Punkteteilung in einem Derby mit großem Unterhaltungswert

- TSV Eching erkämpft sich nach einem 0:3-Rückstand noch ein 3:3

VON ARTHUR VIOL Freising - Die Punkte haben sich der SE Freising und der TSV Eching geteilt - und dabei in 90 Minuten allerlei Höhen und Tiefen durchlebt. Das 3:3-Unentschieden gestern Abend dürfte die Gäste ein wenig mehr zufrieden stellen. Sie lagen nach 38 Minuten scheinbar aussichtslos mit 0:3 zurück, doch dann reagierte die Elf und zeigte Moral.

Die zuletzt gezeigten Leistungen der Landesliga-Rivalen ließen nicht gerade auf ein niveaureiches Spiel schließen. Dafür sorgten beide Teams in guter Regelmäßigkeit schon allein wegen ihrer Unbeständigkeit und den negativen Ergebnisse. Dieses Mal zeigten beide Teams wieder ihr besseres Gesicht und so bekamen die 400 Besucher eine abwechslungsreiche Partie geboten und außer den sechs Toren noch eine Vielzahl weiterer Torraumszenen. Verstärkt hat sich der Eindruck, dass sowohl SEF wie auch TSV so ihre Probleme im Toreverhindern haben. Teilweise haarsträubende Fehler führten dazu, dass den Zuschauern nicht langweilig wurde, in der Spitze der Liga aber haben beide mit diesen Defensivleistungen nichts zu suchen.

Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Dank des überraschend genesenen Robert Loidl nahmen sie von Beginn weg das Zepter in die Hand und drängten Eching in die eigene Hälfte. Der Spielmacher war an fast allen entscheidenden Szenen der ersten 45 Minuten beteiligt. Andi Schwarz und Andreas Apold verzogen nach Pässen Loidls nur knapp, der Blondschopf selbst verfehlte das Ziel auch nur um Zentimeter. Irgendwie musste man Angst um den TSV Eching haben, der nach genau einer halben Stunde erstmals vor dem SEF-Gehäuse auftauchte. Michael Daffner beschäftigte Keeper Andreas Sczudlek mit einem Weitschuss.

Dass Derbys auch ihre eigenen Geschichten schreiben, das war spätestens in der 33. Minute klar. Ausgerechnet Christian Reimer, der in Eching Ungeliebte, traf zum 1:0. Seinen abgefälschten Freistoß konnte Torwart Steven Ducat nicht mehr halten. Während nun der SEF sich richtig in Laune spielte, verkrochen sich die Echinger wie der Hase vor der Schlange. Die Strafe folgte prompt. Loidl und Toni Kopp trafen innerhalb von 180 Sekunden zum 3:0, die Vorlagen hatte beide Male mustergültig Markus Köppl gegeben - der zweite Abtrünnige Echinger in Reihen des SEF. Und wer weiß, wie es um die Echinger bestellt gewesen wäre, hätte nicht Michi Daffner die Notbremse nur eine Minute später gezogen. Der Mittelstürmer nützte einen bösen Patzer von Libero Thomas Zellermeyr zum Anschlusstreffer. Irgendwie gab es also doch noch Hoffnung für den TSV.

Die dokumentierte man dadurch, dass man gleich fünf Minuten vor den Freisingern aus der Kabine kam. Der Eindruck einer nun nicht mehr reagierenden, sondern agierenden Mannschaft sollte nicht täuschen. Daffner versiebte nach Kopfball-Vorlage von Stefan Holzer aus kürzester Distanz und Holzer selbst verpasste mit einem Weitschuss nur knapp. Eching war wieder da und der SEF? Der hatte durch Loidl und Schwarz die einmalige Chance, den Echingern den Zahn endgültig zu ziehen. Doch die Überheblichkeit beim Katz-und-Maus-Spiel im gegnerischen Strafraum wurde bestraft. Anstatt 4:1 hieß es zwei Minuten später 3:3. Und wie man die Freisinger aus dem bisherigen Saisonverlauf kennt, standen sie wieder mal freundlich Pate bei den Gegentreffern. So traf Daffner mit einem Freistoß gegen eine völlig indisponierte SEF-Mauer, gleich darauf ließ Keeper Sczudlek einen tückischen Aufsetzer von Tobias Simmendinger passieren.

Die Geschichten eines Derbys allerdings waren damit noch nicht zu Ende. Köppl sah in der 70. Minute nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot und hob damit zusehends die Stimmung der Echinger Fans. Die rochen nun ihre Chance. Freising mit einem Mann weniger allerdings raffte sich nochmals auf und hielt zumindest kämpferisch dagegen. Die Chance zum Sieg hatte Andreas Apold auf dem Fuß, doch zögerte der Kapitän beim Abschluss.

Die Echinger, eigentlich voll auf der Höhe, schien der Platzverweis des ehemaligen Kollegen zu bremsen. Anstatt weiter ihre Chancen zu suchen, schaltete man wieder zurück.

Auch interessant

Kommentare