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Endstation Torwart: Keeper Patrik Heilmair vom TSV Moosburg war am Samstag nicht nur in dieser Szene Herr der Lage. Der FCM hatte einmal meh r das Nachsehen.

Fußball - Kreisliga

„Es ist fünf vor zwölf“ – FC Moosburg steckt tief in der Krise

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Der FC Moosburg ist in der Kreisliga auf den letzten Platz abgerutscht. Herrenleiter Philipp Reiter stärkt dem Trainer den Rücken - und übt Kritik an der Jugendarbeit.

Moosburg – FCM-Herrenleiter Philipp Reiter kennt die Sache noch anders herum. Vor dreieinhalb Jahren gewannen er und die Fußballer des FC Moosburg letztmals ein Derby gegen den TSV, am Ende stand ein 6:2 auf der Anzeigentafel. Die Bonauer wurden letztlich Meister und stiegen in die Bezirksliga Nord auf. Doch mittlerweile hängen dunkle Wolken über der Anlage des FCM, der nach dem Abstieg wieder in der Kreisliga spielt. Nicht unbedingt wegen des Derbys gegen die Neustädter, das am Samstag mit 1:2 verloren ging, sondern weil das Team nach sechs Spieltagen die Rote Laterne fest in Händen hält.

Rückblick in den Frühsommer: Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga mussten die Fußballer des FC Moosburg kleinere Brötchen backen. Etliche Stammkräfte hatten sich verabschiedet, die Konsolidierung hatte Priorität. Dass es allerdings so schlecht laufen würde – damit hatten selbst die größten Pessimisten beim FCM nicht gerechnet. Man sei mit verhaltenen Zielen in die Saison gegangen, erklärt Herrenleiter Reiter. „Aber zwei Punkte aus sechs Spielen, das war nicht der Plan.“ Gegen Wartenberg und Erding holten die Dreirosenstädter wenigstens ein Remis, ansonsten setzte es ausschließlich Niederlagen. Der Rückstand aufs rettende Ufer beträgt bereits fünf Zähler. Reiter nimmt daher kein Blatt vor den Mund: „Es ist fünf vor zwölf. Tiefer geht’s nicht mehr.“

Der FC Moosburg nutzt seine Chancen nicht

Die Verantwortlichen des FCM wollen sich deshalb gar nicht groß auf das 1:2 im Lokalderby versteifen – wenngleich aus ihrer Sicht mehr drin gewesen wäre, vor allem vor dem Siegtreffer des TSV. „Wenn wir unsere Möglichkeiten genutzt hätten, hätten wir gewinnen können.“ Marcus Baffour etwa, der Schütze des zwischenzeitlichen 1:1, scheiterte nur knapp an TSV-Keeper Patrik Heilmair.

Viel mehr als um das eine Spiel geht es derzeit aber um das große Ganze. Zwar sind erst sechs Partien absolviert, dennoch nagen die Ergebnisse des Jahres 2019 und zum Teil auch 2018 an den Moosburgern. Manche Kicker hätten seit August 2018 fast nur verloren, blickt Reiter auf die vergangene Bezirksliga-Runde zurück, „da kommt auch eine psychologische Komponente hinzu“. Der letzte FCM-Sieg datiert auf den 24. März dieses Jahres, mit 1:0 siegten die Dreirosenstädter beim späteren Landesliga-Aufsteiger Jetzendorf.

Die Gründe für die Pleitenserie des FC Moosburg

Die Gründe für die Negativserie sind vielfältig. Potenzial hat das Team laut Reiter zweifelsohne, auch wenn in zwei Jahren knapp 15 Stammkräfte den Klub verlassen haben. Deshalb fordert Reiter, dass die FCM-Truppe schleunigst wieder die alten Tugenden an den Tag legt. Heißt: Kämpfen und laufen bis zum Umfallen. „Die spielerische Komponente kann dann dazukommen, wenn’s wieder läuft.“ Zudem sollten die Moosburger dazu übergehen, 90 Minuten lang konzentriert zu agieren: Zwei Mal kassierte der FCM in dieser Saison in den ersten Minuten das 0:1 und rannte dann diesem Rückstand hinterher. Darüber hinaus betont Reiter, dass der FCM – und vielleicht auch der TSV – an seiner Jugendarbeit tüfteln sollte. Beide Vereine müssten sich strecken, kritisiert er, „das hat nicht erst mit der Auflösung der JFG begonnen“. Talentierte Kicker gebe es durchaus – aber womöglich nicht in dem Ausmaß, wie es ein Kreis- oder Bezirksligist brauchen würde. Reiter: „Da wird in der Stadt schlecht gearbeitet.“

Trainer Christoph Ball steht nicht zur Diskussion

Eine Diskussion über den Trainer soll es derweil nicht geben, betont der FCM-Herrenleiter. Er stärkt Christoph Ball den Rücken, „schließlich hat er sich nach dem Abstieg auch der Verantwortung gestellt“. Man tausche sich untereinander aus, wie die Trendwende zu packen sei. „Noch gibt es Optionen, die wir ausloten“, sagt Reiter. Trotzdem: „Auch der Trainer lässt sich in einer solchen Lage idealerweise etwas einfallen.“ Es gab schon rosigere Zeiten bei den Schwarz-Blauen.

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