+
Eine Serie starten müssten Vitus Hilz (l.) und die Fußballer des FC Moosburg, um zumindest noch einen der Abstiegsrelegationsplätze zu erreichen.

Kreisliga

Eine Stadt in der Fußballkrise: Becher spricht vor Moosburg-Derby über alte Fehler

Wie geht es weiter für die beiden Moosburger Kreisliga-Vereine? Johannes Becher, Grünen-MdL und TSV-Fan, spricht vor dem Derby über Fehler der Vergangenheit.

Moosburg – Das Horrorszenario schlechthin wäre ein Absturz der beiden Moosburger Kreisliga-Vereine. Beim FCM scheint der Gang in die Kreisklasse fast schon besiegelt zu sein – und auch der TSV bewegt sich zwei Spiele nach dem Re-Start in Richtung Abstiegsrelegation.

„Eigentlich hatte sich der Fußball in Moosburg ganz gut entwickelt“

Fans des hiesigen Fußballs, wie der Grünen-Landtagsabgeordnete und Moosburger Stadtrat Johannes Becher, sehen das mit Sorge: „Wenn man sich die beiden Kreisliga-Teams anschaut, dann merkt man natürlich, dass die Leistungsfähigkeit der Ersten Mannschaften gerade auf eine harte Probe gestellt wird.“ Bislang konnten die beiden Teams aus der Dreirosenstadt in ihren insgesamt vier Kreisliga-Partien seit dem Wiederauftakt nach der Corona-Zwangspause nicht ein Pünktchen holen.

Sein Herz schlägt für den TSV Moosburg: Landtagsabgeordneter und Stadtrat Johannes Becher hofft auf einen Neustädter Sieg im Stadtderby.

„Eigentlich hatte sich der Fußball in Moosburg in den vergangenen zehn Jahren ja ganz gut entwickelt gehabt“, bilanziert der ehemalige TSV-Funktionär und Jugendtrainer Becher. Zur Erinnerung: Der FCM stieg 2013 in die Bezirksliga auf, und der TSV 2014 in die Kreisliga. „Jetzt schaut es seit zwei, drei Jahren so aus, als ob der Weg wieder nach unten geht.“

Das wäre sehr schade, findet der MdL. Denn die Stadt Moosburg hat in den vergangenen Jahren sehr viel Geld in die Fußball-Infrastruktur beider Vereine investiert. „Die Infrastruktur ist insgesamt hervorragend und wäre auch für höherklassiges Niveau vorhanden. Aber man muss das natürlich auf den Platz bringen – und wenn das nicht geschieht, dann hilft der beste Kunstrasenplatz nichts.“

Auflösung der JFG Team für Becher „ein schwerer Fehler“

Für Becher liegt ein Grund für die aktuelle Entwicklung im Nachwuchsbereich. „Die Auflösung der JFG Team Moosburg war aus meiner Sicht ein schwerer Fehler. Denn das führt jetzt dazu, dass man im Jugendbereich nicht mehr so hochklassig spielen wird. Demzufolge haben die Spieler, die rauskommen, keine entsprechende Ausbildung genossen. Gleichzeitig birgt es das Risiko, dass man Nachwuchsakteure aus Moosburg frühzeitig verliert, da sie bei anderen Vereinen im Jugendbereich höherklassig spielen können.“

Ebenfalls wichtig sei es, im Nachwuchsbereich durch eine große Spielerzahl ein Angebot in der Breite zu haben, sodass auch in einer Zweiten oder Dritten Mannschaft leistungsgerecht und mit Spaß gekickt werden kann. Dadurch würden alle profitieren. „Miteinander ist man da stärker. Aber natürlich nur, wenn man zusammenhält. Das war zum Schluss beim Team Moosburg einfach nicht mehr der Fall, deshalb war die Trennung damals folgerichtig.“

„Ich glaube nicht, dass der TSV heuer absteigt“

Mittlerweile sei er schon länger weg aus dem Fußballbereich und wolle sich daher kluge Ratschläge von außen verkneifen, so der BFV-Ehrenamtspreisträger 2013. Ganz abschreiben würde Becher die Moosburger Kreisligisten allerdings noch nicht. „Ich glaube nicht, dass der TSV heuer absteigt, und bin zuversichtlich, dass der TSV die Klasse hält. Für den FCM geht es darum, den Sprung in die Relegation zu schaffen. Sollte es gelingen, zwei, drei Spiele in Folge zu gewinnen, dann ist die Truppe ruckzuck wieder dran. Aber sie müsste bald damit anfangen“, meint er und fügt lachend an: „Übernächstes Wochenende wäre dafür ein guter Zeitpunkt.“

Denn an diesem Samstag – Anpfiff des Stadtduells ist um 15 Uhr beim FCM – kann es für Becher nur einen Sieger geben: „Für den TSV ist das Derby ein unheimlich wichtiges Spiel, mein Herz schlägt auch nach wie vor für den TSV Moosburg. Deshalb hoffe ich auf einen Erfolg.“

Josef Fuchs

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare