Tempo, Jungs! Die Unterbrucker – in dieser Spielszene aus der Hinrunde schickt sich Daniel Nefzger (am Ball) an, seinem Gegenspieler vom TSV Eching II zu enteilen – veranstalten im März eine 1000-Kilometer-Lauf-Challenge. 
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Tempo, Jungs! Die Unterbrucker – in dieser Spielszene aus der Hinrunde schickt sich Daniel Nefzger (am Ball) an, seinem Gegenspieler vom TSV Eching II zu enteilen – veranstalten im März eine 1000-Kilometer-Lauf-Challenge. 

A-Klassisten vor dem Re-Start

Landkreis Freising: Ruhig abwarten statt schnell testen

  • vonSebastian Dobler
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Die Freisinger A-Klassisten blicken einem Re-Start wenig optimistisch entgegen. Aufgrund der hohen Inzidenz ist nur ein Training mit vorherigem Schnelltest möglich.

Landkreis – Eine allzu baldige Rückkehr auf die Sportplätze ist für die Fußballer im Herrenbereich wegen der hohen Inzidenz im Landkreis aktuell unrealistisch. Bleibt der Wert unter 100, wäre ab dem 22. März zumindest wieder ein Trainingsbetrieb mit Kontakt möglich – aber auch nur, wenn alle Trainingsteilnehmer einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest mit negativem Ergebnis vorweisen können. Unter den Freisinger A-Klassisten ist man sich einig, dass solch ein Training wegen der Kosten und des Aufwands derzeit keine Option ist.

„Die Regelungen geben einen kleinen Hoffnungsschimmer – mehr aber auch nicht“, fasst 2. Abteilungsleiter Alexander Thalhammer von der SpVgg Attenkirchen die jüngsten Beschlüsse zusammen und spricht damit vielen Kollegen aus der Seele. „Mit tagesaktuellen Testungen zum Training zu kommen, ist finanziell einfach nicht machbar. Da sind wir als Verein am Ende mehr mit den Tests beschäftigt als mit dem Trainieren.“

Training mit Schnell- Tests nahezu nicht machbar

Die Schnelltest-Pflicht als Voraussetzung, eine Übungseinheit durchzuführen, sieht man auch beim SV Pulling aktuell noch kritisch: „Wir werden erst nach den Osterferien mit dem Training auf dem Platz starten, da der Aufwand und die Kosten dieser Selbsttests zu hoch sind und nicht im Verhältnis zu einem 90-minütigen Training stehen“, sagt SVP-Spartenchef Dominik Grimm, der mit seinen Jungs weiterhin digitales Krafttraining als coronakonforme Alternative zum gemeinsamen Sporteln auf dem Platz nutzen will. „Das Online-Workout veranstalten wir jetzt bereits seit dem 18. Februar einmal wöchentlich. Das kommt sehr gut bei unseren Spielern an und soll ein kleines Trostpflaster für das fehlende Training sein. Wichtig ist uns hier einfach, dass der Kontakt zu den Jungs nicht komplett abreißt. Falls der Sieben-Tage-Wert es zulässt, werden wir als Nächstes zusätzlich mit kleinen Laufgruppen starten.“ In der Theorie wäre ein kleines Training – nämlich kontaktfreier Außensport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten – sogar ab dieser Woche schon möglich.

FC Moosburg: Online-Training gibt weiter den Ton an

Diese Option spiele jedoch keine Rolle, berichtet Sebastian Schaller, Trainer des FC Moosburg II: „Im Herrenbereich findet man selten fünf Leute aus nur zwei Haushalten. Es ist also eher unrealistisch, da jetzt schon etwas zu machen. Wir bleiben vorerst beim Online-Training. Von der tagesaktuellen Testerei halte ich wenig, weil ich ehrlich gesagt keine Lust habe, mich vier- oder fünfmal die Woche zu testen, nur um zu trainieren oder spielen zu können.“

Da ein mehrwertiges Mannschaftstraining ohne Kontaktbeschränkungen oder vorherige Schnelltests in naher Zukunft also unwahrscheinlich ist, setzen die Teams weiterhin auf individuelle und digitale Programme. Beim FCA Unterbruck beispielsweise gibt es eine Lauf-Challenge. „Im März muss sich bei uns noch jeder individuell fit halten“, erklärt Co-Trainer Markus Zacherl. „Wir bieten zusätzlich einmal pro Woche ein freiwilliges Online-Krafttraining an. Damit die Jungs auch motiviert sind, haben wir eine 1000-Kilometer-Challenge mit Belohnung gestartet.“ Heißt: „Wenn die Mannschaft die Tausend vollmacht, wird sie vom Verein nach einem Heimspiel zum Essen eingeladen, sobald das wieder möglich ist.“

SC Massenhausen: Spieler halten sich individuell fit

Beim SC Massenhausen sind die Spieler ebenfalls dazu angehalten, sich in Eigenregie zu trimmen, wie Spielertrainer Andreas Fritsch erzählt: „Die Jungs sollen zwei-, dreimal die Woche Individualsport machen und uns Trainern im Anschluss per Screenshot einen Nachweis zukommen lassen. Ob sie jetzt Kraftübungen machen, Joggen gehen oder Radfahren, spielt dabei keine Rolle. Solange nichts anderes erlaubt ist, halten wir uns an die Beschlüsse, reagieren als Verein darauf und versuchen einfach, das Beste daraus zu machen.“

Wann können die Kicker denn nun endlich wieder gemeinsam auf den Platz? Laut der Bund-Länder-Beschlüsse soll auch in Gebieten mit einem Inzidenzwert von bis zu 100 ab dem 5. April, also nach dem Osterwochenende, Kontaktsport im Freien ohne Test möglich sein, sofern der Wert in der Zwischenzeit die 100er Marke nicht reißt. „Wir wollten eigentlich zum 22. März mit dem Mannschaftstraining starten“, sagt Volker Lippcke, Spielertrainer des VfR Haag. „Ich hoffe, dass der Wert bis dahin unter 50 fällt. Tests sind für mich nur auf freiwilliger Basis eine Option. Ich erwarte allerdings, dass die Inzidenzwerte eher erst nach Ostern wieder sinken werden. Und deshalb gehe ich davon aus, dass die Fußballteams erst am 5. April wieder auf den Plätzen sind.“

Auch Coach Marcus Heiss vom TSV Eching II will keine voreiligen Schlüsse ziehen, sondern schauen, wie sich die Situation entwickelt: „Grundsätzlich finde ich es gut, dass die Fußballer nun zumindest eine kleine Hoffnung bekommen haben. Dennoch sollten wir die nächsten zwei bis drei Wochen abwarten, wie sich alles entwickelt.“ Bei den Zebras will man nach Ostern, sofern es zugelassen ist, mit Kontakttraining loslegen.

(Sebastian Dobler)

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