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SEF-Knipser Hohlenburger im Interview: Zwischen schwerem Abschied und großer Vorfreude auf den FCA

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Von: Dominik Mittermaier

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Andi Hohlenburger kickt zukünftig wieder bei seinem Heimatverein in der Kreisklasse.
Andi Hohlenburger kickt zukünftig wieder bei seinem Heimatverein in der Kreisklasse. © Sven Leifer/Imago

Nach über einem Jahrzehnt kehrt Andi Hohlenburger zur neuen Saison zum FCA Unterbruck zurück. Bei seinem Jugendverein wird er die Rolle des Co-Trainers übernehmen.

Freising - Seit der Saison 2012/13 spielt Andreas Hohlenburger nun schon beim SE Freising. Doch die aktuelle Spielzeit wird seine letzte bei der Eintracht sein. Sein Heimatverein, der FC Ampertal Unterbruck, erwartet den 30-Jährigen mit offenen Armen und kann es kaum erwarten, wenn der Stürmer kommenden Sommer wieder in seinem Jugendtrikot auf Torejagd geht. Wie wichtig der Angreifer tatsächlich für Freising ist, zeigt ein Blick auf die Statistik. Von 2017 bis 2019 erzielte Hohlenburger im Schnitt jedes Spiel ein Tor. Warum der Goalgetter jetzt aber zu seinem Heimatklub zurückkehrt, verrät er im großen Interview mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern.

„Trainingseinheiten, 34 Saisonspiele und Tagesausflüge an die tschechische und österreichische Grenze schlucken enorm viel Freizeit.“

Andreas Hohlenburger nennt einen seiner Gründe für den Wechsel.

Servus Andi, wie fühlt es sich an nach einem knappen Jahrzehnt an, wieder an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren?

Mit Blick auf die Zukunft ist es erstmal Vorfreude auf die neue Aufgabe und die vielen bekannten Gesichter. Vor allem, wenn ich sehe, wie positiv die Meldung in Unterbruck aufgenommen wurde. Rückblickend auf zehn Jahre SE Freising wird der Abschied aber auch nicht leicht fallen. Eine lange Zeit, aus der auch viele Erinnerungen und Freunde hängen bleiben werden.

Was waren die wesentlichen Faktoren, die zum Wechsel geführt haben?

Die ersten und wichtigsten Gründe sind meine körperlichen ‚Wehwehchen‘. Ich plage mich seit einem halben Jahr mit Knieproblemen herum, dazu kommen verschiedene kleinere ‚Zwickerl‘. Fußball macht einfach keinen Spaß, wenn man nur limitiert trainieren kann und ständig irgendwelche Schmerzen verspürt. Für mich waren Routine und Fitness immer wichtige Punkte in meinem Spiel und diese sind im letzten halben Jahr etwas verloren gegangen. Durch den Wechsel hoffe ich, die fußballerische Belastung etwas zurückfahren zu können. Trainingseinheiten, 34 Saisonspiele und Tagesausflüge an die tschechische und österreichische Grenze schlucken enorm viel Freizeit.

Du hast die immer wiederkehrenden ‚Wehwehchen‘ schon angesprochen. Wie sehr haben dich diese Auszeiten mental und sportlich getroffen?

Sowas zehrt an einem. Wenn man ständig ausgebremst wird, kommt man nie oder nur sehr schwer an sein Leistungsmaximum. Man kann der Mannschaft nicht so helfen, wie man es sich wünscht und belastet sich dadurch auch mental.

„Natürlich fehlte einem der Fußball, aber man findet wieder Spaß an anderen Sportarten. Bei mir war es z.B. das Mountainbiken.“

Andreas Hohlenburger über den Fußball-Ersatz in der Corona-Pause.

In Zukunft strebst du ein Engagement als Trainer an. Könntest du dir das auch langfristig vorstellen?

Wie bereits berichtet, werde ich mich zunächst als Co-Trainer versuchen. Weitere Pläne gibt es noch nicht. Ob ich längerfristig ins Trainergeschäft einsteigen will, muss ich für mich selbst noch herausfinden. Ich werde mich so gut wie möglich in die Aufgaben rein arbeiten, um dann einen Plan für die Zukunft zu entwerfen.

Gab es noch andere Gründe, die für einen Wechsel sprachen?

Zum einen war es für mich interessant. erste Einblicke ins Trainergeschäft zu bekommen. Zum anderen hat man - vor allem in der langen Coronapause - gemerkt, dass die Freizeit auch mit anderen Hobbys gefüllt werden kann. Ich vermute, dass es vielen Amateurkickern so ergangen ist. Natürlich fehlte einem der Fußball, aber man findet wieder Spaß an anderen Sportarten. Bei mir war es zum Beispiel das Mountainbiken.

Welche Worte hat dir dein langjähriger Trainer Plabst mit auf den Weg gegeben? Hast du mitbekommen, wie sehr man dir in Freising jetzt schon nachtrauert?

Der Alex hat mir viel Erfolg für die neue Station gewünscht. Da ich zu ihm auch immer einen sehr guten Draht hatte, werde ich mir auch in Zukunft den einen oder anderen Taktik-Tipp abholen. Von Nachtrauern will ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht reden, wir haben noch ein gemeinsames halbes Jahr vor uns. Die Reaktionen auf meinen Transfer waren aber im gesamten Verein ähnlich. Man findet es sehr schade, kann die Entscheidung aber auch nachvollziehen.

„Ich denke, dass sich mein Fokus mit der Zeit in Richtung Coaching verschieben wird.“

Andreas Hohlenburger über seine Aufgabe in Unterbruck.

Der sportliche Leiter des FCA Unterbruck lobt dich in den höchsten Tönen. Spürst du bereits ein wenig Druck, den hohen Erwartungen gerecht werden zu müssen?

Dass er mich zu den besten Stürmern des Landkreises zählt, ehrt mich natürlich. Selbstverständlich werde ich ihm den versprochenen Kasten Bier für diese Aussage vor die Haustüre stellen. Spaß beiseite, ich mache mir selbst keinen Druck, sondern freue mich auf diesen Schritt. Was aber nicht heißen soll, dass ich das Ganze nicht wie bisher mit dem nötigen Ernst und Engagement angehen werde. Auch wenn es ligatechnisch ein kleiner Rückschritt ist, werde ich versuchen, immer das Maximum herauszuholen. Nicht nur aus mir selbst, sondern in meiner neuen Funktion als Co-Trainer auch aus allen anderen.

Wie stufst du deine neue Aufgabe bzw. Rolle beim FCA ein? Fokussierst du dich eher darauf, nochmal selber so richtig auf Torejagd zu gehen oder möchtest du überwiegend dem Nachwuchs deine Erfahrungen mitgeben?

Ich will natürlich selbst noch gegnerische Defensiven ärgern und ansehnlichen Fußball spielen. Aber ich denke, dass sich mein Fokus mit der Zeit in Richtung Coaching verschieben wird. Aus zehn Jahren Landesliga bringt man doch ein bisschen Erfahrung mit. Vor allem den offensiven Spielern kann ich wertvolle Tipps mitgeben. Ich denke, als Coach wird man auch durch die Entwicklung der einzelnen Spieler definiert. Das ist eine spannende Aufgabe.

Nach dem Wiederaufstieg ist der FCA Unterbruck direkt wieder auf dem ersten Platz vorzufinden. Wie siehst du die Entwicklung bei deinem Heimatverein?

Da ein Großteil meines Freundeskreises selbst noch beim FCA spielt oder anderweitig mit dem Verein verbunden ist, bin ich natürlich immer auf dem neusten Stand. Mich freut es riesig. Das Trainergespann Deutinger/Zacherl macht dort eine super Arbeit. Die Mannschaft ist extrem jung, talentiert und hat noch einige gute Jahre im Köcher. Ich freue mich, wieder auf Spieler zu treffen, die ich vor circa elf bis zwölf Jahren schon in der Jugend gecoacht habe. Meine Ziele sind relativ einfach. Gesund und verletzungsfrei bleiben, den Spaß am Fußball wieder finden und in die Kreisliga aufsteigen. Also an der Stelle weitermachen, an der ich mich vor zehn Jahren verabschiedet habe. Ich denke, die Mannschaft hat auf jeden Fall das Potenzial dazu. Eventuell reicht es sogar in der laufenden Saison schon zum Aufstieg.

Welche Angelegenheiten rücken nach deinem Wechsel jetzt noch mehr in den Vordergrund?

Ab Sommer bleibt deutlich mehr Freizeit für andere Hobbys. Ich bin allgemein sehr sportbegeistert und motiviert, auch andere Sportarten auszuprobieren. Ob es vielleicht ein paar Tennisstunden oder mal ein Crossfit-Training sein wird, bleibt abzuwarten. Voraussetzung ist natürlich, dass mein Körper mitspielt. Außerdem werde ich auch mehr Zeit für meine Freundin, Kumpels und Familie einplanen. Durch den zeitaufwendigen Landesliga-Alltag haben sie in den letzten Jahren oft zurückstecken müssen.

Das Interview führte Dominik Mittermaier

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