Launische Diva in Reinkultur

- SEF: Dem Sieg beim Spitzenreiter folgt eine bitterböse Pleite

Freising (ar) - Der Abschluss war symptomatisch für den gesamten Verlauf der Hinserie des SE Freising, ein weiterer Beleg für die fehlende Konstanz des Landesligisten. Auf die Klasseleistung in Ingolstadt folgte prompt der nächste Nackenschlag. Und der fiel diesmal besonders deftig aus: Mit einem 1:5 wurden die Schwarz-Gelben von Falke Markt Schwaben in die Winterpause geschickt.

Krasser hätte der Gegensatz zum Spiel in der Vorwoche nicht sein können. Alles, was die Freisinger in Ingolstadt ausgezeichnet hatte, verkehrte sich gegen die Falken ins Gegenteil. In Abwehr und Mittelfeld war man zu weit von den Gegenspielern weg. Aggressivität und Einsatzwille fehlten, in Zweikämpfe kamen die Gastgeber gar nicht erst. Statt dessen ließ man die spielstarke Truppe von Trainer Franz Schick ungehindert schalten und walten. "Wir wussten, dass es schwer wird, wenn wir sie ins Spiel kommen lassen, genau das ist eingetroffen," so das Fazit von Trainer Sepp Summerer.

Im Spiel waren die Gäste gleich zu Beginn. Ganze 35 Sekunden waren vergangen, da musste Andi Sczudlek zum ersten Mal hinter sich greifen. Falke-Coach Schick bestand zwar auf Carsten Bertsch als Torschützen, doch letztendlich hatte Klaus Kapfenberger den Ball nach einer Freistoß-Flanke unglücklich ins eigene Netz verlängert. Drei Minuten später hätte der SEF zurückschlagen können, doch Volker Lippcke kam nach Toni Kopps Flanke nicht richtig zum Kopfball. Was folgte, waren die zwölf Minuten von Markus Wanke, zwischen der 10. und 22. Minute gelang dem Flügelspieler ein lupenreiner Hattrick. Erst traf er mit einem abgefälschten Flachschuss aus 17 Metern. In der 17. Minute verwandelte er einen Foulelfmeter, Stefan Scheikl hatte Gäste-Kapitän Jockel Schiwitz völlig unnötig im Strafraum gelegt. Auch beim 0:4 war Scheikl unfreiwillig beteiligt. Ein langer Ball rutschte ihm über den Scheitel und kam so zu Andreas Schmalz, der Wanke in der Mitte mustergültig bediente. Und wenn es einmal läuft, dann klappt einfach alles: So fand auch der Sonntagsschuss von Schiwitz (40.) den Weg ins Freisinger Tor, vorausgegangen war ein missratener Befreiungsschlag von Christian Rott. Das halbe Dutzend blieb den Domstädtern erspart, der Freistoß von Imre Tempfli mit dem Pausenpfiff ging an die Latte.

Eine Erklärung für die Diskrepanz zwischen dem Spiel der letzten Woche und der desaströsen ersten Hälfte gegen Markt Schwaben hatte Summerer nicht: "Es ist nicht leicht zu erklären, wie man so schwach und passiv agieren kann," sagte er. Vielleicht habe sein Team die Sache zu leicht genommen, was sich gegen einen exzellenten Gegner bitter gerächt hat. In der Halbzeit versuchte der Coach, sein Team bei der Ehre zu packen. Die Schwabener schalteten nach der Pause den ein- oder anderen Gang zurück, und die Freisinger konnten eine noch schlimmere Packung verhindern. In der 72. Minute gelang Volker Lippcke gegen seine Ex-Kollegen noch das Ehrentor. Von Andi Schwarz geschickt eingesetzt scheiterte er zunächst an Torwart Markus Lach, den Abpraller schob er dann ein.

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