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Brüderlich vereint: Thomas (l.) und Michael Niggl spielten erstmals gegeneinander – am Ende stand es nach Toren 1:1 im Zwillingsduell.

Das starke Stück vom Wochenende

Niggl vs. Niggl: Erstmals Zweikämpfe gegen den Zwilling

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Thomas und Michael Niggl spielten ihr ganzes Leben lang im gleichen Verein – bis zur vergangenen Winterpause. Am ersten Bezirksliga-Spieltag im Kalenderjahr 2019 trafen die 24 Jahre alten Zwillinge mit ihren Teams TSV Eching (Thomas) und SC Grüne Heide Ismaning (Michael) direkt aufeinander. Und beide prägten das besondere Duell entscheidend.

Eching – Fakt ist: Dieses Fußballspiel am Samstag in Ismaning, das die Echinger übrigens mit 3:1 gewonnen haben, werden die beiden nie mehr vergessen: „Einen Zweikampf gegen den Bruder will man nicht verlieren. Vielleicht bin ich sogar härter reingegangen als normal“, erzählt Thomas, denn Situationen wie die folgende wollte er vermeiden: „Er hat zwei Kopfballduelle gewonnen, obwohl er acht Zentimeter kleiner ist als ich. Damit hat er mich natürlich aufgezogen.“ Für seinen Bruder Michael ging es mit dem SC Grüne Heide um den Klassenerhalt. „Und wenn es für die drei Punkte nötig gewesen wäre, hätte ich ihn schon umgehauen“, meint der Ismaninger schmunzelnd.

Zwei Mal pfiff der Schiedsrichter Zweikämpfe der beiden ab. „Ich bin in Micky reingelaufen, es gab aber Freistoß für uns. Wir lagen auf dem Boden, haben uns angeschaut und mussten beide lachen“, erzählt Thomas. Seinem Bruder Michael ist eine weitere Szene in Erinnerung geblieben: „Die Echinger hatten einen Konter über Tommy gestartet, den ich unterbinden wollte. Ich habe ihn festgehalten, er ist allerdings weitergelaufen und hat mich dann etwa zehn Meter huckepack genommen.“

Beide finden es schade, dass sie nun erstmals sportlich getrennte Wege gehen. „Unser Verhältnis ist super. Wir sind Brüder, beste Freunde und haben den gleichen Freundeskreis“, sagt Thomas. Während Michael mittlerweile in Erding wohnt, lebt Thomas weiter in Garching. Dort sind die Zwillinge aufgewachsen. „Wir haben früher zu Hause viel rumgetobt. Im Winter, als wir fünf waren, wurde das den Eltern wohl zu bunt. Sie haben uns dann zum Handballtraining gebracht“, erinnert sich Thomas.

Die Zwillinge hatten aber andere Interessen. „Nachdem wir den Ball nicht geworfen, sondern geschossen haben, schickte uns der Trainer eine Halle weiter. Dort trainierte der 94er-Jahrgang, also die Jungs in unserem Alter. Beim Fußball sind wir dann geblieben.“ Und das war eine gute Entscheidung: Thomas sammelte beim VfR Garching sogar Regionalliga-Erfahrung.

Er war es auch, der im ersten Zwillingsduell für den ersten sportlichen Höhepunkt sorgte, als er einen Eckball direkt verwandelte. „Der Wind hat kräftig mitgeholfen“, gab Thomas zu. „Gejubelt habe ich nicht – es ging ja gegen den Ex-Verein.“ Von 2016 bis 2018 hatten die Niggl-Zwillinge für den SC Grüne Heide gekickt, bevor sie im vergangenen Sommer zu den Echinger Zebras wechselten.

Bei Michael hielt sich die Freude über den Treffer des Bruders in Grenzen. Er dachte: „Jetzt muss ausgerechnet Tommy treffen, und das auch noch mit einem Eckball. Als wir zusammengespielt haben, war ich ja immer für die Ecken zuständig.“ Zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Michael dann die Zwillings-Duell-Geschichte perfekt, als er einen Freistoß ins Torwart-Eck zirkelte. „Tommy und ich schießen oft dorthin“, sagt Michael. Thomas gab deshalb seinem Torhüter Patrick Oltmanns einen Tipp. „Ich wusste, dass Micky dorthin schießen würde, und habe es ihm gesagt.“ Doch es half nichts.

Am Ende hieß es 3:1 für die Echinger und 1:1 nach Toren im Bruder-Duell. „Unsere Eltern haben zugeschaut. Mama ist neutral. Ich denke, dass Papa eher den Ismaningern die Daumen gedrückt hat, weil sie die Punkte mehr gebraucht haben“, erzählt Thomas. Damit konnte der Echinger Mittelfeldmann leben – zumal er eine Wette mit seinem Trainer Gerhard Lösch gewonnen hat: „Wir hatten im Wintertrainingslager ein Gespräch. Ich hatte bis dahin kein Saisontor, und er meinte, im Falle eines Treffers gegen Ismaning würde er mir einen Abend lang die Getränke zahlen. Gut, dass ich gewonnen habe, sonst wäre es für mich teuer geworden“, lacht Thomas und fügt an: „Es kann gut sein, dass Michael dann dabei ist und auch auf Gerys Kosten mittrinkt.“

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