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Dieses Bild ist Geschichte: Am Montagabend erklärte Michael Schütz (l.) nach fünf Monaten seinen Rücktritt vom Traineramt beim VfB Hallbergmoos. Was sein Co Fredi Ostertag macht, ist noch unklar.

Mehrere Kandidaten: VfB sucht nach Nachfolger 

„Für manche sind immer die anderen schuld“ - Schütz erklärt Hallbergmoos-Aus 

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Es war eine emotionale Explosion am Montagabend beim VfB in Hallbergmoos: Drei Tage nach dem peinlichen 1:1 gegen den ASV Dachau warf Michael Schütz hin und erklärte seinen Rücktritt.

Hallbergmoos – Anselm Küchle übernimmt das Team in den drei Heimspielen bis zur Winterpause, und dann soll ein neuer Trainer verpflichtet werden.

„Ich bin hier gescheitert wie schon Mario Mutzbauer zuvor“, sagt Michael Schütz. Er habe es nicht geschafft, die Leute zu motivieren. „Für manche sind immer die anderen schuld. Entweder sind es die Mitspieler oder der Trainer“, sagt er, nunmehr Ex-Coach des VfB.

Damit steht nun die Frage im Raum, ob die seit Jahren zusammengewachsene Mannschaft mittlerweile zu einem untrainierbaren Haufen mutiert ist. Schütz wünschte dem VfB-Team mit seinem Abschied das reinigende Gewitter: „Hoffentlich setzt sich die Mannschaft zusammen und redet wieder einmal miteinander.“

Am Montagabend teilte Schütz dem Verein seinen Entschluss mit. Noch unklar ist derzeit, was mit Fredi Ostertag passiert. Im Verein ist der bisherige Co-Trainersehr beliebt und soll gehalten werden. Ostertag und der VfB hatten die Schütz-Entscheidung nicht erwartet: „Für mich war das relativ überraschend“, sagt Fußballchef Rene van Santvliet, „aber ich kann seine Entscheidung ein Stück weit nachvollziehen“. Der Funktionär hatte gehofft, dass man bis zur Winterpause noch etwas punktet und dann einen Neustart versucht.

„Natürlich war es irgendwo ein Fehler, wenn man nach fünf Monaten wieder aufhört“, sagt Schütz, und betont stolz, dass er in Palzing, Freising oder Eching eine kontinuierliche Arbeit hinbekommen habe. Er bedauert das abrupte Ende, „weil dieser Verein mit seiner Infrastruktur bombastische Voraussetzungen hat.“

Schütz wünscht den Hallbergmoosern das Beste und möchte jetzt einfach nur seine Ruhe haben: Das Pausenjahr hatte er nach seinem Abschied in Freising und Traunstein bereits angekündigt – nun kommt das Sabbatical definitiv. Man merkt Schütz an, dass ihn die fünf Monate in Hallbergmoos viele Nerven gekostet haben.

Beim VfB steht nun die Mannschaft massiv unter Druck. In der Endphase der Ära Anton Plattner, unter dem Gespann Mutzbauer/Küchle und nun auch Michael Schütz haben sich verschiedene Trainer an der launische Diva die Zähne ausgebissen. Im Klub werden vermehr Stimmen laut, dass der Kader zu satt ist und nun ein grundlegender Umbruch von Nöten sei.

Der erste Schritt in die Zukunft ist aber die Trainersuche. „Wir machen jetzt keinen Schnellschuss“, sagt der Hallbergmooser Fußball-Abteilungsleiter Rene van Santvliet: „Wir suchen nun den Trainer, der am besten zu unserer Mannschaft passt.“ Dieser müsse zum ersten Tag der Wintervorbereitung da sein. Der VfB hat nun Zeit, intensiv über eine Lösung nachzudenken, und der Funktionär hofft in den drei Heimspielen bis zur Winterpause auf eine Reaktion der Mannschaft: „Wir wollen beweisen, dass wir besser Fußball spielen können.“

Wer wird neuer Trainer im Stadion am Airport?

Die Vereinsverantwortlichen des VfB Hallbergmoos müssen nun die Suche hochfahren und haben einen Markt mit durchaus spannenden Fußball-Lehrern vor Augen

Walter Werner (57): Es ist eigentlich nicht zu erklären, dass der ehemalige Freisinger im Sommer keinen neuen Club gefunden hat. Er war in der vergangenen Saison Co-Trainer beim Regionalligisten TSV Buchbach und im Sommer bei der Schütz-Verpflichtung schon in Hallbergmoos ein Thema. Der in Freimann wohnende Werner ist das Modell „Harter Hund“, und er würde manchen Kicker aus der Komfortzone holen. Und: Walter Werner lebt 24 Stunden für den Fußball.

Frank Peuker (46): Der ehemalige Trainer des Landesligisten ASV Dachau steht für Offensivfußball und macht derzeit eine Pause. Er war einst Spieler bei bayerischen Premiumclubs wie dem SSV Jahn Regensburg oder dem FC Augsburg. Peuker steht für attraktiven Fußball und kann junge Spieler entwickeln.

Xhevat Muriqi (44): Die langjährige Kickerlegende des FC Ismaning trainiert derzeit den FC Moosinning, mit dem er im Sommer in die Bezirksliga aufgestiegen ist. Muriqi ist menschlich ein Supertyp und hat aus Ismaninger Zeiten ein gigantisches Netzwerk. Beim Bayernligisten FC Ismaning trauern ihm nicht wenige Fans und Funktionäre nach.

Vitomir Moskovic (51): Er trainierte einst den SV Heimstetten in der Regionalliga und lange den FC Falke Markt Schwaben. Ein fachlich guter Trainer, aber für diese schwierige Mannschaft wohl zu brav.

Anselm Küchle (26): Küchle arbeitet für das Internationale Fußball Institut und promoviert im fußballerischen Bereich, deshalb ist er ein Taktikkenner der Extraklasse. Dadurch hat er aber wohl kaum Zeit für den Job auf längere Sicht. Außerdem hatte er schon einen Versuch mit Mario Mutzbauer hinter sich.

Jogi Gaiser (62): Der Pressesprecher des VfB Hallbergmoos war schon Interims- und länger Torwarttrainer. Er kennt die Mannschaft bis in die letzte Haarspitze und wäre eine interne Lösung.

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