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Unbeschwert dem Ball nachjagen – das wird noch längere Zeit nicht möglich sein. Bei den Fußballerinnen des TSV Eching (schwarze Trikots) ist auch noch unklar, wann sie zumindest eingeschränkt wieder trainieren können. Aktuell sucht der Verein einen Hygiene- oder Corona-Beauftragten. 

Vereine hoffen auf eine Rückkehr auf den Platz – In Attenkirchen ist es schon soweit

Freisinger Frauenteams bleiben mit Online-Training und Challenges fit

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  • Franziska Kugler
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Die Frauenteams aus dem Landkreis Freising haben sich in der Corona-Pause mit Online-Training und Challenges fit gehalten. Ein Team startet bereits heute mit dem Training auf dem Platz.

Landkreis – Der Restart der 1. und 2. Fußball-Bundesliga ist geglückt. Bei den Amateurvereinen dagegen liegt die Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs noch in weiter Ferne. Frühestens ab dem 1. September soll es wieder losgehen. Dafür hatten mehr als 68 Prozent der bayerischen Vereine votiert, die an der Abstimmung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) teilgenommen hatten. Die Frauenteams aus dem Landkreis haben daher viele kreative Ideen entwickelt, wie sie sich bis zum angestrebten Tag der Saisonfortsetzung fit halten – und bei einem Verein rollt heute sogar wieder der Ball.

TSV Eching

Bei den Fußballerinnen des TSV Eching hält man die Verbandsentscheidung für eine „charmante Lösung – zumal man so jeder Diskussion aus dem Weg geht“, sagt Trainer Jan Strehlow. Allerdings stelle sich auch die Frage, wie es nach Beendigung der aktuellen Saison wieder zurück in einen regulären Rhythmus gehen könnte. Wichtige Themen seien aber auch die Wechselfristen sowie die Regelungen für den Nachwuchsbereich, da einige Spielerinnen aus der Jugend ab Sommer gerne bei den Frauen spielen würden. Allerdings liegen dazu noch keine Beschlüsse des BFV vor. „Dennoch ist eine Fortsetzung weiterhin besser als ein Saisonabbruch“, betont Strehlow.

Trotz aller Ungewissheit geben die Spielerinnen des Bezirksliga-Tabellenführers Vollgas. Neben Online-Training mit verschiedenen Einheiten von Fitnessübungen über Thaiboxen bis hin zu Technikschulungen beteiligten sich die Mädels auch an mehreren Aktionen. Im Vordergrund stand dabei die eigene Challenge, bei der es darum ging, in einer Woche 1500 Kilometer zurückzulegen – egal, ob durch Radfahren oder Laufen. Fazit: Mit 2003 Kilometern übertrafen die Frauen diesen Wert deutlich. Somit verdienten sie sich neben einer After-Corona-Party auch eine besondere Tanzeinlage ihres Trainers.

Prinzipiell wäre mittlerweile auch – unter strengen Auflagen – wieder ein Training möglich. Wann die TSV-Frauen starten, ist jedoch unklar. Strehlow: „Die Entscheidung trifft die Vorstandschaft.“ Und die sei, sagt Vorsitzender Rudolf Hauke, aktuell im Verein auf der Suche nach einem Hygiene- oder Corona-Beauftragten. Jemanden zu finden, der sich dazu bereit erklärt, sei die Grundvoraussetzung, um sich mit dem Thema „eingeschränkter Trainingsbetrieb“ weiter zu befassen.

SG Eichenfeld-Eittingermoos

„Ich persönlich finde die Fortsetzung merkwürdig“, betont SGEE-Coach Michael Hillebrand, für dessen Kreisliga-Team es in dieser Saison wohl weder um den Auf- noch um den Abstieg gehen dürfte. Dadurch komme nicht nur der ganze Rhythmus durcheinander, sondern die Runde wirke für sein Team wie eine wertlose Saison – man sei eher gespannt auf eine neue Spielzeit. Trotzdem kann man es auch bei der Eichenfelder und Eittingermooser Spielgemeinschaft kaum mehr erwarten, wieder um Punkte kämpfen zu dürfen.

Durch verschiedene Laufeinheiten hielten sich die Mädels bisher individuell fit und verabredeten sich häufig zu „Online-Stammtischen“. Auch sie konnten – ähnlich wie in Attenkirchen – die Männer in der eigenen „Ballhochhalte-Challenge“ deutlich überbieten. Trotzdem basierten alle Angebote und Trainingseinheiten auf Freiwilligkeit. Insgesamt will man bei der SGEE die reguläre Sommerpause einhalten, um dann später eine geregelte Vorbereitung zu haben oder sich, falls möglich, mit vielen Testspielen auf die Restsaison vorzubereiten. Ein eingeschränktes Training unter den aktuellen Auflagen ist für Hillebrand derzeit jedoch keine Option.

SpVgg Attenkirchen

In Attenkirchen hat man sich auf die Seite des BFV geschlagen und dem Vorschlag zugestimmt: „Diese Entscheidung ist im Sinne des Sports am fairsten“, sagt Trainer Alexander Urban, der allgemein sehr zufrieden mit der Arbeit des Verbands ist. Weil seine Spielerinnen weiterhin hochmotiviert waren, gab’s zuletzt neben Online-Fitnessstunden auch jede Woche eine Challenge. Bei einer der ersten beteiligte man sich sogar finanziell an der Aktion #WeKickCorona von Joshua Kimmich und Leon Goretzka und konnte durch eigene Laufleistungen einen Betrag von über 350 Euro für den guten Zweck spenden. Auch eine Challenge gegen die SpVgg-Männer entschieden die Mädels für sich.

Nachdem weder Wechselwünsche noch große Urlaubspläne vorliegen, steht laut Urban einem Start ab dem 1. September nichts mehr im Weg – zumal um diesen Zeitraum herum auch die reguläre neue Saison begonnen hätte. Trotzdem will der Trainer natürlich wieder mit seinem Kreisliga-Team auf dem Platz stehen. Das erste eingeschränkte Training soll bereits am heutigen Dienstag steigen.

FCA Unterbruck

Auch in Unterbruck hat man sich an der Abstimmung beteiligt und für eine Saisonfortsetzung   votiert.  „Und diese Entscheidung ist absolut richtig, die aktuelle Situation gibt nichts Besseres her“, sagt Trainer Norbert Mößmer. Für ihn wäre ansonsten lediglich eine Fortsetzung im nächsten Jahr in Frage gekommen, sodass sich die aktuelle Runde dann über zwei Jahre erstrecken würde. Um das Kreisklassen-Team in Zeiten von Corona fit zu halten, wurden individuelle Trainingspläne erarbeitet, die neben Laufeinheiten auch Übungen zum selbstständigen Training mit dem Ball vorsehen. Zudem stellten die Mädels eigene Sport-Challenges auf die Beine.

Dank seines zusammengeschweißten Kaders geht Mößmer aktuell nicht von Problemen hinsichtlich möglicher Wechsel aus, wobei dazu erst noch Regelungen seitens des BFV gefunden werden müssten. Auch den Wiederbeginn des Spielbetriebs in der Ferienzeit sieht er als kein großes Problem an. Allerdings muss das Team wohl noch warten, bis es auf den Platz darf: Angesichts der zahlreichen Auflagen arbeitet die Fußball-Abteilung derzeit an einem detaillierten Konzept. Der Plan sieht – Stand heute – vor, dass der Trainingsbetrieb der A-Jugend, der Frauen, der Männer und der AH ab dem 15. Juni möglich sein wird.

SV Vötting

Beim Kreisklassisten SV Vötting wartet man weiter auf Verlautbarungen des BFV bezüglich des genauen Fahrplans für den Wiederauftakt. „Das alles ist natürlich stark von der Regierung abhängig“, sagt Trainer Thomas Stable. Einem Beginn ab dem 1. September steht der Coach kritisch gegenüber – zumal gerade zu dieser Zeit normalerweise viele Mädels in den verdienten Urlaub fahren. Aktuell halten sich seine Spielerinnen individuell fit oder lassen auch mal innerhalb der Familie den Ball laufen. An eine geregelte Vorbereitung auf die Restsaison glaubt Stable allerdings nicht – „vor allem, weil wir in Bayern grundsätzlich stärker von Corona betroffen sind als andere Bundesländer“. Und noch ein Problem sieht der Coach auf den SVV zukommen: „Wir haben eine junge Mannschaft. Viele Spielerinnen fangen zu studieren an – ich weiß daher nicht, wie die Mannschaft im Herbst aussehen wird.“

Was eine baldige Rückkehr seines Teams auf den Platz betrifft, gibt sich Stable noch zurückhaltend: „Ich warte diesbezüglich auf das Okay unserer Abteilungsleitung“, sagt er – wohlwissend, dass seine Spielerinnen „sehr gerne wieder trainieren würden“.

FC Neufahrn

Was die Entscheidung des BFV für die Saisonfortsetzung ab dem 1. September anbelangt, dazu will sich Danilo Zimmermann, der Trainer des Kreisklassisten FC Neufahrn, nicht äußern. Der Trainingsbetrieb bei den Fußballfrauen des FCN sei zwar noch eingestellt. „Allerdings machen wir uns im Verein natürlich Gedanken über das weitere Vorgehen“, betont Zimmermann. „Wir schauen, ob wir es möglich machen können, die Auflagen einzuhalten.“ Wenn dies gelinge und sich der Aufwand rentiere, bestehe die Chance, dass die Erwachsenenteams „zeitnah wieder ins Training einsteigen können“.

VON FRANZISKA KUGLER
UND MICHAEL LEITNER

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