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Plabstsche Halbzeitansprache zeigt Wirkung: SE Freising schlägt Chiemgau Traunstein

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Luka Brudtloff rechts im Zweikampf mit einem Traunsteiner.
Knoten geplatzt? Youngster Luka Brudtloff (r.) schoss den SE Freising mit einem Doppelpack in den letzten 20 Minuten zum schlussendlich verdienten 3:1-Sieg. © Lehmann

Die Fußballer des SE Freising haben sich gegen Traunstein nach schwacher erster Hälfte mit 3:1 durchgesetzt. Luka Brudtloff avancierte zum Matchwinner.

Freising – Erst pfui, dann hui: Nach katastrophalen ersten 45 Minuten besannen sich die Landesliga-Fußballer vom SE Freising doch noch eines Besseren und siegten gegen den Sportbund Chiemgau Traunstein verdient mit 3:1 (0:1).

Es braucht schon viel, dass SEF-Trainer Alex Plabst mal etwas lauter wird. Meistens schlägt der 53-Jährige eher ruhigere Töne an oder spricht in der Halbzeitpause nicht wirklich viel zu seinem Team. Am Samstagnachmittag dürfte es in den Katakomben der Savoyer Au jedoch etwas lauter geworden sein. „Ich war schon angefressen“, berichtet Plabst. „Und ich habe meinen Spielern schon gesagt, dass sie zeigen sollen, dass sie eine Mannschaft sind.“

Das, was die elf Mannen in den gelb-schwarzen Jerseys nämlich während der ersten 45 Minuten offenbart hatten, hatte mit Landesliga-Fußball nicht viel zu tun. Freising agierte blass, berief sich wenig auf alte Fußballtugenden und machte wieder die Fehler, die schon eine Woche zuvor in Aiglsbach (1:2) zu Gegentoren geführt hatten. Erneut war es nämlich ein weiter Ball, den Freisings Viererkette nicht hartnäckig genug verteidigte: Traunsteins Maximilian Probst war durch, SEF-Keeper Patrick Negele musste in höchster Not herrausstürmen und verursachte so an der Strafraumgrenze den völlig unnötigen Elfmeter. Moritz Knauer trat an und traf, Negele wäre fast noch dran gewesen (23.). „Traunstein hat uns in Sachen Leidenschaft und Zweikampfverhalten alles vorgemacht“, kritisierte SEF-Coach Plabst.

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Als die zweiten 45 Minuten schließlich liefen, sahen die rund 100 Zuschauer ein völlig anderes Spiel, die Plabstsche Halbzeitansprache schien ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Denn die Eintracht-Kicker traten nicht nur mit einer ganz anderen Körpersprache auf, sondern suchten nun auch den Weg zum Tor. Die ersten Abschlussversuche ließen nicht lange auf sich warten, auch wenn dicke Chancen zunächst noch Mangelware waren. Andi Hohlenburger schoss dann irgendwann aus kurzer Distanz drüber (57.), Luka Brudtloff war per Kopf nahe dran (62.), und den Schuss von Benedict Geuenich parierte SB-Torsteher Marko Kao klasse (65.). Es roch förmlich nach dem Ausgleich.

Dass beim 1:1 etwas Glück im Spiel war – geschenkt. Denn im Anschluss an die Geuenich-Möglichkeit schlug Domagoj Tiric eine kernige Ecke in den Strafraum, die Markus Unterhuber nur noch ins eigene Tor lenken konnte (66.). Das gab den Hausherren nun endgültig Auftrieb, während der Sportbund, der nach der Führung hinten zum Teil mit einer Fünferkette gespielt hatte, reagieren musste.

Doch von den Gästen kam in der Folge nur noch wenig, während sich Freising mit dem Remis keineswegs zufriedengab und immer mehr aufdrehte – insbesondere Youngster Luka Brudtloff. Der 18-Jährige hatte zuletzt immer etwas unglücklich und fahrig agiert. Nun könnte aber der Knoten geplatzt sein mit seinen zwei blitzsauberen Treffern, die herrlich herausgespielt waren. Zunächst gab’s einen Einwurf von Co-Spielertrainer Flo Bittner, den Tiric gezielt weiterleitete – Brudtloff setzte nach und traf aus kurzer Distanz (73.). Noch größer fiel sein Jubel sieben Minuten vor Schluss aus: Nach einem Tiric-Freistoß versuchte es zunächst Hohlenburger, dessen Schuss aber geblockt wurde – doch im Nachsetzen bugsierte Brudtloff das Leder über die Linie (84.). In der Nachspielzeit traf der eingewechselte Florian Machl noch den Pfosten (90.+3).

Aufgrund der zweiten Halbzeit habe sein Team verdient gewonnen, resümierte Trainer Alex Plabst. „Knackpunkt war zudem die Einwechslung von Nikolai Davydov.“

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