Die Gelb-Schwarzen der Landesliga Südost: Spieler des SE Freising beim Torjubel.
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Als es noch viel zu jubeln gab: Der SEF hielt in der nun bereits eineinhalb Jahre andauernden Saison zu Beginn gut mit, dann kam ein Einbruch.

RÜCKBLICK LANDESLIGA - Über Entdeckungen und Rückkehrer

SE Freising bleibt im neuen Jahr nur die Rolle des Jägers

  • vonMatthias Spanrad
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Die Fußball-Saison 2019/20 ist noch immer nicht zu Ende, und so wirklich absehbar ist auch nicht, wann die Landesliga Südost ihren Meister wird küren können. Lange schnupperten die Lerchenfelder oben hin, mit aktuell Platz sechs und einigen wankelmütigen Auftritten haben sich die Gelb-Schwarzen aber frühzeitig aus dem Favoritenkreis verabschiedet.

Freising – Dennoch: Es gab viele Konstanten im Team von Trainer Alex Plabst. Zehn Spieler mit mehr als 20 Einsätzen, einige Neuentdeckungen, einen Rückkehrer und einen Torwart, der auch als Instinkt-Stürmer eine gute Figur abgeben würde.

Patrick Negele

Gäbe es einen Torschützen des Jahres zu küren, Negele wäre heißester Anwärter. Anfang Oktober, im letzten Heimspiel, stand die Savoyer Au kopf. Weit in der Nachspielzeit lagen die Freisinger Kicker 0:1 zurück, bis SEF-Keeper Patrick Negele kam und in bester Mittelstürmermanie mit einem Schuss von der Strafraumgrenze den Ausgleich erzielte. Auch sonst war der Realschullehrer großer Rückhalt seines Teams, vor allem auf der Linie ist Freisings Nummer eins eine Wucht.

Boris Hrvacanin

Nur zu Saisonbeginn im Juli 2019 stand Hrvacanin zwischen den Pfosten, seitdem blieb für ihn nur die Bank. Aus beruflichen Gründen muss das SEF-Eigengewächs passen, ist aber, sollte er gebraucht werden, auch ohne große Spielpraxis ein wichtiger Rückhalt.

Michael Schmid

Lange galt der Leitsatz: Schmid spielt immer, und spielte Schmid mal nicht, merkte man das. Mittlerweile bekommt der Team-Oldie mehr Auszeiten, coacht dann mit Alex Plabst von der Bank. Fehlte nach dem Lockdown zudem mit einer schmerzhaften Rippenprellung. Was bleibt: Man merkt es der jungen SEF-Truppe an, wenn der ehemalige Kapitän fehlt. Schmid läuft mittlerweile zwar weniger als früher, dafür weiß er genau, wo er stehen muss.

Andreas Schredl

Einer der Akteure, die quasi mit einer Stammplatz-Garantie ausgestattet sind. Ist Schredl fit, spielt er. Und der Kapitän ist immer fit, weshalb er keine einzige der bisherigen 2430 Spielminuten verpasste – als einziger. Kam – für einen Verteidiger ebenso bemerkenswert – mit nur drei Gelben Karten aus. Andreas Schredl ist zudem als Eigengewächs schon ewig beim SEF, und der Beleg dafür, dass sich das Konzept auszahlt.

Osaro Aiteniora

Wie viele schlaflose Nächte Osaro Aiteniora den gegnerischen Offensivkräften schon bereitet hat, ist nicht überliefert, doch der 26-Jährige hält als rechter Verteidiger mit stoischer Ruhe die gegnerischen Angreifer auf Abstand. Zudem gelang ihm im letzten Spiel vor dem zweiten Lockdown mit dem Ausgleichstreffer gegen den FC Sturm Hauzenberg sein erstes Tor in dieser Saison.

Vitus Kirchberger

Profitierte von der Corona-Auszeit. Kirchberger laborierte zu Saisonbeginn an einer hartnäckigen Verletzung, saß meist nur als Zuschauer im Stadion. Stand ab Ende September aber wieder in der Startelf und verlieh der Verteidigung wieder mehr Sicherheit. Wurde von Coach Plabst als einer seiner wichtigsten Spieler geadelt.

Jonas Mayr

Er ist seit Jahren ein Pendler zwischen den Welten beim SEF. Ob Viererkette oder defensives Mittelfeld, das Eigengewächs spielt halt da, wo er von den Trainern gebraucht wird. Das Bewundernswerte: Wirklich aufbegehrt hat Jonas Mayr bisher nie, selbst, wenn ihm immer wieder für längere Zeit die Bank droht. Spielt der 24-Jährige dann doch, ist der beherzte Zweikämpfer voll da.

Sebastian Hofmaier

Der Spieler, der in der Nach-Corona-Zeit nicht in Erscheinung trat. Nicht aber, weil bei ihm ein Leistungsabfall zu befürchten war. Vielmehr hinderte den kernigen Innenverteidiger eine fiese Verletzung am Mittun. Das Syndesmoseband schmerzt. Letztmals stand der 25-Jährige im November 2019 in der Start-elf. Seitdem kommt Hofmaier über die Rolle des geduldigen Zuschauers nicht hinaus. Ausgang? Ungewiss.

Florian Bittner

Auch wenn es seiner bescheidenen Art widerspricht, aber Bittner ist der Dreh- und Angelpunkt. Spielt er, merkt man das, spielt er nicht, merkt man es um so mehr. Ob vorne oder hinten: Flo Bittner hilft aus, und er hat bis auf die des Keepers gut alle Positionen bespielt. Zum Ende fehlte er in Waldkirchen. Freising fand keinen Zugriff aufs Spiel und verlor klar. Plabsts rechte Hand auf dem Platz sorgt ansonsten hinten für Ruhe und vorne für einen guten Spielaufbau.

Daniel Zanker

Dass der Bursche erst 20 ist, merkt man ihm gar nicht an. Souverän agiert das Eigengewächs mit Stammplatz-Ambitionen im Mittelfeld. Trainer Plabst hält viel vom Mittelfeldmann, gab ihm nicht selten den Vorzug vor manch gestandenem Akteur. Auch, als es nach dem ersten Lockdown ans Eingemachte ging.

Nikolai Davydov

Macht den vielleicht größten Sprung in diesem verrückten Jahr. Hatte der 22-Jährige zu Saisonbeginn schon aufhorchen lassen, ist der Offensiv-Wirbelwind aus der aktuellen Startelf nicht mehr wegzudenken. An 15 Treffern war Davydov beteiligt, traf neun Mal (Team-Bestwert) selbst und legte sechs Buden auf. Sollte es irgendwann weitergehen, werden die Freisinger Fans noch viel Freude am technisch versierten Flügelflitzer haben.

Domagoj Tiric

Ein stiller Zeitgenosse, der auch durch seine unprätentiöse Spielweise gefällt. Der 27-jährige Kroate ist immer dann gefragt, wenn der Gegner durch eine eher physische Spielweise zermürbt werden soll. Tiric fehlte zum Re-Start nach dem ersten Lockdown zunächst angeschlagen, was dem Freisinger Spiel durchaus anzumerken war. Kehrte dann Anfang Oktober gegen Traunstein zurück, und er war sofort einer der Fixpunkte.

Andi Manhart

Hatte das Pech, dass der Rückrundenstart jäh unterbrochen wurde. Zeigte nach dem Lockdown aber, warum es gut von Trainer Alex Plabst war, den 21-Jährigen zu „begnadigen“. Beackert die Außenbahn, traf zwischen den beiden sportlichen Lockdowns zwei Mal und servierte einen Treffer. Dürfte im Frühjahr gesetzt sein.

Robert Rohrhirsch

Einer der Pechvögel der Corona-Pandemie, weil damit sein Amerika-Stipendium (mit College-Fußball) jäh unterbrochen wurde. Gut für den SEF, denn so brachte Rohrhirsch weitere Alternativen in die Außenbahn. Der 23-Jährige sorgt für mächtig Betrieb und war an vielen Offensiv-Aktionen beteiligt. Kurz vor dem zweiten Lockdown bremste ihn eine Verletzung.

Flo Schmuckermeier

Auch er ist aus der SEF-Elf kaum mehr wegzudenken und gehört quasi schon fast zum Inventar am Roider-Jackl-Weg. Spielt aktuell eine eher unauffällige Saison, was aber nicht heißt, dass er nicht mehr wichtig ist. Schmuckermeier kämpft in dieser Endlos-Saison mit seinem alten Problem: Er ist recht verletzungsanfällige, und er fehlte dadurch immer wieder mal wegen kleinerer Blessuren.

Daniel Gädke

Ist ein kleines Kuriosum. Lange zweifelten viele an der Landesligatauglichkeit des Hünen, der in seinem Premieren-Jahr beim SEF nur für Joker-Tore gut war. Nach dem ersten Lockdown schraubte Gädke zwar nicht seine Scorer-Punkte nach oben, fand aber immer mehr Bindung zum Spiel und durch seine kernige Spielweise Raum für offensive Team-Mitglieder.

Sebastian Thalhammer und Andreas Hohlenburger

Neben Basti Hofmaier zwei der Pechvögel. Hohlenburger feierte vor dem zweiten Lockdown sein Comeback, wenngleich sein letzter Treffer mittlerweile über ein Jahr zurückliegt (August 2019 gegen Erlbach). Zu keinem Einsatz reichte es für Sebastian Thalhammer, dessen Kämpfer-und-Racker-Expertise im defensiven Mittelfeld in dem einen oder anderen Spiel schmerzlich vermisst wurde.

Trainer Alex Plabst

Ist längst zum starken Mann in der Savoyer Au geworden. Inzwischen nicht nur Trainer. Nach der Auszeit von Nils Haack auch noch Teammanager. Moderierte den Lockdown souverän und geduldig, hielt sein Team – am Ende virtuell – fit. Ähnliches wird von ihm auch zu erwarten sein, wenn’s im neuen Jahr weitergeht. Hat, das wird im dritten (bald vierten) Jahr deutlich, den SEF in Sachen Taktik und Motivation noch einmal auf ein neues Level gehoben.

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