Spielszene mit Mit Thomas Niggl (Mitte).
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Taktgeber im Mittelfeld: Mit Thomas Niggl (M.) geht der Kapitän der Echinger Zebras von Bord.

Fußball – Bezirksliga

Personeller Paukenschlag beim TSV Eching

  • vonMoritz Stalter
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Großer personeller Aderlass bei den Fußballern des TSV Eching: Fünf Leistungsträger folgen Coach Gerhard Lösch zum Bezirksliga-Konkurrenten FSV Pfaffenhofen.

Eching – Kein Fußball im Amateurbereich, dafür Langeweile bei den Vereinen. Eine Ausnahme: der TSV Eching. Lange ist bekannt, dass der Tabellenführer der Bezirksliga Nord nach der Saison die Trainer wechselt und Michael Schütz auf Gerhard Lösch folgt. Dass eine Handvoll Fußballer mit dem aktuellen Coach zum FSV Pfaffenhofen gehen wird, ist neu – und trifft die Zebras ins Mark.

Kapitän Thomas Niggl, Philipp Schuler, Maxi Ceballos, Maximilian Völke sowie Ante Basic wechseln ebenfalls zum Bezirksliga-Konkurrenten. „Diese Nachricht kam für uns sehr überraschend, da wir stark mit dem Verbleib unserer Leistungsträger gerechnet hatten. Dementsprechend waren wir natürlich enttäuscht, sehen es aber nun als Chance für einen Neuanfang“, kommentierte TSV-Vorsitzender Rudolf Hauke den unerwarteten personellen Aderlass.

Kürzlich in der Bundesliga: Es wird bekannt, dass Mönchengladbachs Trainer Marco Rose nach der Saison zu Borussia Dortmund gehen wird. Die Gladbacher haben interessante Akteure in ihrem Kader, deren Stärken er gut kennt. Angesprochen darauf, ob ihm Spieler nach Dortmund folgen werden, antwortet Rose unmissverständlich: „Wenn Marco Rose sagt, er nimmt keinen Spieler mit zu Borussia Dortmund, dann nimmt er keinen Spieler mit zu Borussia Dortmund. Fertig, aus.“ Nur schnell die Situation beruhigen. Dass in den nächsten Jahren Spieler von der einen zur anderen Borussia wechseln könnten, bedeutet Roses Statement nicht.

Mündliche Zusagen vor einem Jahr

Im Amateurbereich spielt der Faktor Geld eine kleinere Rolle, Vereinswechsel gibt es aber auch. „Ich weiß, was im Fußball alles passieren kann“, sagt Echings Vereinschef Hauke. Als der TSV im Februar 2020 die Trennung nach der Saison verkündete, hatte die Vereinsführung entschieden, die Runde mit Lösch zu beenden. Wie Gladbach mit Rose. Mit den Fußballern seien danach Gespräche geführt worden. „Sie haben uns mündliche Zusagen gegeben“, berichtet Hauke. Allerdings war das noch vor dem ersten Lockdown. Seitdem zieht sich die Saison, Lösch hat mittlerweile einen neuen Club gefunden. Er weiß, welche Spieler ihm in Pfaffenhofen helfen können. Und es gibt Spieler, die wissen, was sie an ihm haben.

„Ich habe zu allen Jungs ein sehr gutes Verhältnis. Als ich der Mannschaft Ende 2019 mitgeteilt habe, dass nach der Saison Schluss ist, haben mich Spieler angerufen, um mich umzustimmen“, erzählt Gerhard Lösch. Er machte ihnen klar, dass der Abgang endgültig ist. „Einige wollten, dass ich ihnen Bescheid gebe, sobald ich einen neuen Verein habe.“ Und weiter: „Das habe ich gemacht.“ Es sei aber nie sein Plan gewesen, fünf Fußballer mitzunehmen. „Als es beim FSV Pfaffenhofen um die Planung für die neue Saison ging, habe ich ihnen mitgeteilt, wer uns weiterhelfen könnte.“ Darunter: fünf Echinger Leistungsträger.

Trainer Gerhard Lösch will bis zum Schluss alles für den TSV geben.

Thomas Niggl ist nicht nur Kapitän bei den Zebras, sondern als zentrale Figur im Mittelfeld einer der Schlüsselspieler. Philipp Schuler ist mit seiner Erfahrung und Power auf dem Flügel ein wichtiger Faktor im Spiel des TSV, Maxi Ceballos mit zwölf Toren der treffsicherste Angreifer. Auch in der vorletzten Saison war er bester Schütze. In der vergangenen Spielzeit lag Ante Basic vor ihm. Der geht ebenfalls nach Pfaffenhofen – wie Maximilian Völke, der vor der laufenden Runde aus Oberföhring gekommen war. Lösch bezeichnete ihn als „die positive Überraschung der Saison“.

Die Spieler müssen sich bei ihm gut aufgehoben fühlen – sonst würden sie nicht mit ihm weiterziehen. Und: Bei Niggl, Ceballos und Völke war der Trainer direkt am Wechsel zum TSV Eching beteiligt. Schuler und Basic waren vor Lösch da. „Phil und ich kommen super miteinander klar. Ante meinte, er würde mit mir auch in die A-Klasse wechseln“, sagt Lösch. In einem Zoom-Meeting, an dem er und alle Spieler teilnahmen, teilten Niggl, Ceballos, Völke, Schuler und Basic ihre Entscheidung den Teamkollegen mit. „Alle haben mit offenen Karten gespielt. Dass der Verein nicht froh ist, wenn fünf Leistungsträger gehen, ist aber klar“, betont Lösch.

TSV-Chef Hauke möchte die saubere Lösung

Was bedeutet das nun aus Sicht des TSV? Weitermachen oder doch die sofortige Trennung? „Wir haben eine Taskforce gebildet. Und es gab intern Stimmen, die die Zusammenarbeit vorzeitig beenden wollten. Wir haben uns aber dafür entschieden, die Spielzeit wie abgesprochen mit Gery an der Seitenlinie zu beenden“, sagt Hauke. Er möchte die saubere Lösung: „Wir wünschen den Spielern und auch Gery alles Gute.“

Und Lösch, der am Donnerstag 33 Jahre alt geworden ist, will positiv in Erinnerung bleiben: „Ich habe Eching viel zu verdanken. Ich denke, wir haben voneinander profitiert. Ich werde bis zum Schluss alles geben.“ Und versuchen, mit dem TSV aufzusteigen und damit seinem neuen Club in der neuen Saison aus dem Weg zu gehen. Fraglich ist, ob er die Chance dazu erhält oder ihm Corona einen Strich durch die Rechnung macht.

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