Daniel Baller fordert Eltern auf, sich gegenseitig zu Fairness zu ermahnen.
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Daniel Baller fordert Eltern auf, sich gegenseitig zu Fairness zu ermahnen.

Daniel Baller fordert Trainer und Eltern dazu auf sich vorbildlich zu verhalten

Merkur CUP: TSV Allershausen-Jugendleiter fordert vorbildlichen Umgang

  • vonJochen Jürgens
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Daniel Baller, Jugendleiter des TSV Allershausen, hat Eltern und Trainer aufgefordert, sich am Spielfeldrand vorbildlich zu verhalten.

Wüsten Beschimpfungen und Drohgebärden sah sich einer der vier Unparteiischen beim Merkur CUP Bezirksfinale 2017 ausgesetzt – ein Vater aus Dachau überschritt nach der Halbfinal-Niederlage des TSV 1865 gegen den FC Bayern München jegliche Grenzen und konnte nur unter Androhung polizeilicher Maßnahmen beruhigt werden. Der Auftritt rief im weiten Rund des Willi-Widhopf-Stadions in Eching entsetztes Kopfschütteln hervor, aber nicht mal aus den Reihen der Dachauer Delegation versuchte jemand, den Störenfried zu bändigen. Das Verhalten mancher Eltern am Spielfeldrand steht im kompletten Widerspruch zu den Inhalten im „Buch der Werte“. Allerdings pauschal alle in einen Topf zu werfen, wäre komplett falsch.

„Verhalten ist unterschiedlich und mannschaftsabhängig“

„Das Verhalten ist sehr unterschiedlich und oft mannschaftsabhängig“, sagt Daniel Baller, Jugendleiter des TSV Allershausen. Teilweise beobachte er einen sehr guten Zusammenhalt unter den Eltern. „Schwierig wird es, wenn sie sich zu sehr aufs Sportliche fixieren“, berichtet Baller, „mit großer Klappe gegen Schiedsrichter oder Gegner“. Doch warum benehmen sich erwachsene Menschen so, die eigentlich Vorbild für ihre Kinder sein sollten? „Vieles geht von den Trainern aus und überträgt sich auf die Eltern“, schildert Baller. Wenn der Coach Unruhe reinbrächte, sei es mitunter nur eine Frage der Zeit, bis es unter den Zuschauern hoch her gehe. „Da pulvert dann Elterngruppe gegen Elterngruppe – und das Spiel wird gar nicht mehr angeschaut“. Damit es soweit gar nicht erst komme, helfe eine klare Ansage vom Trainer oder einem Vereinsverantwortlichen, gebührenden Abstand zum Spielfeld zu halten und sich provokante, aufstachelnde Kommentare zu sparen. „Ansonsten bleibt nur ein klärendes Gespräch mit dem Elternteil, das dann halt daheim bleiben muss“, sagt Baller, „und da würde ich dann auch keine Rücksicht nehmen, denn die Philosophie des Vereins steht im Vordergrund!“ Im schlimmsten Fall nähme Baller in Kauf, dass uneinsichtige Eltern ihr Kind abmeldeten. Solche Fälle, in denen Eltern ihren Nachwuchs wie Wandervögel von Verein zu Verein trieben, gab es schon. Baller bezweifelt „ob das dem Kind gut tut“. Die Verantwortung kann nicht nur beim Verein liegen: Eltern sollten sich untereinander zu Respekt und Fairness ermahnen – nicht nur beim Merkur CUP! JOCHEN JÜRGENS

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