Das tut dem SE Freising richtig weh: Kapitän und Top-Verteidiger Andreas Schredl (r.) steht der Plabst-Truppe für mindestens ein Jahr nicht zur Verfügung. Ersetzen könnte ihn einer der Neuzugänge.
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Das tut dem SE Freising richtig weh: Kapitän und Top-Verteidiger Andreas Schredl (r.) steht der Plabst-Truppe für mindestens ein Jahr nicht zur Verfügung. Ersetzen könnte ihn einer der Neuzugänge.

Lukas Paunert und Benedict Geuenich kommen

SE Freising: Landesligist treibt Planungen voran - Plabst bleibt SEF treu

  • vonMatthias Spanrad
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Alex Plabst und Florian Bittner bleiben dem SE Freising als Trainer erhalten. Daniel Gädke geht, Andreas Schredl pausiert. Die Zukunft von Nikolai Davydov ist noch offen.

Freising – Die Saison 2019/21 steht vor dem Abbruch. Wann ein Trainings- und Spielbetrieb im Amateurbereich möglich ist, steht wegen der Corona-Pandemie in den Sternen. Ungeachtet dessen stellen die Fußballer des SE Freising bereits die Weichen für die Zukunft. Angesichts der aktuellen Lage „können wir uns voll und ganz auf die Planungen für eine neue Landesliga-Saison konzentrieren“, sagt Trainer und Sportchef Alex Plabst.

Plabst und Bittner machen weiter

Die wichtigste Personalfrage konnte der 53-Jährige quasi mit sich selbst klären: Nachdem vom Verein das Placet gekommen war, trat Sportchef Plabst in Verhandlungen mit Coach Plabst – und kam recht schnell zu einer Einigung. Auch Co-Trainer Florian Bittner (30) habe sofort zugesagt. Ein Satz sei das gewesen, berichtet der Fußballchef. „Wir fühlen uns beide hier pudelwohl.“ Die Zusammenarbeit funktionierte in der ersten Saison prächtig. Coach Plabst hat mit Bittner einen verlängerten Arm auf dem Feld – und die Mannschaft wiederum den nötigen Führungsspieler, der in mancher Saison in der Savoyer Au abgegangen war. „Das ging zügig über die Bühne“, mussten die beiden nicht lange nachdenken, ob sie die erfolgreiche Arbeit am Roider-Jackl-Weg fortsetzen wollen.

Davydov will höherklassig kicken

Damit können sich die beiden SEF-Trainer voll und ganz auf den Kader für die neue Spielzeit konzentrieren. Und dabei wird es, danach sieht es bereits jetzt aus, einige personelle Veränderungen geben. Schwer wiegen werden vor allem die Abgänge zweier Leistungsträger: Sowohl Kapitän Andreas Schredl als auch Nikolai Davydov werden dem SE Freising nicht zur Verfügung stehen. Dabei hat der Abschied insbesondere bei Offensivakteur Davydov sportliche Gründe: Der 23-Jährige steht nämlich im erweiterten Aufgebot der kirgisischen Nationalmannschaft, war zuletzt auch beim Trainingslager in Belek mit dabei. Doch die Verantwortlichen in der Heimat erwarten, dass Davydov höher als in der Landesliga spielt. „Aktuell wirkt da wieder ein Möchtegern-Berater auf ihn und seinen Vater ein“, berichtet Trainer Alex Plabst. Familie Davydov hat aktuell Freisings Coach damit beauftragt, einen neuen Club für den Filius zu suchen, mindestens Regionalliga, in Deutschland oder auch im Ausland.

Schredl pausiert aus beruflichen Gründen

Für Minimum ein Jahr nicht zur Verfügung stehen wird Andreas Schredl: Der 29-jährige Kapitän des SEF startet im Sommer die Weiterbildung zum Steuerberater, der Trainings- und Spielaufwand der Landesliga ist damit nicht in Einklang zu bringen. Der Pass bleibt zwar in der Savoyer Au – und zur Not könnte Schredl auch aushelfen. „Der Verlust tut uns aber weh“, gibt Plabst ohne Umschweife zu. Schredl war quasi nie verletzt, er ist Freisings „Mister Zuverlässig“ und einer der besten Verteidiger der Landesliga. „Vor allem seine hohe Eigenmotivation war extrem“, lobt Plabst. „Das werden wir irgendwie kompensieren müssen.“

Gädke wechselt zum FC Ismaning

Außerdem nicht mehr zum SEF-Kader gehören wird Daniel Gädke: Der Stürmer und der Club trennen sich einvernehmlich zur neuen Runde – Gädke sucht nach sechs Toren in 20 Matches und wenigen Partien von Beginn an eine höherklassige Herausforderung. Wie vom FC Ismaning zu vernehmen war, schließt sich der 26-Jährige dem Bayernligisten zur neuen Spielzeit an. Das ganze Jahr 2021 nicht zur Verfügung steht Robert Rohrhirsch (23), der im Januar wieder zurück in die USA zum Studium gereist ist und erst danach erneut zum SEF-Kader stoßen soll. Zur neuen Saison verabschieden wird sich mit Sebastian Hofmaier (25) ein weiterer Abwehrspieler. Hofmaier ist immer noch verletzt – ob und wo er sportlich wieder eingreift, ist offen.

Wichtige Spieler bleiben dem SEF treu

Dem gegenüber stehen aber Vertragsverlängerungen, die Coach Plabst die Abgänge vergessen lassen. So hat Torhüter Patrick Negele (28) für ein weiteres Jahr zugesagt – unabhängig davon, wohin er als Lehrer versetzt wird. „Das ist ein ganz wichtiger Faktor für uns“, freut sich Plabst. Zudem hat Stürmer Andreas Hohlenburger (29) seine Verletzung endgültig auskuriert und ebenfalls verlängert. „Man hat gesehen, wie schwer es für uns ohne ihn ist, Tore zu schießen“, erinnert sich der Trainer. Ebenso weiterhin für den SEF die Stiefel schnüren wird Michael Schmid (36). Der Oldie bleibt Bestandteil des Trainerteams, soll zudem immer wieder aber auch auf dem Platz helfen.

Zwei Neuzugänge sind schon fix

Des Weiteren können die Freisinger bereits zwei Neuzugänge für die neue Landesliga-Saison präsentieren. Mit Lukas Paunert kommt ein hoffnungsvoller und talentierter Defensivakteur von Ligakonkurrent Eintracht Karlsfeld. Eine „sensationelle Schule“ habe der 20-Jährige bei der Eintracht gehabt, schwärmt Trainer Plabst, „ich bin froh, dass wir ihn für uns gewinnen konnten“. Paunert ist in der Viererkette variabel einsetzbar – „er kann unser Schredl-Ersatz werden“.

Vom TSV Jetzendorf aus der Landesliga Südwest wechselt Benedict Geuenich zum SE Freising. Der 26-Jährige hat 29 Bezirks- und vier Landesliga-Treffer in der Vita stehen und ist offensiv auf vielen Positionen zu Hause. „An ihm war ich zwei Jahre dran“, sagt Plabst über den Stürmer. „Umso mehr freue ich mich, dass es nun klappt.“

Abgeschlossen ist die Freisinger Personalplanung noch nicht. Ein weiterer Mann für die offensive Außenbahn soll ebenso noch zum Kader stoßen wie ein stabiler Akteur für die letzte Reihe. Zudem wollen die Lerchenfelder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs und das arrivierte Personal setzen. „Das wird eine spannende Aufgabe, das neue Team zu formen“, freut sich Plabst auf die neue Saison.

(Matthias Spanrad)

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