Andreas Kostorz rechts dirigiert seine Mitspieler.
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Taktgeber und Kopf der Mannschaft: Andreas Kostorz (r.) hat beim VfB Hallbergmoos um zwei Jahre verlängert.

FUSSBALL-BAYERNLIGA

Hallbergmoos-Coach Sugzda: „Diese Zahl an Gegentoren ist Wahnsinn“

  • VonNico Bauer
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Die Fußballer des VfB Hallbergmoos haben die schlechteste Defensive der Liga. Der steht beim offensivfreudigen FC Deisenhofen eine Herkulesaufgabe bevor.

Hallbergmoos – Es ist ganz normal, dass Neulinge in höheren Fußballsphären leiden und in schwierigen Phasen Lösungen finden müssen. Die Kicker des VfB Hallbergmoos haben im Bayernliga-Gastspiel beim FC Deisenhofen (Sonntag, 15 Uhr) wieder eine solche Aufgabe vor der Brust. Vor allem mit Blick auf die Defensive muss einiges passieren.

In den ersten drei Spielen der Runde gab es krachende Niederlagen und 14 Gegentore. Dann steuerte man defensiv dagegen und kämpfte sich in die Bayernliga rein. Doch nach der zwischenzeitlichen Unentschieden-Serie erlitt das Team einen Rückfall in die Zeiten des Saisonstarts: 13 Tore und drei Nullrunden weist die Statistik auf. Aber auch die drei Unentschieden zuvor waren mit zweimal 2:2 und einmal 3:3 Hinweise für den Problembereich. In den vergangenen sechs Partien kassierte der VfB immer mindestens zwei Kisten.

Manche Defensivspieler sind noch lange nicht auf dem Niveau der Bayernliga angekommen

„Diese Zahl an Gegentoren ist Wahnsinn“, sagt Trainer Gedi Sugzda über den traurigen Liga-Spitzenwert von 42 kassierten Treffern. Selbst die zweitschlechteste Defensive aus Schwabmünchen (31 Gegentore) ist noch eine Klasse besser. Diese Zahlen bestätigen, dass sich der VfB noch mitten in einem Lernprozess befindet und obendrein manche Defensivspieler noch lange nicht auf dem Niveau der Bayernliga angekommen sind. Das war dann auch die Chance für den jungen Carl Opitz, der hart an sich gearbeitet hat und neben Andreas Giglberger gesetzt ist. „Unsere Offensive hat große Fortschritte gemacht“, erklärt der erfahrene Trainer. „Die Defensive leider noch nicht.“ Um zur Abteilung Attacke („Ein Tor schießen wir immer“) ein Gegengewicht zu bilden, fordert Sugzda vor allem mehr Aggressivität im Zweikampf.

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In Deisenhofen werden die aufgestellten Verteidiger und Torwart Ferdinand Kozel jede Menge Arbeit bekommen. Die junge und seit Jahren in sich gewachsene Mannschaft hat auch von Tabellenplatz acht aus noch alle Chancen, vorne anzugreifen. Deisenhofen hat den Aufstieg im Blick und gilt außerdem als eines der spielstärksten Teams der Liga.

Deisenhofens Star ist der Trainer: Hannes Sigurdsson steht auf Offensivfußball

Der Star des Gegners ist der Trainer Hannes Sigurdsson, der als Profi – von Stoke City bis hin zum Karriereende bei Jahn Regensburg – etliche Stationen quer durch Europa hatte und zudem der Nationalmannschaft von Island angehörte. Sigurdsson ist ein Verfechter von Offensivfußball – das weiß man auch in Hallbergmoos: „Wir werden viel verteidigen müssen“, warnt Gedi Sugzda vor der Herkulesaufgabe. Vielleicht ist ja die Bilanz aus Landesliga-Zeiten ein gutes Omen: Von bisher zwölf Pflichtspielen gegen den FCD haben die Hallbergmooser sieben gewonnen, bei drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen.

Gute Nachrichten hatte in dieser Woche auch der Sportliche Leiter Anselm Küchle: Andi Kostorz hat um zwei Jahre verlängert. Er ist der Kopf der VfB-Mannschaft und deshalb besonders wertvoll. Vor allem in Zeiten, in denen es nicht rund läuft.

Mögliche Aufstellung:

VfB Hallbergmoos: Kozel – Mömkes, Opitz, Giglberger, Küttner – Kostorz, Petschner, Beetz – Werner, Diranko – Aygün.

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