Die Saisonfortsetzung ist noch immer ungewiss.
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Die Saisonfortsetzung ist noch immer ungewiss.

Kreisklassisten im Kreis Freising

Freising: Restsaison im Schnelldurchgang?

  • vonRedaktion Freising
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Die Trainer der Kreisklassisten im Kreis Freising rätseln über die Fortsetzung der Saison. Über einen Schnelldurchgang bis Abbruch wird alles diskutiert.

Landkreis – Sieben Spieltage stehen in der Kreisklassen-Saison 2019/21 noch an – an sich eine überschaubare Anzahl für den Zeitraum bis Ende Mai/Anfang Juni. Doch die Corona-Situation macht Lockerungen für den Amateurfußball noch nicht möglich, sodass eine weitere Verlängerung der Spielzeit bis in den August hinein eine Option sein könnte. Die Runde würde dann sogar noch ihr Zweijähriges feiern.

Die Verantwortlichen der Kreisklassen-Clubs sehen so eine Maßnahme mit gemischten Gefühlen. Christian Keßler beispielsweise, der neue Trainer der SpVgg Zolling (siehe Bericht unten), hält eine weitere Verlängerung für unnötig. Diese würde zu stark mit der Vorbereitung auf die Saison 2021/22 kollidieren. Außerdem würden die Spieler ja auch Urlaub machen wollen – egal, ob im Ausland oder eben in der Heimat. Stattdessen plädiert Keßler für eine schnelle Abwicklung der nun schon fast zwei Jahre andauernden Punkterunde: „Im Notfall spielen wir über vier Wochen immer mittwochs und sonntags. Das dürfte kein Problem sein, da muss man halt das Training anpassen.“ Ein frühzeitiger Saisonabbruch wäre seiner Ansicht nach suboptimal: „Eine Entscheidung über Auf- und Abstieg zum Beispiel durch die Quotientenregel wie im Ligapokal sollten wir vermeiden. Lieber steigt dieses Jahr keiner ab, und wir spielen in der kommenden Saison mit 16 Vereinen.“

Kalichman: „Wir brauchen noch ein bisschen Geduld“

Über solche Schritte will sich Trainer Willi Kalichman vom FC Neufahrn noch keine Gedanken machen. Er setzt vielmehr auf das Prinzip Hoffnung: „Wir brauchen vermutlich noch ein bisschen Geduld, hoffen aber irgendwie, nach Ostern wieder in Kleingruppen beginnen zu können. Und vielleicht kriegen wir die Saison dann noch irgendwie zu Ende.“ Beispielsweise durch vermehrte Englische Wochen – Kalichman schließt sich hier Keßlers Meinung an: „Von Spielen unter der Woche kann man nicht genug haben.“ Eine zu starke Belastung nach langer sportlicher Auszeit fürchtet der FCN-Trainer nicht, im Gegenteil: „Die Spieler benötigen das jetzt sogar mehr denn je. Wir haben ja eigentlich auch gerne mal Ruhe in der Winterpause. Doch viele Spieler brauchen dieses Hobby auch aus sozialen Gründen wieder. Und sollte wirklich Not am Mann sein, haben wir noch eine Zweite Mannschaft, die uns unterstützen wird.“ Coach Kalichman zeigt sich jedoch prinzipiell gegenüber jeder Lösungsmöglichkeit offen. „Klar ist: Wir nehmen es, wie es kommt.“

Gül: Zwei Spiele pro Woche sind problematisch

Sein Trainerkollege Sezgin Gül vom SC Freising ist da skeptischer: „Für zwei Spieltermine in der Woche haben viele Clubs nicht die Strukturen.“ Und auch eine Verlängerung bis in die Sommerferien kommt für Gül nicht in Frage: „Wenn ein offeneres Leben möglich ist, stehen einfach andere Dinge im Vordergrund. Die Arbeitgeber werden auch wieder viel von den Spielern fordern, und die wollen natürlich selbst etwas mit Familie und Freunden unternehmen. Am wichtigsten ist, dass das Soziale zurückkehrt.“ Daher findet Gül: „Am besten wäre eigentlich der Abbruch der Liga – was ich sehr schade fände. Ich sage das nicht, weil wir abstiegsgefährdet sind. Ich bin überzeugt, dass wir die Klasse halten würden.“

Auch die Kicker der FVgg Gammelsdorf kämpfen noch um den Klassenerhalt, möchten die Saison aber nicht abbrechen. 2. Abteilungsleiter Florian Pichlmaier: „Wir wären schon froh, wenn die Runde möglichst schnell rum wäre. Allerdings sind diese Englischen Wochen für uns kleine Vereine einfach schwierig zu stemmen.“

Fazit: Eine Verlängerung bis in die Sommerferien lehnen die befragten Clubs ab. Ob als Alternative aber viele Spiele innerhalb eines kurzen Zeitraums oder sogar ein Abbruch sinnvoller wären, daran scheiden sich die Geister.

(Sebastian Bergsteiner)

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