwinner wurde er eine Viertelstunde vor Schluss. Der Freistoß von Fatih Masat hätte zum 2:2 genau ins Kreuzeck gepasst, aber Hehnen brachte spektakulär die Finger noch an den Ball. Christian Pflügler hatte Vötting in Führung (12.) gebracht, aber nach dem Ausgleich von Haydar Kaya (25.) verloren die Gastgeber den Faden. Mit einem Traumtor sorgte Christian Pflügler – er traf von der Mittellinie über den am Elfmeterpunkt stehenden Torwart – für die erneute Führung. Fünf Minuten vor dem Ende machte Michael Kronthaler mit dem 3:1 den glücklichen, aber unter dem Strich nicht unverdienten Sieg perfekt. Vöttings Trainer Markus Huber war dennoch besorgt, dass seine Mannschaft nach dem Ausgleich mental so einbrach. Auch die Rote Karte des Vatanspor-Torwarts Tugrul Cakmak (15.) fiel quasi kaum ins Gewicht. Die Überzahl der anfangs bärenstarken Vöttinger war so gut wie gar nicht zu sehen.

FVgg Gammelsdorf SC Freising 1:0 (0:0).

Es gab bessere Spiele an diesem Wochenende, denn eigentlich lieferte man sich ein klassisches 0:0-Gekicke. Das gewann an Spannung durch ein kleines zwischenzeitliches Elfmeterschießen. Bei Gammelsdorf schoss Marco Bareither über das Tor und den Strafstoß der Freisinger hielt Torwart Martin Schmid. Das Tor des Tages machte in der 72. Minute der kurz zuvor eingewechselte Erik Hölzl. Er gewann einen Zweikampf, spielte einen Verteidiger aus und zog vor dem Torwart eiskalt ab. Diese Einzelaktion machte den Unterschied. Schade war dagegen, dass sich Freisings Co-Trainer Mesut Toprak ohne Einwirkung eines Gegenspielers verletzte und sogar ins Krankenhaus gefahren werden musste. Auf diese Szene hätten alle Beteiligten gerne verzichtet. Gammelsdorf hat mit dem Sieg im Kellerduell den Sportclub aus der Domstadt nun überholt und sich etwas Luft zu den beiden hinteren Plätzen verschafft.

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