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Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei: Der VfB Hallbergmoos II mit Marc Gundel (l.) und der SV Marzling mit Deniz Sökülmez dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den Aufstiegsrelegationsplatz machen.

Fußball

Großer Rückblick: Diese Kreisklasse 3 macht richtig Spaß

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Die Kreisklasse 3 Donau/Isar hat in der ersten Saisonhälfte gehalten, was sie versprochen hat. Tore, Platzverweise, spannende Spiele, Schützenfeste – wer sich auf den Fußballplätzen dieser Liga herumgetrieben hat, der wurde selten enttäuscht. Vielmehr wurde er überrascht – vor allem vom SV Kranzberg.

Die Torgarantie

Auf eines konnte man sich (fast) immer verlassen: Tore gab’s in den allermeisten Fällen zu sehen. 94 Partien wurden in der Hinrunde ausgetragen, in lediglich zwei Matches gingen die Teams torlos vom Platz. Am dritten Spieltag standen die Abwehrreihen des FC Neufahrn und des SV Marzling im direkten Aufeinandertreffen zu gut, am siebten Spieltag mischten der TSV Au und der SV Hörgertshausen Beton an. Ansonsten wurde in jeder Partie mindestens einmal geknipst.

Die Schützenfeste

Apropos Treffsicherheit: Von 94 Partien klingelte es in 30 fünf Mal oder öfter. Die paar Euro Eintrittsgeld haben sich für die Fans also zumindest bei jedem dritten Spiel allemal gelohnt. Und es zeigt auch, dass die Teams meist mit offenem Visier an ihre Aufgaben herangehen. Zwei Mal kam es sogar zu dem nicht alltäglichen Endergebnis von 2:7. Am zweiten Spieltag gelang dem TSV Allershausen beim VfR Haag dieses Kunststück, am vierten Spieltag fertigte der VfB Hallbergmoos II die FVgg Gammelsdorf auf deren Geläuf mit diesem Resultat ab. Auch der TSV Au hätte sich beinahe in diese Statistik mit eingetragen – allerdings stand es am Ende „nur“ 6:2. Der Gegner? Die FVgg Gammelsdorf.

Der Goalgetter vom Dienst: Allershausens Markus Lachner hat schon 15 Mal eingenetzt.

Der Treffsicherste

Ganz vorne in der Torschützenliste steht Markus Lachner vom TSV Allershausen mit 15 Treffern. Vom zweiten bis zum vierten Spieltag hat er ganze sieben Mal eingenetzt. Lediglich gegen Nandlstadt, Hallbergmoos II, Neufahrn und Freising blieb ihm ein Treffer versagt. In den Toren aller anderen Gegner ließ es der Goalgetter der Allershausener mindestens einmal klingeln. Einen Lachnerschen Albtraum hatten dabei sowohl der VfR Haag als auch der SV Pulling, denen er jeweils drei Kisten einschenkte.

Der Viererpack

Einer, der mit zwölf Toren auch im Kampf um die Torjägerkanone mitmischt, ist Tobias Duffner vom SV Marzling. Und ihm ist sogar noch ein besonderes Kunststück gelungen. Am zweiten Spieltag netzte der SVM-Stürmer gegen den VfB Hallbergmoos II ganze vier Mal ein. Ein lupenreiner Hattrick war ihm zwar nicht vergönnt (er teilte sich die vier Treffer pro Halbzeit gleichmäßig auf), aber in der Kreisklasse machte ihm das in der vergangenen Hinrunde niemand nach.

Die Überraschung

Der SV Kranzberg grüßt mit 37 Punkten aus 14 Spielen von der Tabellenspitze. Freilich: Der SVK erntet nun die Früchte seiner starken Jugendarbeit, die für einen herausragenden A-Jugend-Jahrgang gesorgt hatte. Und trotzdem hatte niemand die Kranzberger auf der Rechnung. Dass diese aktuell die beste Abwehr stellen, die meisten Zähler haben und den drittbesten Angriff ihr Eigen nennen, ist eine faustdicke Überraschung. Die junge Kranzberger Mannschaft überzeugt in vielerlei Hinsicht – durch Konstanz, erfrischenden Fußball und Kaltschnäuzigkeit. Gerade zum Ende der Hinrunde, wenn generell die Kräfte langsam nachlassen, hat man auch die knappen Spiele gewonnen.

Die Remis-Könige

Wo würde die SG Eichenfeld-Freising stehen, wenn sie ihre knappen Spiele für sich entschieden hätte? Sechs Remis hat die Truppe von Dennis Magro auf dem Konto. Wirklich viel hilft das nicht: Weil man außerdem bis dato nur ein Spiel gewonnen hat, dümpelt man mit neun Punkten auf dem vorletzten Tabellenrang herum. Glück im Unglück: Der VfR Haag und der SC Freising haben sich beide nicht mit Ruhm bekleckert und sind mit zwei Zählern Vorsprung für die Eichenfelder noch allemal in Schlagdistanz.

Die lange Wartezeit

Wie gut hatte die Saison für den SV Pulling begonnen! 4:3 gewann man am ersten Spieltag gegen die eben erwähnte SG Eichenfeld-Freising. Ein Kampfsieg, drei Punkte zum Start – vielleicht ein Anzeichen für eine ruhige Runde? Denkste. Danach gingen von 13 Partien elf verloren, zwei Mal gab es ein Unentschieden. Oder anders gesagt: Pulling wartet seit sieben Monaten auf einen Sieg. Aber wundern braucht man sich nicht: Die löchrige Defensive konnte das Team in den vergangenen Punkterunden immer wieder mit Sturmläufen nach vorne ausgleichen. Jetzt steht es mit einem Torverhältnis von 12:41 und bereits sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer mit dem Rücken zur Wand.

Der Fünfkampf

Wenn die Kranzberger Kicker die Rückrunde seriös zu Ende spielen, dann sollte bei neun Punkten Vorsprung auf den Zweiten nichts mehr anbrennen. Was aber dahinter passiert, dürfte schon interessanter sein. Rang zwei (TSV Allershausen) und Platz sechs (FC Neufahrn) trennen lediglich vier Punkte. In den direkten Duellen hat man sich nämlich fleißig die Zähler gegenseitig weggenommen. Nicht nur einmal war nach den Begegnungen zu hören: „Mei, wenn wir heute gewonnen hätten . . .“ Absetzen konnte sich niemand – und so bleibt es spannend.

Die Lazarette

Viele Mannschaften klagten in der Hinrunde über Verletzungssorgen. Doch eine hat es geschafft, sage und schreibe 34 (!) Spieler einzusetzen (Quelle: BFV). Und da zeigt sich, wie breit der Kader des VfB Hallbergmoos II tatsächlich ist. Trotz der hohen Fluktuation steht die Truppe derzeit auf Platz drei. Neu-Coach Erhan Masat hat es geschafft, eine Mannschaft zu formen, in der viele Akteure eins zu eins ersetzt werden können. Freilich: Einen Stürmer wie Egor Keller findet man normalerweise in der Kreisklasse nicht. Und doch spricht es für die Mannschaft, wenn sie in verschiedensten Konstellationen zusammenfindet.

Die Kartensammler

Wenn’s mal auf dem Platz nicht so läuft, muss man über den Kampf kommen. Jeder Fußballer kennt dieses Credo. Die FVgg Gammelsdorf hat sich im Lauf der Saison nach einem schwachen Start gefangen – gefightet wurde allerdings immer. Nachricht an alle Teams: Wenn Andreas Bareither und Niklas Hölzl sich in Gammelsdorf die Schuhe schnüren, kann’s gerne mal rustikal werden. Beide haben bereits achtmal den Gelben sowie einmal den Gelb-Roten Karton gesehen. Auch Marco Bareither, Alexander Deptalla und Leon Seifert mussten einmal mit der Ampelkarte vom Platz. Insgesamt holten sich in dieser Saison bereits zehn Spieler Glatt-Rot und 16 Kicker Gelb-Rot. 166 Akteure wurden mindestens einmal mit Gelb bedacht.

Die Dauerbrenner

Neun Fußballer hatten sich die Winterpause auf jeden Fall verdient. Markus Lachner (TSV Allershausen), Christian Trasberger (FC Neufahrn), Stefan Wildgruber (SV Pulling), Dennis Müller (FVgg Gammelsdorf), Sebastian Fischer, Michael Hobmaier, Simon Piterna (alle SV Hörgertshausen), Lukas Gantner (TSV Au) und Levi Peis (SV Kranzberg) standen allesamt über 1260 Minuten (plus Nachspielzeit) und damit die volle Distanz auf dem Platz (Quelle: FuPa).

Fleißige Schiedsrichter

Insgesamt wurden 37 Unparteiische in der Kreisklasse 3 eingesetzt, fünf davon sogar jeweils vier Mal. Yavuz Akin, Gerhard Bille, Herbert Gattinger, Hüseyin Köse und Johannes Raspe leiteten bisher die meisten Partien in dieser Saison.

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