Ein Sisonabbruch im Amateurbereich wird immer wahrscheinlicher.
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Ein Sisonabbruch im Amateurbereich wird immer wahrscheinlicher.

Freisinger Kreisklassisten zum Re-Start

Erik Hillenbrand: „Wir sollten den Sommer über durchspielen“

Die Verantwortlichen der Kreisklassen-Klubs im Raum Freising glauben nicht mehr an einen Re-Start. Ein Vorschlag ist die Sommerpause ausfallen zu lassen.

Landkreis – Noch sieben Spieltage sind in der Kreisklasse 3 zu absolvieren. Doch die Zeit, die Partien bis zum 30. Juni über die Runden zu bringen, wird wegen der Verlängerung des Lockdowns und der dritten Coronawelle immer knapper. Die Verantwortlichen der Kreisklassen-Clubs sehen inzwischen kaum Alternativen zu einem Saisonabbruch.

Tamer Bulkurcu, Teammanager von Vatanspor Freising:

„Die Saison sollte sofort unter Berücksichtigung der Quotientenregelung abgebrochen werden. Es macht einfach keinen Sinn, diese aufgeblähte Runde noch weiter zu verlängern. Es sollte im Sommer mit der neuen Spielzeit weitergehen. Denn bis August kann man dann mal ordentlich planen, und die Vereine können sich regenerieren. Der Amateurfußball ist am Limit angelangt, und die Nachwehen werden wir noch jahrelang zu spüren bekommen. Dass die Liga bis 30. Juni inklusive Ligapokal vonstatten gehen wird, bezweifle ich, da es mittlerweile vom Zeitrahmen her extrem knapp ist. Die finanziellen sowie sportlichen Schäden sind immens.“

Erik Hillenbrand, Abteilungsleiter des SC Freising:

„Wenn der Verband wirklich am 30. Juni als letzten Termin für den Saisonabschluss festhalten will, ergibt ein Abbruch der Runde Sinn. Denn ich glaube nicht, dass wir im April anfangen können – und dann wird die Zeit zu knapp. Ich denke, dass man überlegen sollte, den Sommer durchzuspielen und keine oder lediglich eine kurze Sommerpause zu machen. Dadurch, dass jetzt schon mindestens zwei Monate wegfallen, haben die meisten Fußballer bestimmt auch Lust, im Sommer zu spielen. Und die Problematik der Urlaubsreisen sollte sich vermutlich wegen der Beschränkungen in Grenzen halten.“

Sebastian Blassl, 2. Vorsitzender des TSV Paunzhausen:

„Der Verband kann auch nur auf die Vorgaben der Regierungen reagieren. Da es hier alle zwei Tage neue gibt und ein langfristiges Konzept fehlt, kann der Verband immer nur reagieren und nicht agieren. Ich gehe davon aus, dass die Saison abgebrochen wird, da uns langsam die Zeit ausgeht, um einen vernünftigen Ablauf zu organisieren. Eine Verlängerung dagegen würde keinen Sinn machen. Es muss irgendwann auch mal ein Schlussstrich gezogen werden.“

Jannis Göft-Michaelis, Abteilungsleiter beim SV Vötting:

„Wir erhoffen uns eine zeitnahe und realistische Reaktion des Verbands auf die aktuellen Beschlüsse und die geplanten Öffnungsperspektiven nach den Osterferien. Die Re-Start-Planung sollte sich weniger am Best-Case-Szenario orientieren. Denn die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Beendigung der Saison 2019/21 sinkt von Tag zu Tag. Die Durchführung eines Re-Starts mit vielen Wochenspieltagen und noch kürzerer Vorbereitung sehen wir kritisch – der Ligapokal zum Beispiel hätte schon längst abgesagt werden müssen. Wenn es eine klare Perspektive gibt, die dann noch anstehenden Ligapartien unter fairen Bedingungen mit entsprechender Vorbereitungszeit und regulären Wochenendspieltagen fertigspielen zu können, würde eine Verlängerung Sinn ergeben. Eine 100-Prozent-Garantie dafür ist aber mit Corona nie gegeben. Wenn alle Teams nicht im April mit einem normalen Mannschaftstraining – und mit einem Training ohne Testpflicht – starten können, sollte die Spielzeit spätestens abgebrochen werden.“

Florian Pichlmaier, 2. Abteilungsleiter der FVgg Gammelsdorf:

„Wir sehen mittlerweile keine andere Chance als einen Abbruch der Saison. Der Plan des Verbands, sich mit dem Re-Start an den Inzidenzwerten entlang zu hangeln, war gut gemeint und hätte ja sogar klappen können, wenn nicht die dritte Welle dahergeschwappt gekommen wäre. Das führt nun meiner Meinung nach allerdings nur dazu, dass alle noch mehr enttäuscht sind, weil Corona das Fünkchen Hoffnung wieder mit Füßen getreten hat. Vielleicht wäre es deshalb auch am besten, möglichst bald die nächste Saison in den Fokus zu rücken.“

(Sebastian Bergsteiner)

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