1. Startseite
  2. Sport
  3. Amateurfußball
  4. Landkreis Freising

Erkal Üsküplü vom TSV Moosburg: Beim Schlusslicht ins Rampenlicht gestürmt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Erkal Üsküplü links tritt einen Freistoß.
Wehe, wenn er zum Freistoß antritt: Die Standards von Erkal Üsküplü sind in der Kreisliga gefürchtet – nicht umsonst sind Juninho und David Beckham seine Vorbilder. Mit seinen 18 Saisontreffern steht Üsküplü in der Torjägerliste aktuell auf Platz zwei. © Michalek

Erkal Üsküplü knüpft beim TSV Moosburg nahtlos an seine Trefferquote bei Vatanspor Freising an. 18 Tore zur Winterpause sind eine Marke.

Moosburg – Beim Schlusslicht TSV Moosburg spielte – oder besser gesagt schoss – sich ein Akteur ganz klar ins Rampenlicht: Erkal Üsküplü. Der war vor der Saison von Vatanspor Freising gekommen und erzielte in seinen ersten 16 Kreisliga-Partien 18 Tore. Das sind mehr als zwei der Ligateams insgesamt auf dem Konto haben und zudem mehr als zwei Drittel aller TSV-Treffer. Geholfen hat es aber wenig: Die Moosburger stehen mit sieben Punkten Rückstand auf dem letzten Platz und durften bislang erst einen Sieg bejubeln.

Zu dem der 31-jährige Stürmer natürlich maßgeblich beigetragen hat: Mit 6:4 gewann die Truppe von Trainer Sebastian Gerlsbeck Anfang November beim SV Wörth. Im offiziellen Spielberichtsbogen ist Erkal Üsküplü sechs Mal als Torschütze vermerkt – nicht die höchste Trefferzahl für den Stürmer in einer Ligapartie: Für Vatanspor hatte er in der A-Klasse einmal sogar einen Siebener-Pack geschnürt. Bei Vatanspor wurde der Offensivmann vor knapp vier Jahren endgültig zum Stürmer umfunktioniert, als die etatmäßigen Kräfte verletzt waren. Davor war der 1,90 Meter große Üsküplü in der Jugend beim FC Neufahrn und beim SE Freising meist auf der Sechserposition zu finden. Erst im Erwachsenenalter, als er zu seinen Wurzeln bei Türkspor Neufahrn zurückkehrte, spielte er weiter vorne als Zehner oder Außenstürmer.

Zwei Kreuzbandrisse überstanden

Die Beziehung zu den Neufahrner Türken bestand von klein an. Dort hatte schon Erkals Vater lange Jahre als Kapitän und Führungsspieler verbracht und seine beiden kleinen Söhne oft zum Training mitgenommen und mit dem Fußballvirus infiziert. Als der Papa seine aktive Karriere beendete, war Sohn Erkal nach überstandener Kreuzband-OP beim Aufstieg von Türk Neufahrn in die Kreisklasse mit dabei. Das sei sein Verein gewesen, sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann, dort habe er sich immer am wohlsten gefühlt. Auch wenn für seine Entwicklung der SEF und Vatanspor wichtiger waren.

Nach dem zweiten Kreuzbandriss benötigte Üsküplü auch wegen seiner Ausbildung zwei Jahre, um zum aktiven Fußball zurückzukehren. Da sich Türk Neufahrn aufgelöst hatte, war er kurz bei Mintraching und dann beim FC Neufahrn. Dort traf ihn die nächste große Verletzung, diesmal am Sprunggelenk. Er wollte eigentlich schon mit dem Fußball aufhören. Doch sein Cousin überredete ihn, zu Vatanspor zu kommen – und seitdem liefert Üsküplü Tore wie am Fließband: In der A-Klassen-Saison 2018/19 waren es 33 Tore, in der abgebrochenen Corona-Runde 2019/21 in der Kreisklasse 15 Treffer.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

In dieser Spielzeit könnten es beim TSV Moosburg in der Kreisliga auch wieder deutlich über 20 werden. Coach Gerlsbeck bezeichnet ihn als „gnadenlos vor dem Tor“ und ist froh, so einen guten Stürmer zu haben. Besonders bemerkenswert findet der Trainer die technischen Fähigkeiten seiner Nummer 7 bei Standards und Weitschüssen. „Ich habe von klein auf versucht, mir bei den Freistößen der Profis wie Juninho oder David Beckham etwas abzuschauen und mir die Technik anzueignen“, erzählt Üsküplü.

Bezirksliga oder Landesliga? Die Familie geht vor

Auch die gegnerischen Vereine wissen um die Stärken des glühenden Bursaspor-Fans – der eine oder andere würde ihn durchaus gerne in seinen Reihen haben. Deren Anfragen nimmt der 31-Jährige zur Kenntnis, doch die Hauptsache seien für ihn seine Frau und seine zweijährige Tochter. Demnächst wird der Stürmer, der in Freising als stellvertretender Filialleiter im Einzelhandel arbeitet, zum zweiten Mal Vater werden. Da gehe auf alle Fälle die Familie vor, auch wenn es ihn reizen würde, in der Bezirks- oder Landesliga aufzulaufen.

Momentan fühlt er sich allerdings beim TSV Moosburg sehr wohl, auch wenn es sportlich eher schlecht ausschaut. Aber in den jüngsten Spielen sei ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen gewesen. „Wir haben uns noch nicht aufgegeben. Erstes Ziel ist es, die Relegationsplätze zu erreichen“, betont Üsküplü. Das Erfolgsrezept könnte so aussehen: Der TSV bekommt seine Abwehrprobleme in den Griff – und sein Topstürmer trifft weiter wie bisher. (Josef Fuchs)

Auch interessant

Kommentare