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Freddy Böhlert zeigt sich überrascht vom Schritt des Vereins.

Fußball - Kreisklasse

FVgg Gammelsdorf: Das sind die Gründe für das Böhlert-Aus

Das kam überraschend: Fußball-Kreisklassist FVgg Gammelsdorf und Trainer Freddy Böhlert gehen seit Freitag getrennte Wege.

Gammelsdorf – Grund seien laut Abteilungsleiter Erwin Pichlmeier die fehlende Motivation mehrerer Spieler, unter Böhlert zu trainieren, sowie die aufgeheizte Stimmung wegen der ausbleibenden Erfolge.

Hinter Gammelsdorf liegt ein ereignisreiches Jahr. Wer in der Relegation nur knapp scheitert, der gilt automatisch als Favorit auf die vorderen Plätze. Dabei helfen sollte der neue alte Coach Freddy Böhlert, der im Sommer erneut seinen Dienst bei der FVgg antrat. Von Beginn an hatte er es aber nicht leicht: Verletzte Spieler, Urlauber, Studenten – ein Training mit voller Kapelle habe es nie gegeben, berichtet Böhlert. Umso überraschender kam für ihn nun das Aus. „Das hat sich nicht angekündigt“, sagt er. Im Gegenteil: „Noch vor einigen Wochen haben wir gesprochen, dass das jetzt ein Findungsjahr ist und wir die jungen Spieler für die kommende Saison einbauen und heranführen.“

Pichlmeier hat sich nun anders entschieden: „Wir mussten die Handbremse ziehen, bevor uns alles um die Ohren fliegt.“ Seiner Ansicht nach konnte Böhlert die Fußballer der FVgg nicht mehr motivieren, die Stimmung sei außerdem im Keller gewesen. Doch nicht nur das: Pichlmeier ist auch unzufrieden mit der Arbeit des Trainers gewesen. Als „teils katastrophal“ bezeichnet der Abteilungsleiter die Trainings, auch „im Spiel hat die Mannschaft zuletzt teilweise vogelwild agiert“. Freddy Böhlert verteidigt sich: „Wenn ich das ganze Jahr lang sechs Verletzte habe, und im Training maximal zehn Leute sind, wie soll ich denn da taktisch trainieren?“

Pichlmeier erklärt, dass das aber nicht der einzige Grund ist: Mehrere Spieler hätten keine Lust mehr gehabt, unter Böhlert zu spielen. Eine Revolte sei das zwar nicht gewesen, „aber wir mussten reagieren“. Dem geschassten Trainer sei davon nichts bekannt gewesen: „Wenn die Moral nicht gestimmt hätte, hätten wir doch an den letzten Spieltagen nicht gepunktet.“ Außerdem sei von Spielerseite „überhaupt nichts an mich herangetragen worden“.

Freilich habe sich Böhlert die Saison auch anders vorgestellt: „Mit der Tabellensituation können wir nicht zufrieden sein, keine Frage.“ Nur, so sagt er, wie hätte es anders laufen sollen? „Wenn man jeden Spieltag mit sechs Leuten aufläuft, die im vergangenen Jahr noch B-Klasse gespielt haben, geht nun mal nicht mehr.“ Der achte Platz steht nach der Hinrunde zu Buche, sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsrelegation. Zu wenig für die FVgg.

Wie es für Böhlert weitergeht, ist klar: „Ich werde jetzt erst mal gar nichts machen. Im Sommer habe ich das Amt nur für die FVgg übernommen – weil ich damals, als ich zum ersten Mal hier Trainer war, eine super Zeit hatte.“ Beim Verein ist man nun auf der Suche. „Wir haben zwei Optionen“, sagt Pichlmeier. Man werde jetzt mit Kandidaten sprechen. Sollten die Bemühungen erfolglos bleiben, „wird es eine vereinsinterne Lösung“. Einen Schnellschuss soll es keinesfalls geben.

Bei aller Kritik an Böhlert will Pichlmeier die Spieler aber nicht von der Pflicht ausnehmen: „Es gibt jetzt keine Ausreden mehr.“ Böhlert sei nicht an allem alleine Schuld. „Doch wir hatten keine andere Wahl. Ich glaube, wir haben die richtige Entscheidung getroffen.“

Anton Hirschfeld

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