Geisel des Unvermögens

- "Grauenhaft", "Trauerspiel", "völlig von der Rolle". 75 lang ließen die Anhänger des MTV Ingolstadt kein gutes Haar an ihrer Mannschaft. Denn da spielte der Favorit nur so gut, wie es der SE Freising zuließ. Und die ließen fast nichts zu. Dann brachte der SEF einmal hinten den Ball nicht weg und stand nach dem 0:1 ohne Punkte da.

Die Hereinnahme von Andreas Apold als zusätzlichen Abräumer in der Zentrale neben Kerim Cetinkaya machte sich positiv bemerkbar. Dafür musste Bruder Christian auf die Bank, doch auch der zeigte Verständnis: "Eine absolut richtige taktische Maßnahme," so der Kapitän, der erst nach einer guten Stunde für den verletzten Robert Loidl ins Spiel kam. Die Freisinger standen kompakt im Mittelfeld und lieferten eine konzentrierte Leistung ab. Lediglich in der Anfangsphase gab es zwei brenzlige Situationen zu überstehen. Erst war Torhüter Andreas Sczudlek bei einer Kopfball-Bogenlampe auf dem Posten, wenig später köpfte Peter Krzyzanowski aus fünf Metern neben das SEF-Gehäuse. Danach bekam die Summerer-Truppe die Angelegenheit in den Griff. In der 37. Minute prüfte Kerim Cetinkaya aus 30 Metern den MTV-Keeper, wenig später zielte er von der Strafraumgrenze über den Kasten. Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste mehr vom Spiel, der Gegner war in der Offensive so gut wie nicht mehr vorhanden.

Nach einer Stunde lag die Freisinger Führung in der Luft, fiel aber nicht. Erst zauberte Torwart Michael Lutz einen abgefälschten Schuss von Cetinkaya gerade noch um den Pfosten. Dann behinderten sich zwei Ingolstädter beim Kopfabll und machten Yavuz Ak den Weg zum Tor frei. Doch der hatte als Alleingänger wieder einmal nicht die Nerven und verzog deutlich. "Da hätten wir den Sack zumachen können," ärgerte sich Pressesprecher Erwin Lanzendorfer. Noch ärgerlicher wurde es in der 74. Minute. Denn als die MTV-Fans schon sinnierten, ob die eigene Mannschaft überhaupt jemals wieder ein Tor schiessen würde, fiel das 1:0. Die SEF-Hintermannschaft konnte nicht klären, doch während Jochen Rogler noch an Sczudlek scheiterte, staubte Andreas Mayrock aus kurzer Distanz ab.

Nun waren die Freisinger ihrerseits gefordert und warfen alles nach vorne. Nach einer abgewehrten Ecke fasste sich Andreas Adamosky aus 20 Metern ein Herz, fand seinen Meister aber in Tormann Lutz. Acht Minuten vor dem Ende war es wieder Yavuz Ak, der den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Andi Apold war abgeblockt worden, und der junge Türke kam zweimal aus kürzerster Entfernung zum Nachschuss. Doch seine Versuche gerieten zu halbherzig, die auf der Torlinie versammelten Ingolstädter konnten abwehren.

Die Riesenchance war vertan, in den Schlussminuten hätte es für die Freisinger noch dicker kommen können. Sczudlek zeigte einen Klassereflex, Geißbüchler donnerte aus 23 Metern ans Lattenkreuz, und auch Krzynanowski hatte bei einem Freistoss das Gebälk im Visier.

Trotz dieser Szenen war es ein unverdienter Sieg für den Aufstiegsaspiranten, der sich nicht als solcher präsentierte.

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