Kopp durchbricht das Mauerwerk

- Es ist wahrlich kein Vergnügen, gegen den SC Bubesheim zu spielen. Hinten reinstellen, zerstören, Zeit schinden von der ersten Minute an und auf einen entscheidenden Konter hoffen, das ist das Spiel der Schwaben. In Freising ging der Plan der Gäste allerdings nicht auf. Das goldene Tor von Toni Kopp in der 74. Minute machte ihnen einen Strich durch die Rechnung und brachte dem SEF drei wichtige Punkte.

Von Beginn an wurde klar, auf was es die Bubesheimer abgesehen hatten. Acht Spieler bauten sich bei Ballbesitz der Hausherren wie eine Wand vor dem eigenen Strafraum auf, vorne lauerten die beiden flinken Angreifer Hubert Wagner und Sedat Cakmak. Der verletzte Spielertrainer Oliver Remmert wollte die destruktive Ausrichtung seiner Mannschaft mit dem Fehlen von vier Stammspielern erklären. Was er nicht erwähnte, eine solche Spielweise hat beim SC schon Methode und Tradition.

Den Freisingern blieb nichts anders übrig, als geduldig zu bleiben, es immer und immer wieder zu probieren. Flanken, Doppelpässe, Distanzschüsse, lange Bälle, die Schützlinge von Sepp Summerer griffen tief ins Repertoire, lange Zeit aber erfolglos. Meistens kam es gar nicht zu einer Torchance. Und wenn, wurde sie vom starken Bubesheimer Keeper Alexander Bader zunichte gemacht. Der rettete dreimal gegen Andi Apold, auch den 30-Meter-Kracher von Kerim Cetinkaya fischte er aus dem Eck. "Wir waren heute sehr behende, sehr fleißig, und haben nie aufgegeben," lobte SEF-Vorstand Georg Appel nach dem abpfiff. Auch Trainer Summerer war zufrieden: "Wir waren die aktivere Mannschaft und hatten die besseren Möglichkeiten," kommentierte er, "am Ende ist unser Fleiß belohnt worden."

Der Lohn kam in Minute 74 durch Anton Kopp. Eine Flanke von Christian Apold wurde abgefangen. Sascha Böhm, diesmal mit ganz starker Leistung, setzte nach und brachte den Ball zur Mitte. Vor dem Tor ließ dann Kopp seine ganze Routine spielen. Eben mal noch einen Gegner ins Leere rutschen lassen und dann locker eingeschoben. Die Gäste stellten danach ihr System um, von Betonwand auf Brechstange. Brenzlig wurde es jedoch nur in der 83. Minute, als Torwart Andi Sczudlek an einer Flanke vorbeigriff und ein Bubesheimer über den Kasten köpfte.

SC-Coach Remmert war nach Spielende unzufrieden mit der Einstellung seines Teams: "Das war das schlechteste Spiel der Saison," schimpfte er. Die Einstellung habe nicht gepasst, dafür sei man verdient bestraft worden. "Freising hat einfach mehr Willen gezeigt, das Spiel zu gewinnen," so der frühere Augsburger. Sein Gegenüber Summerer freute sich vor allem über die weiße Weste seines Teams: "Wichtig war, dass wir mal wieder zu null gespielt haben." Zuletzt war das den Freisingern am zehnten Spieltag gelungen.

Echte Gefahr für das SEF-Tor bestand allerdings auch sehr selten. Die SC-Stürmern waren bei ihren Freisinger Schattenmännern gut aufgehoben, im Mittelfeld hatten Andi und Kerim Cetinkaya alles im Griff. Beide leisteten ein großes Laufpensum und schalteten sich immer wieder nach vorne mit ein. Apold suchte oft den Doppelpass mit Toni Kopp und kam so einige Male in gute Schusspositionen.

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